Blieskastel
Backfisch, mitten in der Blieskasteler Altstadt
Herr Feix, wie kam es zum Backfischhaus? Blieskastel ist bislang ja nicht gerade berühmt für seinen Fisch.
Mein Vater ist LKW-Fahrer, der fährt für die Firma Havekost in Homburg Fisch aus. Und den holt er frisch an der Küste in Bremerhaven. Ich war mit an der Küste zu Besuch, wir waren dort essen, und dort gab es auch ein Backfischhaus. Das hat uns so fasziniert, weil der Fisch sehr gut schmeckt. Da entstand die Idee. Das ist mal ein wenig frischer Wind, mal was Neues.
Sie haben am 18. Mai eröffnet, direkt in der Fußgängerzone. Wie wurde es bislang angenommen?
Wir können uns nicht beschweren, haben auch schon einige Stammkunden. Wenn es so weitergeht, werden wir das Backfischhaus in Blieskastel sehr lange betreiben.
Das Lokal ist nicht so groß, oder?
Ja, wir haben etwas über 50 Quadratmeter mit nur wenigen Sitzplätzen drinnen, aber dafür draußen noch welche. Das Lokal stand rund ein Jahr lang leer. Vorher war schon eine Kneipe drin, auch ein Dönerladen, ein Bratwurststand und ein Pizzaladen waren vor uns schon hier. Wir sind auf das Lokal gestoßen, weil meinen Eltern das Haus hintendran gehört. Es war schade um den Leerstand, und wir haben das kleine Lokal jetzt gemietet.
Wie funktioniert das im Alltag?
Wir sind ein Familienbetrieb und haben alle unsere Jobs, machen das als Familie nebenher. Wir teilen uns das so ein, dass es passt. Besitzer sind meine Eltern, Christian und Jennifer, und neben mir gibt es noch drei weitere Kinder. Wir ziehen alle an einem Strang, und das funktioniert einwandfrei.
Fisch ist ja nicht jedermanns Sache. Den Geruch mögen manche Leute nicht.
Das ist bei uns kein Problem. Ich bin leidenschaftlicher Angler und habe eh Verbindung zu Fisch. Guter Fisch stinkt nicht. Aber keine Angst, es kommt kein Fisch auf den Tisch, den ich geangelt habe. Unser Fisch bringt unser Vater fangfrisch aus Bremerhaven. Er holt dort Fisch für seinen Arbeitgeber Havekost und für unser Backhaus jeden Tag frisch.
Was steht auf der Speisekarte?
Verschiedene Backfische wie Kabeljau, Pangasius, Seelachs und Rotbarsch gibt es als Tellergerichte und auch zum Mitnehmen, außerdem haben wir Fischbrötchen, eine Calamari- und eine Shrimps-Tüte zum Mitnehmen und demnächst Flammkuchen mit Fisch, unter anderem mit Thunfisch oder Räucherlachs. Lieferservice haben wir nicht, aber alles auch zum Mitnehmen.
Hat Ihre Familie gastronomische Erfahrung?
Ja, wir sind eigentlich Schausteller, stammen ursprünglich aus Ormesheim, haben in Homburg gelebt und wohnen und leben seit einem Jahr in Blieskastel. Wir haben auf Festen Crêpes und Waffeln verkauft, einen Imbiss und ein Karussell betrieben.
Läuft die Schaustellerei wieder nach Corona?
Nein, es ist kaum noch rentabel. Platzmieten, Strom, Benzin, auch die Ware, alles ist viel teurer geworden. Aber unser Karussell haben wir noch, und wir halten auch noch den ein oder anderen Platz. Das Bachfischhaus ersetzt nicht das weggefallene Einkommen, trägt aber dazu bei. Es geht nicht nur ums Geld, es macht auch glücklich, wenn die Leute gerne zu uns essen kommen. Wir wollen als Familie ein Teil der Stadt sein.