Homburg Bei Bosch-Rexroth kämpfen sie weiter um die Jobs

Am 31. Oktober hatte die IG Metall ihr „Banner der Solidarität“ vor dem Wasgau-Einkaufsmarkt in Kirkel-Limbach präsentiert.
Am 31. Oktober hatte die IG Metall ihr »Banner der Solidarität« vor dem Wasgau-Einkaufsmarkt in Kirkel-Limbach präsentiert.

Die Verhandlungen zwischen dem Betriebsrat und der Geschäftsführung von Bosch-Rexroth in Homburg sind unterbrochen. Wie mehrfach berichtet, plant das Unternehmen einen Stellenabbau. Die Gespräche, an deren Ende ein Interessenausgleich und ein Sozialplan für die Betroffenen stehen sollen, bleiben auf Initiative des Betriebsrats bis zum 31. Januar 2021 ausgesetzt.

Für 5. Dezember kündigen Betriebsrat und Gewerkschaft eine Demonstration in Homburg mit einem sogenannten „Banner der Solidarität“ an.

Für den Gewerkschaftssekretär Martin Zimmer von der IG Metall ist der Aufschub der Verhandlungsgespräche „ein erster Erfolg des Betriebsrats in der laufenden Auseinandersetzung über die Zukunft des Standortes Homburg, aber leider kein Anlass zur Entwarnung“. Denn der Grundkonflikt bestehe fort: Das Management von Bosch-Rexroth halte an seinem Plan fest, die Fertigungssparte Industriehydraulik am unterfränkischen Firmenstandort Lohr zusammenzufassen und daher in Homburg 155 Arbeitsplätze abzubauen.

Der Homburger Betriebsratsvorsitzende Stephan Huber zeigte sich am Dienstag, 10. November, erfreut „über eine gute Auftragslage“. Doch früherer Personalabbau und die aktuelle Bedrohung der Beschäftigten in Homburg hätten wenig zu deren Motivation beigetragen, „aber einiges zum bestehenden Produktionsrückstand“. Das Personal arbeite physisch und psychisch am Limit. Huber: „Diese Situation ist aus Sicht des Betriebsrats nicht akzeptabel, aber leicht aufzulösen.“

Neueinstellungen und Mehrarbeit?

Der Betriebsrat habe die Arbeitgeberseite dazu bewegen können, „die Gespräche zur Herbeiführung eines Interessensausgleich und Sozialplan zumindest bis 31. Januar 2021 ruhend zu stellen. Gleichzeitig haben wir Neueinstellungen gefordert und die Bereitschaft des Betriebsrats signalisiert, diesen Einstellungen zuzustimmen und ergänzend Mehrarbeit ausschließlich auf freiwilliger Basis für die Beschäftigten zu genehmigen.“ Nun sieht Martin Zimmer von der IG Metall „den Arbeitgeber gefordert, die Verlagerungspläne gänzlich zurückzunehmen und die Zeit zu nutzen, einen echten Zukunftsplan für das Werk in Homburg zu entwickeln. Alles andere macht keinen Sinn.“

Halte das Management an den Plänen weiter fest, dann wäre dies nach Einschätzung von Martin Zimmer „ein Schlag ins Gesicht für jeden Arbeitnehmer, der sich tagtäglich für das Unternehmen einsetzt und trotz der bedrohlichen Lage den Standort und das Unternehmen am Laufen hält“. Heiko Spies, Vorsitzender der Vertrauensleute der IG Metall bei Bosch-Rexroth: „Wir geben noch lange nicht auf und kämpfen um jeden Arbeitsplatz. Wer sich mit uns anlegt, legt sich mit einer ganzen Region an. Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen von Casar und Schaeffler haben wir ein ,Banner der Solidarität’ entwickelt, auf dem wir Solidaritätsbekundungen der Bürgerinnen und Bürger von Homburg sammeln.“

Bürger sollen unterschreiben

Auf diesem acht Meter langen Banner sollen Homburger Bürger am Samstag, 5. Dezember, ab 9 Uhr auf dem Homburger Christian-Weber-Platz per Unterschrift ihre Solidarität mit den Beschäftigten bei Bosch-Rexroth, Schaeffler und Casar bekunden.

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