Maxdorf RHEINPFALZ Plus Artikel Zwei zentrale Häuser und ein Jubiläum

Das Rathaus in Maxdorf ist in die Jahre gekommen. Vor allem der Brandschutz entspricht nicht mehr neuesten Standards. Doch was i
Das Rathaus in Maxdorf ist in die Jahre gekommen. Vor allem der Brandschutz entspricht nicht mehr neuesten Standards. Doch was ist die bessere Alternative: Sanierung plus Erweiterung oder Neubau?

Zwei Projekte beschäftigen die Verbandsgemeinde Maxdorf. Und das werden sie wohl auch noch weitere Jahre tun. Denn so schnell ist eben weder ein neues Feuerwehrgerätehaus noch ein Rathaus gebaut. Wobei bei letzterem noch eine Alternative im Raum steht. Da tritt der 50. Geburtstag, den die Verbandsgemeinde 2022 gefeiert hat, glatt in den Hintergrund.

Wenn es um die Zukunft seines Dienstzimmers geht, dann entdeckt Maxdorfs Bürgermeister Paul Poje durchaus Parallelen zu seinem christdemokratischen Parteifreund, Landrat Clemens Körner: „Ich habe in der RHEINPFALZ gelesen, dass er nicht mehr damit rechnet, noch sein Büro im neuen Kreishaus zu beziehen.“ Und auch bei Poje selbst werde es mit ziemlicher Sicherheit nichts mehr mit dem Büro im neuen oder sanierten und erweiterten Rathaus der Verbandsgemeinde Maxdorf.

„Wir sind noch in der Diskussion mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier“, sagt Poje. Das Problem ist, dass nach derzeitigem Stand eine Sanierung samt Erweiterung wohl weniger bezuschusst werde als der Neubau eines Rathauses für die Verbandsgemeinde. „Wir sind noch in der Findungsphase. Die Frage ist, wie wir es dem Verbandsgemeinderat präsentieren“, sagt der Rathauschef deshalb.

Nachbarhaus gekauft

Eigentlich war die Verbandsgemeinde schon auf einem klaren Weg. Das Nachbarhaus ist bereits gekauft worden, das Gelände dort hätte dem Erweiterungsbau Platz bieten sollen. Fest steht ebenfalls, dass der Brandschutz im alten Rathaus in der Hauptstraße nicht mehr modernsten Ansprüchen genügt. Es besteht also Handlungsbedarf seitens der Verwaltung. Es sei aber nicht sinnvoll, mit einer Baustelle anzufangen und dann nach einem Viertel des Wegs festzustellen, dass es sich von den Zuschüssen her nicht lohnt, meint Poje. „Das ist dann auch schwierig den Bürgern zu vermitteln.“

Es sei daher naheliegend, darüber nachzudenken, was realistischer ist, sagt Poje. Falls es einen Neubau gibt, braucht die Verwaltung, zu der im Moment rund 50 Mitarbeiter gehören, ein Ausweichquartier. Der erste Gedanke seien Bürocontainer auf der freien Fläche gewesen, meint Poje. Doch das sei nicht unter einem siebenstelligen Betrag zu bekommen. Auch für einen Neubau rechnet der Rathauschef mit einem siebenstelligen Betrag. Ein weiterer offener Punkt: „Wir haben noch keine geeignete Fläche gefunden“, sagt Poje.

Erinnerung an die Schulzeit

Er könne sich auch mit einem Abriss und Neubau an gleicher Stelle arrangieren, sagt der 62-Jährige. „Da wären wir in bester Gesellschaft“, sagt er und erinnert sich an seine Zeit als Schüler des Carl-Bosch-Gymnasiums in der Ludwigshafener Jägerstraße. Damals habe er als Zwölftklässler den Bau des Rathauscenters in Ludwigshafen in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schule erlebt. „Und jetzt wird es abgerissen.“

Eine weitere Parallele zum Kreishaus: „Auch wir platzen mittlerweile aus allen Nähten“, sagt Poje. Und was ihn am meisten ärgert: „Wir haben keine Möglichkeit, im Rathaus eine vernünftige Ratssitzung abzuhalten.“ Die Folge: Die technische Ausstattung muss händisch an einem alternativen Ort aufgebaut werden, zum Beispiel in der Mehrzweckhalle in Fußgönheim.

