Homburg / Mandelbachtal / Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel 700 Unwetter-Einsätze: Von geretteten Kühen und Glück im Unglück

Allein zu 43 Unwettereinsätzen rückte die Feuerwehr im Stadtgebiet Homburg aus. Ein Feuerwehrmann versucht gerade, eine überflut
Allein zu 43 Unwettereinsätzen rückte die Feuerwehr im Stadtgebiet Homburg aus. Ein Feuerwehrmann versucht gerade, eine überflutete Straße von den Wassermassen zu befreien.

Überschwemmte Keller, überflutete Straßen, und ein über die Ufer tretender Fluss: Das Unwetter in der Nacht auf Samstag sorgte für mehr als 700 Feuerwehreinsätze. In Homburg und dem Mandelbachtal hatten die Menschen aber Glück im Unglück. Und die Tiere.

Wie so oft in den letzten Wochen, folgte am Freitag und Samstag auf die extreme schwüle Hitze ein paar Stunden später auch extremer Regen. Der hat für mehr als 700 Feuerwehreinsätze im ganzen Saarland gesorgt, wie das Saar-Innenministerium berichtet.

In Homburg, dem Mandelbachtal und dem gesamten Saarpfalz-Kreis hatten die Menschen Glück im Unglück: Niemand wurde verletzt, jedoch liefen bei Dutzenden Menschen die Keller voll. Zudem überfluteten die Wassermassen viele Straßen. Unfälle waren deshalb aber nicht passiert. Am Freitagabend musste die Feuerwehr allein im Stadtgebiet Homburg 43 Mal ausrücken, um Keller abzupumpen, sagt Wehrführer Peter Nashan der RHEINPFALZ am Montagnachmittag. Im direkt an Zweibrücken angrenzenden Homburger Stadtteil Einöd sei die Feuerwehr nicht gerufen worden, berichtet Nashan. Auch in Blieskastel musste der Wehrführer aushelfen. Auch hier hatten die Wassermassen etliche Keller überflutet. Rund 40 Liter Regen pro Quadratmeter wurden im Bliesgau gemessen – und das innerhalb weniger Minuten.

Im gesamten Saarpfalz-Kreis kam es nur zu Wasserschäden in Privathäusern, teilen Peter Nashan und ein Polizeisprecher übereinstimmend mit. Da nicht die Feuerwehr, sondern die Versicherungen der betroffenen Privatpersonen dafür zuständig sind, kann Nashan nicht sagen, wie hoch die Schäden genau sind. Städtische Gebäude seien weder in Homburg noch in Blieskastel beschädigt worden.

Feuerwehr rettet auch Kühe im Stall

Von einem kuriosen Fall berichtet Peter Nashan ebenfalls: In Blieskastel-Aßweiler haben Kühe eines Landwirts in ihrem Stall 30 bis 40 Zentimeter tief im Wasser gestanden. Die Feuerwehrleute haben die Tiere gerettet. Auch der Aldi-Parkplatz in Aßweiler habe unter Wasser gestanden.

Am stärksten vom Unwetter betroffen war der Regionalverband Saarbrücken. Dort wurden die Rettungskräfte zu 253 witterungsbedingten Einsätzen gerufen. Einem Ministeriumssprecher zufolge gab es vor allem überflutete Keller und umgestürzte Bäume.

Feuerwehr: „Wahre Flut an Einsätzen“

An der A8 bei Neunkirchen-Oberstadt rutschte an der Zufahrt zu einem Campingplatz ein Teil der Böschung ab. Verletzt wurde niemand. In Richtung Zweibrücken wurde zwischen den Anschlussstellen Neunkirchen-Oberstadt und Neunkirchen-Kohlhof ein Fahrstreifen gesperrt.

In Neunkirchen musste die Freiwillige Feuerwehr über 60 Mal ausrücken, wie sie mitteilte. Auch das Technische Hilfswerk (THW) war mit dabei. „Was mit einer beschaulichen Zahl an Einsatzstellen begann, entwickelte sich binnen einer halben Stunde zu einer wahren Flut an Einsätzen in den Stadtteilen Furpach, Kohlhof und Ludwigsthal sowie einem Teilbereich der Innenstadt, während die anderen Stadtteile weitgehend verschont blieben“, berichtete die Feuerwehr der Kreisstadt.

Der Würzbach trat über die Ufer

In St. Ingbert waren es am Freitagabend zwar nur rund 16 Liter Regen pro Quadratmeter – aber im Stadtteil Oberwürzbach war der Würzbach rasant angestiegen. Das Wasser stieg von 13 Zentimeter auf über einen Meter an, was zur Folge hatte, dass der Bach schließlich über die Ufer trat und Gärten und Keller überflutete. Betroffen waren laut dem Stadt- und Feuerwehrsprecher St. Ingbert Florian Jung die Tal- und Hauptstraße. Bis zum späten Freitagabend verzeichnete die Feuerwehr in St. Ingbert 36 Einsätze, die meisten davon im Stadtteil Oberwürzbach. 80 Rettungskräfte seien im Einsatz gewesen, berichtet Jung.

Im Regionalverband Saarbrücken war die Feuerwehr über 250 Mal gefordert. Unser Foto zeigt die überflutete Ortszufahrt in Gerswei
Im Regionalverband Saarbrücken war die Feuerwehr über 250 Mal gefordert. Unser Foto zeigt die überflutete Ortszufahrt in Gersweiler bei Saarbrücken. Dort war die Gersweiler Brücke für längere Zeit blockiert.
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