Neunkirchen / Saarpfalz-Kreis
136 Millionen für sechs Kilometer: Ausbau der A8 startet im März
Die Autobahn 8 zwischen Neunkirchen-Oberstadt und dem Autobahnkreuz Neunkirchen wird auf rund sechseinhalb Kilometer Strecke saniert. An einigen Stellen wird sie auch verbreitert; 16 Brücken werden erneuert oder abgerissen. Mit dem Ende wird erst 2031 gerechnet.
Der Ausbau soll 136 Millionen Euro kosten und betrifft viele Autofahrer. Denn die A8 ist eine überregionale Fernautobahn, eine wichtige Ost-West-Verbindung, heißt es seitens der Autobahn GmbH. Sie ist nicht nur wichtig für den Verkehr zwischen Pirmasens und Karlsruhe. Im Saarland münden auch die A1 und A6 auf die Strecke. Außerdem führt sie den überregionalen Durchgangsverkehr um Saarbrücken herum. Deshalb müssen Autofahrer, die von Zweibrücken nach Neunkirchen möchten, mit Staus und Sperrungen rechnen.
Jeden Tag insgesamt 88.000 Autos auf den betroffenen Passagen
Täglich bewegen sich nach Auskunft von Pressesprecher Klaus Kosok rund 38.000 Fahrzeuge zwischen den Anschlussstellen Neunkirchen-Oberstadt und Neunkirchen-Wellesweiler. Rund 50.000 sind es zwischen den Anschlussstellen Neunkirchen-Kohlhof und dem Autobahnkreuz Neunkirchen. „Eine für saarländische Verhältnisse sehr hohe Verkehrsdichte“, betont er. Und voraussichtlich wird diese Zahl noch steigen. „Wir gehen davon aus, dass 2030 etwa 53.300 Fahrzeuge hier unterwegs sein werden. Darunter 20 Prozent Schwerlastverkehr.“
Strecke soll zukunftsfähig werden – und breiter
Nun sollen Voraussetzungen geschaffen werden, um die Situation für die Verkehrsteilnehmer zu verbessern und die gesamte Strecke zukunftsfähig zu machen. Wie ist der Stand? Die Autobahn weist derzeit vier Streifen aus, allerdings nicht überall mit der gleichen Breite. Diese rangiert zwischen acht Metern auf Brücken und bis zu 11,70 Metern auf freien Strecken, erreicht sogar 12,50 Meter in Ein- und Ausfahrtsbereichen. Standstreifen sind nicht durchgängig zu finden und mitunter zu schmal. Das soll sich ändern: Die Fahrbahn wird künftig generell zwölf Meter breit sein. Die Anschlussstellen Neunkirchen-Oberstadt, Wellesweiler und Kohlhof bleiben erhalten und werden an den Streckenausbau angepasst.
Bemängelt wird auch der Zustand der Fahrbahnen. Wie Kosok erklärt, wurden sie zwar regelmäßig saniert und die Deckschichten instandgehalten. Aber diese Eingriffe lösten nicht das „Problem des unterdimensionierten Aufbaus“. Die neue Fahrbahnoberfläche soll besser und griffiger werden, kündigt Kosok an. Auf den durchgehenden Standstreifen auf beiden Seiten können defekte Autos sowie Pannen-, Hilfs- und Baustellenfahrzeuge abgestellt werden. Stahlschutzplanken und Betonschutzwände erhöhen zusätzlich die Sicherheit. Um das Wasser bei Starkregen rasch von den Fahrbahnen zu bekommen, wird es in Regenrückhaltebecken abgeleitet. Die bestehenden werden saniert, zwei neue kommen dazu.
Es geht auch um die Brücken
Aber nicht nur die Straßen, auch neun Brücken werden durch neue ersetzt, zwei werden komplett frisch gebaut und zwei abgerissen. Sie werden laut Kosok durch den Schwerlastverkehr stark belastet. Das Problem betreffe bundesweit viele Brücken, die in den 1960er- und 70er-Jahren gebaut wurden. Zwei Unterführungen werden ebenfalls entfernt und durch neue Verbindungswege ersetzt. Auch die Lärmschutzwände werden erneuert.
Gebaut wird in verschiedenen Abschnitten. Der erste Bauabschnitt hat eine Länge von etwa zwei Kilometern und umfasst den Bereich zwischen der Anschlussstelle Neunkirchen-Oberstadt bis zur Höhe von Furpach. In diesem Abschnitt liegen die Kasbruchtalbrücke und die knapp 129 Meter lange Landertalbrücke, die beide neu errichtet werden. Bis Ende 2027 soll dieser Abschnitt fertig sein. Der zweite Bauabschnitt von Furpach bis Kohlhof und der dritte von Kohlhof bis zum Autobahnkreuz Neunkirchen möchte man in den Jahren 2028 bis 2031 angehen.
Flächen wurden schon gerodet
Die Vorbereitungen für den ersten Bauabschnitt laufen schon seit einem Jahr. Deshalb wurden schon neben der Kasbruchtalbrücke Flächen gerodet und im Bereich der Landertalbrücke Leitungen verlegt.
Im Frühjahr soll nun eine Baustraße installiert werden. Den genauen Termin kann Kosok noch nicht nennen. Sicher ist, dass in der Bauphase die Landesstraße 114 im Kreuzungsbereich Kasbruchtal „geringfügig verlegt werden muss“. Komplett gesperrt werden soll die Strecke aber nicht. „Wir wollen die Einschränkungen für die Autofahrer sowohl auf der Autobahn als auch auf den Landstraßen möglichst gering halten“, betont er. Sollten Vollsperrungen notwendig werden, werde auf jeden Fall eine Umleitung eingerichtet. „Und darüber werden wir rechtzeitig informieren.“
Auch Fledermäuse und Haselmäuse von Ausbau betroffen
Kosok verhehlt nicht, dass mit dem Ausbau der Autobahn erhebliche „Eingriffe in die Natur und Landschaft verbunden sind“. Die Autobahn GmbH tut aber auch was dagegen: Schon vor fünf Jahren hat sie 80 Fledermauskästen im angrenzenden Forst angebracht. „So konnten sich die Tiere an ihre Ersatzquartiere gewöhnen“, sagt Kosok. Es werde jährlich geprüft, ob sie ihre neue Behausung annehmen.
Haselmäuse, die im Bereich des ersten Bauabschnitts lebten, wurden bereits zwischen Juni und November 2022 eingesammelt und umgesiedelt. Die Wurzeln der bereits gefällten Bäume werden aber erst im Mai ausgegraben, wenn die letzten Haselmäuse ihr Winterquartier verlassen und in andere Baumbestände abgewandert sind. Schutzzäune sollen verhindern, dass Amphibien und Reptilien auf die Baufelder gelangen.
Während sämtlicher Bauphasen „wird eine Umweltbaubegleitung der technischen Bauüberwachung zur Seite stehen“, betont Kosok. Wegen dieses Aufwands brauche der Ausbau der A8 seine Zeit. Wenn es ab März richtig losgeht mit dem Ausbau, wird die Autobahn GmbH die Bevölkerung noch mal separat informieren.