Rhein-Pfalz Kreis Zweite Verkehrsachse verzögert sich

Dannstadt-Schauernheim. Die Anwohner der Hauptstraße im Ortsteil Dannstadt beklagen seit Jahren die Belastung durch den Schwerlastverkehr. Abhilfe soll unter anderem eine zweite Verkehrsachse bringen. Sie verläuft grob geschildert vom Münchhof im Süden durch das Gewerbegebiet im Osten bis zum sogenannten Aldi-Kreisel. Auf dem Weg zum und vom Pfalzmarkt müssten Lieferanten dann nicht mehr über Hauptstraße und Ampelkreuzung fahren (wir berichteten mehrfach). Die Erschließungskosten werden auf sieben bis acht Millionen Euro geschätzt. Die Baugenehmigung liegt vor. Nur der vom Land angekündigte Zuschuss über 880.000 Euro fehlt nach wie vor. Dass nichts passiert, stört vor allem die Mitglieder von Bürgerwille. Der Verein hat sich dem Ziel verschrieben, den Schwerlastverkehr im Dorf zu verringern. Vor diesem Hintergrund haben die Vorsitzenden vor Kurzem bei einem neuerlichen Treffen mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim, Stefan Veth (CDU), nachgehakt, weshalb sich an der Zuschusssituation seit Monaten nichts ändert. Die Erklärung des Verwaltungschefs: Der Landesrechnungshof habe den Zuschuss bemängelt. „Er hält ihn aus verschiedenen Gründen nicht für gerechtfertigt. Daher gilt es nun, das argumentativ abzuarbeiten. Die Verhandlungen laufen“, erklärt er gegenüber der RHEINPFALZ. Ortsbürgermeister Bernd Fey (CDU) ergänzt, die Kommune wolle ihre Argumente mit Zahlen untermauern. „Damit wir den Zuschuss bekommen und endlich loslegen können“, sagt er. Dazu habe die Verwaltung den Auftrag bekommen, von Experten eine Verkehrszählung vornehmen zu lassen. Im November wurden die Ergebnisse dieser Untersuchung mündlich vorgestellt, die schriftliche Auswertung liegt im Rathaus laut Veth noch nicht vor. Sobald das Gutachten eintrifft, werde es dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Koblenz zugeleitet, der sich mit der Genehmigung des Zuschusses befassen werde. „Bevor hier keine Abstimmung stattgefunden hat, kann ich dazu keine Angaben machen“, sagt er. Eine weitere Baustelle in Sachen Verkehrsentlastung: die Verlegung der Kreisstraße 22 von der Böhler Straße auf eine Trasse außerhalb des Dorfs beim Münchhof. Dort haben sich jedoch nach offizieller Darstellung vor allem zwei Schwierigkeiten ergeben: eine Wasserhauptleitung auf der geplanten Route und das Vorkommen der Haubenlerche. Diese streng geschützte Vogelart wurde in Hochdorf-Assenheim ebenfalls gefunden. Dort soll eine Umgehungsstraße um den Ortsteil Assenheim entstehen, über die künftig die Kreisstraße 19 nach Rödersheim-Gronau führt. Die Bürgerwille-Vorsitzenden Volker Bolz und Gunter Defren weisen in diesem Zusammenhang auf einen Radiobeitrag hin, demzufolge die Haubenlerche im benachbarten Hochdorf-Assenheim recht bald umgesiedelt werden könnte. „Uns interessiert, weshalb das dort geht und bei uns an der K 22 nicht“, wundern sie sich. Um die beiden Kreisstraßenprojekte kümmert sich im Auftrag des Rhein-Pfalz-Kreises der Landesbetrieb Mobilität in Speyer. Die RHEINPFALZ hat bei Leiter Kurt Ertel nachgefragt. Der ist vom Inhalt des Radiobeitrags überrascht und gibt an, nichts von einer baldigen Umsiedlung zu wissen. Allerdings lasse sich die Haubenlerche theoretisch umsiedeln. Die Chancen hierfür stünden in Hochdorf-Assenheim besser, da sich dort in der Nähe der geplanten Umgehung ein passendes Gebiet befinde. Das bedeute aber nicht zwangsläufig, dass der Vogel das neue Zuhause annehme. „Das alles bezieht sich auf den derzeitigen Arbeits- und Planungsstand.“ Bürgerwille fordert einen Runden Tisch mit Gemeindevertretern, K-22-Anliegern, Landwirten und der Polizei. „Die Frage ist, was dabei herauskommen soll. Überzeugungsarbeit für die Verkehrsentlastung müssen wir wohl nicht mehr leisten“, kommentiert Veth das Ansinnen. Festzuhalten bleibt: In Dannstadt-Schauernheim werden vorerst keine Entlastungsstraßen gebaut.