Rhein-Pfalz Kreis Zur Sache: Was die Geschäftsleute zum Umbau sagen

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Dass die Einzelhändler Umsatzeinbußen haben werden, das war vielen klar. Im Nachhinein empfanden einige der befragten Unternehmer die Beeinträchtigung größer als gedacht. Nun hoffen alle, dass die neue Ortsmitte mehr Kunden nach Mutterstadt lockt. Viele kritisieren die nicht immer aktuelle Beschilderung, wie zum Beispiel Thomas Nax vom Geschäft „Nax – lesen – schreiben – schenken“ in der Neustadter Straße. „Es war noch kein Spatenstich getan, da stand schon an den Ortseingängen das Schild ,Ortsdurchfahrt gesperrt’“, sagt Nax. Selbst als die Kreuzung zeitweise wieder von drei Seiten befahrbar war, sei die Beschilderung nicht geändert worden. „Man wollte wohl so den Lkw-Verkehr aus der Mitte raushalten, aber der Einzelhandel hat doch Priorität“, sagt Nax. Grundsätzlich sei er bereit gewesen, Einschränkungen hinzunehmen. Doch so habe er mehr Einbußen gehabt. Sein Fazit: „Die Ortskernsanierung ist super, aber meine Umsatzeinbußen ist sie nicht wert.“ Gut fand er, dass auf seine Anliegen während der Bauzeit schnell reagiert wurde. Bianca Rihm vom Geschäft „Cigart“ an der Ecke Speyerer/Ludwigshafener Straße hätte sich gewünscht, dass die Einzelhändler schon bei der Planung mit ins Boot geholt worden wären. Und, dass sie über Baumaßnahmen, die sie direkt betreffen, mit mehr Zeitvorlauf informiert worden wäre. „Da will man morgens in seinen Laden und steht plötzlich vor einem zwei Meter tiefen Loch“, erzählt sie. Auf etwa 30 Prozent schätzt Bianca Rihm ihre Umsatzeinbußen. Sie fände es gut, wenn die Gemeinde mit Werbemaßnahmen die Geschäftsleute nach dem Umbau unterstützt. Das habe die Verwaltung vor, informiert der Bürgermeister. Barbara Groß ist Geschäftsführerin der in Schifferstadt ansässigen Firma „Wilhelmis Brotkorb“. Sie betreibt in Mutterstadt das Café Elisabeth mit Bäckerei. Auch sie kritisiert die weiträumigen Absperrungen mit dem Schild „Anlieger frei“, das bis Montag noch stand, obwohl die Kreuzung bereits geöffnet war. Auch Groß musste rund 30 Prozent an Einbußen hinnehmen. Ihr gingen die Bauarbeiten nicht schnell genug voran. Sie hofft aber, dass das Café von der gewonnenen Freifläche profitiert. „Wenn es dann mal fertig ist, wird es schön“, sagt sie. Davon ist auch Ursula Willersin-Belzer, Inhaberin der Rathaus-Apotheke an der Ecke Neustadter/Oggersheimer Straße, überzeugt. „Ich bin froh, dass es eine Umgestaltung für die Bürger und nicht für die Autos geworden ist“, sagt sie. Die Lösung jetzt werde eine leichte Verkehrsberuhigung zur Folge haben, meint sie. „Ich bin begeistert von dem, was ich sehe.“ Ihre Umsatzeinbußen haben sich nach ihren Angaben in Grenzen gehalten: „Ich habe viele Stammkunden, die persönlich betreut werden möchten“, sagt sie. Lob hat sie auch für die Kommune, die sich „sehr angestrengt“ habe. Ein wirtschaftlicher Rückschlag war für Darius Radatz die Bauphase. Der Inhaber des Friseur-Geschäfts Velly in der Ludwigshafener Straße spricht von Umsatzeinbußen von bis zu 45 Prozent, die er nur dank zwei weiterer Filialen auffangen konnte. „So gesehen war es für mich eine Vollkatastrophe“, meint er. Problematisch war für ihn, dass sein Geschäft lange Zeit nicht gut zu Fuß erreichbar war. Viele Kunden würden sich zudem vor Ort nicht auskennen und würden von der momentanen Einbahnstraßen-Regelung abgeschreckt. Auch Esma Schneider, Besitzerin der Boutique „Outfit“ direkt neben dem Friseurladen, sieht in der Straßenführung ein Problem . Bei ihr überwiegt aber die Freude über die neue Ortsmitte. „So viel Arbeit wurde da reingesteckt, das wird sich lohnen“, meint sie. Für Tanja Frey ist mit der Teilöffnung der Ortsmitte die Durststrecke noch nicht vorbei. Der Inhaberin des Blumenladens im Herzen Mutterstadts haben die Vollsperrungen zu schaffen gemacht, die länger dauerten als geplant: „Das war heftig“, sagt sie. Dennoch habe sie das gut verkraftet, auch weil sie flexibles Personal habe. Ihr Fazit: „So, wie es jetzt ist, ist es in Ordnung. Es musste ja hier etwas geschehen“. Ihr steht noch der Umbau des Platzes direkt vor ihrem Geschäft bevor. Sie hofft, mit der Gemeinde eine Lösung zu finden, dass sie trotzdem ihre Ware präsentieren kann. |doo

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