Präsenzarbeit wichtig

Gegenstimmen seien zu hören, dass in Zeiten von mobilem Arbeiten nicht jeder ein Büro brauche, erzählt Poje. „Aber in einer Verwaltung ist Präsenzarbeit unerlässlich“, bekräftigt er, sieht die Verwaltung als Dienstleister. Fertig werde das neue Rathaus in den verbleibenden zweieinhalb Jahren seiner Amtszeit nicht mehr, so realistisch ist Paul Poje. „Aber die Grundsatzentscheidung soll fallen.“

Das trifft so auch auf das zweite große Projekt zu, das in der Verbandsgemeinde ansteht: das zentrale Feuerwehrgerätehaus. Da war die Verwaltung eigentlich schon einen Schritt weiter, hatte in Fußgönheim ein passendes Areal gefunden. „Aber das ist an den Forderungen der Eigentümer gescheitert“, erklärt der Bürgermeister. Auch da sei man nun am Recherchieren, ob man nicht ein anderes und vor allem billigeres Gelände ins Auge fassen könne. Sowohl für das neue Rathaus als auch für das Feuerwehrgerätehaus rechnet Poje jeweils mit einer Fläche von 10.000 Quadratmetern.

Projekt „Gerätehaus 2030“

„Gerätehaus 2030“ heiße das Projekt. Insofern ist sich der Christdemokrat sicher: „Ich werde es auf den Weg bringen.“ Und er betont: „Die Wehrleute werden bei der Planung mitgenommen.“ Heißt: Die Verwaltung will den Bedürfnissen der Floriansjünger Rechnung tragen.

Gut angekommen ist aus Sicht des Bürgermeisters das Feierwochenende zum 50-jährigen Bestehen der Verbandsgemeinde 2022. „Drei Tage, drei Orte, und jedes Fest war sehr gut besucht“, erinnert sich Poje. Jeder habe jedem geholfen. Doch das habe sich noch nicht auf alle Bereiche in der Verbandsgemeinde ausgedehnt. „Gemeinschaft heißt nicht nur zusammen feiern“, sagt der Rathauschef. Da müsse man auch das eine oder andere politische Thema gemeinsam anpacken.

Ein Beispiel dafür könnte die neue Kita in Birkenheide werden. Diese ist für die Ortsgemeinde finanziell kaum zu stemmen. Weshalb Ortsbürgermeisterin Juliane Popp die Idee ins Spiel gebracht hat, die Verbandsgemeinde könne doch der Träger sein. Die Krippenplätze in der Einrichtung kämen dann auch der gesamten Verbandsgemeinde zugute. „Da kann man unter Beweis stellen, dass man gewillt ist, in der Verbandsgemeinde Verantwortung zu übernehmen“, sagt Poje. Er selbst zeigt sich dem Projekt gegenüber aufgeschlossen.

Auch an der Verbandsgemeinde sind der Krieg in der Ukraine und die Energiekrise nicht spurlos vorübergegangen. Die Kämpfe in der Ukraine hätten ihn auch persönlich hart getroffen, sagt Poje. Aber er weiß: „Beeinflussen kann ich das nicht.“ Rund 30 Flüchtlinge seien derzeit in der Verbandsgemeinde untergebracht. Ein Teil davon noch in dem Haus, das auf dem Grundstück steht, wo ursprünglich der Erweiterungsbau des Rathauses hin sollte. So hat es am Ende noch sein Gutes, dass die Verbandsgemeinde da noch nicht weiter gekommen ist.

Die Serie und der Empfang

Was wurde 2022 alles erledigt, was steht 2023 an? Wir haben mit den Bürgermeistern im Rhein-Pfalz-Kreis gesprochen, ziehen mit ihnen Bilanz und blicken voraus. Der Neujahrsempfang der Verbandsgemeinde Maxdorf findet am Freitag, 13. Januar, 18.30 Uhr, in der Mensa des Lise-Meitner-Gymnasiums statt.

Paul Poje
Paul Poje
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