Rhein-Pfalz Kreis Zwangsverknüpft und häufig zu spät
BEINDERSHEIM/Frankenthal. Viermal pro Woche fährt Ingrid Geier aus Beindersheim mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihrer Arbeitsstelle in Mannheim und zurück. Ihr Problem: Der Bus, mit dem sie abends von Frankenthal aus nach Hause fährt, kommt oft zu spät oder fällt ganz aus. Bei der Deutschen Bahn, deren Unternehmen DB Regio Bus Südwest die Verbindung bedient, ist das Problem bekannt. Eine Lösung sei aber schwierig.
„Es macht keinen Spaß, wenn man bei Kälte, Schnee, Regen, Wind oder Hitze durchschnittlich zweimal pro Woche mindestens eine halbe Stunde dasteht“, sagt Geier verärgert. Eigentlich soll der Bus vom Frankenthaler Hauptbahnhof um 17.04 Uhr Richtung Kleinniedesheim abfahren. „Er ist aber ganz selten pünktlich“, berichtet die 48-Jährige. Eine andere Verbindung kommt für sie wegen ihrer Arbeitszeiten nicht infrage. Sie habe sich schon häufig bei Regio Bus beschwert, gebracht habe es allerdings nichts. Laut dem Unternehmen komme der Bus aus Ludwigshafen, und die häufige Verspätung sei dem hohen Verkehrsaufkommen rund um die BASF geschuldet, habe sie als Antwort erhalten. Eine Begründung, die ein Deutsche-Bahn-Sprecher auch auf RHEINPFALZ-Anfrage ausführt. „Das Problem ist bekannt“, sagt er. Der Grund für die Verspätung: Der Bus, der später die Strecke Frankenthal-Kleinniedesheim bedient, wird zuvor in Ludwigshafen eingesetzt. In der dortigen Brunckstraße muss er auf dem Weg nach Frankenthal Fahrgäste von der BASF aufnehmen. Hier liege das Problem, sagt der Sprecher: In der Brunckstraße gebe es eine Umsteigeverbindung, zudem liege dort eine „Zwangsverknüpfung“ vor, wie es im Bahnjargon heißt. Konkret bedeutet das: Der Bus muss warten, bis ein weiteres Fahrzeug mit Mitarbeitern der BASF ankommt, damit diese in den Frankenthaler Bus umsteigen können. „Auf diese Fahrgäste muss der Bus warten, weil der Anschluss gewährleistet werden muss“, erklärt der Sprecher die Bedeutung der „Zwangsverknüpfung“. Der Bus dürfe also bei Verspätung des anderen Fahrzeugs nicht einfach losfahren, um seinen eigenen Fahrplan einzuhalten, sondern müsse eben warten. Nun sei dieses andere Fahrzeug aber wegen des dichten Verkehrs und der Baustelle in der Brunckstraße sehr oft verspätet; diese wird seit August 2015 ausgebaut. Die Verspätung übertrage sich dann auf den Frankenthaler Bus. „Wenn Stau ist, ist Stau“, so der Sprecher. Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) und das Busunternehmen seien im intensiven Meinungsaustausch, um eine Lösung für das Problem zu finden. Auch das Ludwigshafener Ordnungsamt sei an den Gesprächen beteiligt. Wegen der Schichtzeiten der BASF-Mitarbeiter sei es nicht möglich, den oft verspäteten Bus einfach früher an dessen Startpunkt abfahren zu lassen. Eine (wenig praktikable) Lösung sei, den Frankenthaler Bus nicht mehr auf die Anschlussfahrgäste warten zu lassen. Allerdings verschiebe diese Lösung das Problem nur: „Dann stehen die Mitarbeiter der BASF in der Brunckstraße und kommen nicht weg“, so der Sprecher. Geprüft werde deshalb beispielsweise, den Bus in Frankenthal Richtung Kleinniedesheim generell später abfahren zu lassen. „Unsere Fahrplanexperten sind gefragt, eine Lösung zu finden, die für alle akzeptabel und tragbar ist“, betont der Bahnsprecher. Das sei jedoch nicht leicht. |hn