St. Ingbert RHEINPFALZ Plus Artikel Auf dem Hallenbad-Gelände sollen jetzt Hotels entstehen

Das alte Hallenbad wird abgerissen. Es soll einem Hotel und Wohnungen Platz machen. 36 Monate sollen die Bauarbeiten dauern.
Das alte Hallenbad wird abgerissen. Es soll einem Hotel und Wohnungen Platz machen. 36 Monate sollen die Bauarbeiten dauern.

Das alte St. Ingberter Hallenbad wurde vor über 20 Jahren geschlossen. Die Victors-Gruppe des Saarbrückers Hartmut Ostermann plant dort ein Hotel und ein Restaurant.

Auf dem Hallenbad-Gelände haben Anfang Juni die Bauarbeiten begonnen. Das alte Stadtbad neben dem Gustav-Clauss-Park liegt seit gut 20 Jahren in einem eher unruhigen Dornröschenschlaf. Es war immer wieder Ziel von Zerstörungswut, Sprayern und illegalen Partys. Erst Ende Mai hat es in dem stark einsturzgefährdeten Gebäude wieder gebrannt. Mit diesem „Schandfleck“, so Rathaussprecher Florian Jung, soll bald Schluss sein: Auf dem Hallenbad-Gelände sollen Wohnungen und ein Vier-Sterne-Hotel entstehen. Das Projekt obliegt Hartmut Ostermanns Victors-Gruppe.

Das Unternehmen veranschlagt für den Bau des Hotel-, Wohn- und Gastronomiekomplexes etwa 36 Monate. Über die Kosten lägen noch keine konkreten Schätzungen vor, da diese auch stark von den Ergebnissen von Probebohrungen abhängen.

Alte Pfahlgründe

Hochgezogen werden sollen die Gebäudekomplexe in mehreren Schritten. Momentan nimmt eine Spezial-Tiefbaufirma Probebohrungen vor, um die Erdbeschaffenheit zu untersuchen. „Erst, wenn wir die Ergebnisse dieser Tests haben, können wir an die Planung des Tiefbaus gehen. Das wird neben dem Abriss die größte Herausforderung der gesamten Baumaßnahme“, erläutert Architekt Markus Walter. Die alten Pfahlgründe des Hallenbades werden aber wahrscheinlich für die Statik des neuen Gebäudes erhalten bleiben. Dann soll das ehemalige St. Ingberter Hallenbad abgerissen werden.

Die Victors-Gruppe möchte ein „Biosphären-Hotel mit gehobenem Standard“ bauen. Das Unternehmen ist laut eigenen Angaben seit 1996 auf dem Hotelmarkt. Es führt mittlerweile 14 Hotels und eine Kette von Seniorenheimen in ganz Deutschland. Klaus Meiser, dem Projektleiter der Victors Gruppe, spricht von zwei Baukörpern: Im ersten vier- bis fünfgeschossigen Gebäudeteil soll ein Tagungs- und Tourismushotel mit etwa 100 Zimmern im Viersterne-Standard Platz finden. Es soll über drei verbindbare Konferenzräume mit insgesamt 300 Plätzen verfügen. Neben Geschäftsleuten sollen auch Touristen das Hotel nutzen können. Diese sollen hier unter anderem eine Ausstattung für Elektromobilität vorfinden.

Ausgangspunkt für Wanderer

St. Ingbert braucht dringend Hotelkapazität“, meint Markus Schmitt, Beigeordneter für nachhaltige Stadtentwicklung. „In letzter Zeit haben sich viele große Firmen in St. Ingbert angesiedelt, die immer wieder Hotel- und Tagungsräume benötigen. Außerdem sind wir damit als Biosphärenstadt ein idealer Ausgangspunkt für Wanderer, Radfahrer und alle Menschen, die Erholung suchen.“

Die sollen die Hotelgäste dann in der gesamten Region finden, aber auch direkt vor der Haustür in der grünen Lunge von St. Ingbert: In der Gustav-Clauss-Anlage, in der sich morgens Yoga- und Qi-Gong-Gruppen treffen. Im zweiten Teil des Komplexes, der ebenfalls vier bis fünf Stockwerke hoch sein soll, sollen etwa 64 Wohnungen gebaut werden – alle werden barrierefrei und teilweise rollstuhl-gerecht geplant. Laut Forderung der Stadt sind rund zehn Prozent als geförderter Wohnraum vorgesehen. Damit soll das neue Gebäude auch zu einem kleinen Teil der Wohnungsknappheit in St. Ingbert entgegenwirken.

Tiefgarage mit 81 Plätzen

Die beiden Gebäudeteile werden durch einen eingeschossigen, transparenten Mittelteil miteinander verbunden, der den Blick zum Park freigeben soll. „Hier richten wir ein Restaurant für Bewohner, Hotelgäste und die St. Ingberter ein“, sagt Klaus Meiser. Zum Gustav-Clauss-Park hin werde außerdem ein Biergarten geplant. Der niedrige Gebäudeteil diene zudem als „Frischluftschneise zwischen Park und Innenstadt“.

Im Untergeschoss des gesamten Komplexes soll eine Tiefgarage mit etwa 81 Autostellflächen entstehen. Die Möglichkeit einer Photovoltaikanlage werde derzeit noch geprüft, sagt der Architekt Markus Walter. Er plant, dass das Gebäude mit Grünanlagen umgeben sein wird, „wobei der Erhalt alten Baumbestands Vorrang hat“, so Walter.

Mit Erdbohrungen wird der Bauuntergrund erkundet.
Mit Erdbohrungen wird der Bauuntergrund erkundet.
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