Homburg / Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel „Aktion Eichelhäher“ bis Ende November in saarländischen Wäldern

Diese Sammelstelle für Eicheln befindet sich auf dem Parkplatz neben dem Kletterpark am Jägersburger Weiher.
Diese Sammelstelle für Eicheln befindet sich auf dem Parkplatz neben dem Kletterpark am Jägersburger Weiher.

Fleißig sammelt der Eichelhäher im Wald Eicheln und versteckt sie für seinen Wintervorrat. Viele dieser Verstecke vergisster später wieder: So sorgt er dafür, dass im Wald immer wieder neue Bäume nachwachsen. Damit die Wälder sich verjüngen können, sollen es die Saarländer jetzt dem Eichelhäher gleichtun: So wird man beim Spazierengehen zum Naturschützer.

Der Saarforst, ein Landesbetrieb des Saarlandes, hat die „Aktion Eichelhäher“ ins Leben gerufen. „Hier können die Leute aktiv beim Verjüngen des Waldes mithelfen“, erläutert Ingrid Schmiedel vom Saarforst. Dessen Eichelhäher-Initiative sei die Herbstaktion 2020, die erste ihrer Art. „Wir bitten die Leute, beim Wandern oder Spazierengehen im Wald die Augen offenzuhalten und die Eicheln aufzusammeln, die am Boden liegen.“

Über das gesamte Saarland verteilt, hat der Saarforst-Landesbetrieb elf Stationen an ausgewählten Stellen im Wald eingerichtet. Schmiedel: „Dort sind nicht nur besonders viele Eicheln zu finden. Wir haben dort auch Eimer zum Ausleihen aufgestellt, es gibt QR-Codes mit Informationen zur Aktion und jeweils einen großen Sammelbehälter für die Eicheln.“

Der Saarforst nutzt die eingesammelten Baumfrüchte für die Wieder-Aussaat auf Freiflächen im Wald. Denn inzwischen gibt es zu viele solcher kahlen Stellen, weil zahlreiche Fichten in den vergangenen Jahren dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sind. Auf den Freiflächen harken die Waldarbeiter die angelieferten Eicheln im Boden unter und helfen dem Baumbestand damit auf die Sprünge.

Eicheln aus dem eigenen Garten sind tabu

„Die Aktion stößt auf viel Interesse und rege Teilnahme“, freut sich Ingrid Schmiedel. Allerdings müsse der Saarforst den freiwilligen Helfern immer wieder mal auch eine Absage erteilen: „Leider können die Leute nicht bei sich daheim im Garten, im Stadtpark oder auf dem Friedhof einfach die Eicheln auflesen und dann zu den Sammelstellen im Wald bringen.“ Die Fachfrau verweist auf das Forstliche Vermehrungsgut-Gesetz: „Es geht halt nicht, dass man in Merzig oder Zweibrücken Eicheln aufsammelt und sie dann in Saarbrücken in den Wald schmeißt.“ Denn die Baumfrüchte sollen möglichst in ihrer unmittelbaren Umgebung für das Wachstum neuer Eichen sorgen. Zu diesem Zweck hat der Saarforst an den elf Sammelstellen die Eimer vorbereitet. „Die werden von unseren Waldarbeitern alle zwei, drei Tage geleert und dann in der Nähe des Sammelorts zum Nachpflanzen genutzt.“

Stationen werden Ende November abgebaut

Mitte Oktober hat der Landesbetrieb in den Wäldern die Sammelpunkte mit den Eimern in den Wäldern eingerichtet. In der letzten Novemberwoche werden sie nach Ingrid Schmiedels Worten wieder abgebaut.

„Sinn der Sache ist es, dass wir immer wieder von Spaziergängern gefragt werden, ob sie auf ihren Ausflügen der Natur unterwegs ein bisschen helfen können. Zum Beispiel konnten wir im Sommer zwölf Familien an verschiedene Forstreviere vermitteln, wo sie kleine freiwillige Dienste übernehmen. Etwa beim Ausreißen von Brombeerhecken oder beim Entfernen von Adlerfarn.“ Jetzt, im Herbst, seien die Wälder voll mit natürlichem Saatgut. „Da sind wir auf die Idee für die ,Aktion Eichelhäher’ gekommen“, sagt Ingrid Schmiedel.

Sammelstationen

  • Bexbach/Homburg: Parkplatz am Kletterpark in Jägersburg, Parkplatz Blumengarten, Waldparkplatz zwischen Kleinottweiler und Jägersburg an der B 423
  • Neunkirchen-Furpach: Kirkeler Straße zwischen Neunkirchen und vor dem Hofgut Menschenhaus am Waldparkplatz, am ehemaligen Naturfreibad, Waldstraße gegenüber Waldschenke „Waldeslust“ in Richtung Wellesweiler nach 30 Metern im Eichenwald
  • Ottweiler: Sportplatz am Eingang Steinbachpfad, Waldparkplatz hinter dem Sportplatz in Ottweiler-Stennweiler
  • St. Ingbert: Waldeingang am Parkplatz an der Spieser Landstraße, Waldeingang am Erlenweg in St. Ingbert
  • Regionalparkrevier Friedrichsthal: Waldparkplatz am Waldeingang Lilienstraße, L 129 zwischen Heiligenwald und Merchweiler am Waldparkplatz „Fünf Fingersteig“ (Kreuzung L 296)
  • Saarbrücken: Scheidterberg bei Klarenthal: Waldeingang Obere Kreisstraße. Saarbrücken-St. Arnual: Parkplatz am Ende der Sonnenbergstraße, Waldeingang am Abenteuerspielplatz Eschberg
  • Quierschied: Prozessschutzrevier (Verschiedene Waldeingänge in Quierschied und Fischbach, L 247 Zugänge Hölzerbach am Hohlenstein)
  • Tholey: Tholey-Selbach: am Waldparkplatz. L 3030 Dirmingen-Tholey: Waldparkplatz Höhe Münchbornerhof)
  • Eppelborn-Dirmingen: Waldweg von der L 112 (Lebacher Straße) bergauf zu erreichen. Waldeingang Urexweiler am Ende der Friedhofstraße)
  • Lebach: Waldparkplatz Hoxberg an der L 142 Lebach - Saarwellingen, Abzweig Falscheid. Waldparkplatz Lauftreff an der B 268 auf Tanneck. Renges-Parkplatz auf dem „Horst“ in Schmelz
  • Wadern: Am Ende der Buttnicher Straße bei Buttnich-Dagstuhl. L 149 Wadern-Buweiler am „Dicken Stein“, Nunkirchen: Weiskircher Straße, Waldeingang hinter der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Saarland
Der Eichelhäher ist Namensgeber der Aktion.
Der Eichelhäher ist Namensgeber der Aktion.
x