Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Bewohnerin stirbt bei Großbrand im Seniorenheim

Der Zimmerbrand im Egon-Reinert-Haus auf dem Saarbrücker Eschberg fordert am frühen Samstagmorgen ein Todesopfer.
Der Zimmerbrand im Egon-Reinert-Haus auf dem Saarbrücker Eschberg fordert am frühen Samstagmorgen ein Todesopfer.

Bei einem Feuer in einem Altersheim im Saarbrücker Wohngebiet Eschberg ist in der Nacht auf Samstag, 8. Januar, eine Heimbewohnerin zu Tode gekommen. Eine weitere Frau schwebt in Lebensgefahr; mehrere Menschen wurden verletzt.

Als die Saarbrücker Feuerwehr am frühen Samstagmorgen um 2.20 Uhr zum Egon-Reinert-Haus gerufen wurde, einem Seniorenheim auf dem Eschberg, wurde dies für die Helfer zu einem ihrer schwersten Einsätze überhaupt.

Als die Wehrleute anrückten, brannte es bereits lichterloh in einem Bewohnerzimmer im zweiten Stock auf der Gebäuderückseite. Die Flammen schlugen aus dem Fenster, Ruß färbte die Fassade schwarz. Starker Rauch breitete sich aus.

„Echte Chaosphase“

„Wir haben sofort Verstärkung angefordert und Großalarm für den Rettungsdienst ausgelöst“, berichtet Feuerwehr-Einsatzleiter Ingo Wagenknecht. Von diesem Zeitpunkt an trafen pausenlos weitere Einsatzfahrzeuge in der kleinen ringförmigen Straße ein, die ebenfalls nach dem Saarbrücker Politiker Egon Reinert (1908 - 1959) benannt ist. Den Helfern blieb immer weniger Platz für ihre Fahrzeuge. „Wir hatten eine echte Chaosphase“, meinte Wagenknecht später. Nicht nur, dass sich das offene Feuer zunächst nur sehr schwer löschen ließ: Zeitgleich mussten viele Altenheimbewohner aus mehreren Etagen in Sicherheit gebracht werden.

Menschen wurden über Rettungstreppen gelotst, durchs Treppenhaus getragen und über Feuerwehr-Drehleitern aus dem Haus geholt. Viele der in ihrer Bewegungsfähigkeit stark eingeschränkten Bewohner mussten liegend in Sicherheit gebracht werden, andere in Rollstühlen.

Wiederbelebungsversuche bleiben erfolglos

Draußen im Freien rangierten unentwegt Rettungswagen. Notärzte und Sanitäter kümmerten sich um die Evakuierten. Eine Heimbewohnerin erlitt schwere Verbrennungen in den Flammen. Zunächst vor dem Haus noch von Ersthelfern und Sanitätern behandelt, scheiterten jedoch alle Wiederbelebungsversuche.

Weitere Personen wurden verletzt, Einsatzkräfte saßen erschöpft auf der Straße und in Fahrzeugen. Der Einsatz hatte sie körperlich und psychisch an die Belastungsgrenze gebracht. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich 359 Tage vor meiner Pensionierung noch ein Altersheim evakuieren muss“, meinte ein verschwitzter Berufsfeuerwehrmann im Vorbeigehen. Im Einsatz waren mehrere Löschzüge, Kräfte der Saarbrücker Berufsfeuerwehr und der freiwilligen Wehren aus der Innenstadt. Der Rettungsdienst kam mit Rettungs- und Notarztwagen aus dem gesamten Regionalverband zum Einsatz. Das Rote Kreuz schickte Betreuungskräfte aus der Gemeinde Dorf im Warndt auf den Eschberg. Polizei und die Notfallseelsorge waren im Einsatz, der sich bis weit in den Morgen erstreckte.

Betroffenes Zimmer völlig ausgebrannt

Die Brandursache ist unklar. „Das betroffene Zimmer ist völlig ausgebrannt“, sagte Ingo Wagenknecht in der Nacht. Er richtete mit allen Hilfsdiensten eine Lagezentrale ein und sammelte die Bewohner im Erdgeschoss des Altenheims, damit man sie dort zentral betreuen konnte.

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