Rhein-Pfalz Kreis Zur Sache: Standpunkte der weiteren Kandidaten zum Thema Verkehr

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Sie vertreten ihre Heimat seit 2001 beziehungsweise 2006 im Landtag – da wundert es nicht, dass sich im Wahlprogramm der Direktkandidaten Christian Baldauf (CDU) und Martin Haller (SPD) so ziemlich genau die Verkehrsprojekte finden, die den Bürgermeistern in der Region Frankenthal am Herzen liegen. Was aber sagen die Kandidaten der anderen Parteien zu diesem Thema? Die schriftliche Frage der RHEINPFALZ an sie lautete: Welche Straßenprojekte im Wahlkreis Frankenthal muss das Land in den nächsten fünf Jahren in der Region unbedingt angehen und von welchen sollte man die Finger lassen? Eric Tschöp (Bündnis 90/Die Grünen) lehnt Straßenneubauten grundsätzlich ab, denn das Geld reiche ohnehin kaum aus, um das dichte Straßennetz im Land zu erhalten. Ortsumgehungen brächten in der Regel wegen des verbleibenden Binnenverkehrs nur wenig Entlastung (auch in schalltechnischer Hinsicht) und erzeugten mittelfristig noch mehr Verkehr. Alternativen sind für Tschöp die Verlagerung des Gütertransports auf die Schiene, die Stärkung des ÖPNV, akustische Verbesserung des Straßenbelags, Tempolimits und lärmarme Reifen. „Konkrete Projekte, die vor diesem Hintergrund überflüssig sind, sind die Umgehung Bobenheim-Roxheims und der geplante Kreisverkehr am Gewerbegebiet Am Römig, wenn Römig III und IV nicht verwirklicht werden“, schreibt der Kandidat. Der sechsspurige Ausbau der A 61 werde mittelfristig mehr Verkehr anziehen und deshalb mehr Lärm bringen. Für sinnvoll halten Tschöp und seine Partei folgende Verkehrsprojekte: Radwege zwischen Eppstein und L 527 sowie parallel zur Umgehung Lambsheim, Sanierung bestehender Verkehrswege unter Verwendung lärmarmer Beläge, Geschwindigkeitsreduzierung im Studernheimer Weg in Frankenthal. Eher allgemein beantwortet Karin Huth (FDP) die Frage. Sie zeigt den Zusammenhang zwischen Mobilität, Freiheit, Bildung, Arbeitsplätzen, Freizeit- und Versorgungsmöglichkeiten auf und kritisiert die aktuelle Landesregierung: Sie habe viele Kosten auf die Kommunen abgewälzt, sodass sich diese nicht mehr eigenständig um den Erhalt von Straßen und Radwegen kümmern könnten. „Es reicht daher nicht, wenn die Landesregierung einzelne Baumaßnahmen im kommunalen Bereich unterstützt. Über Brücken soll man fahren und nicht reden, dies gilt insbesondere für Frankenthal mit seiner Lage am Rhein. Mit 100 Millionen Euro jährlich wird die FDP die Lebensadern unseres Landes stärken.“ David Schwarzendahl (Die Linke) hält das Verkehrskonzept Rheinland-Pfalz für gescheitert, es müsse von Grund auf überarbeitet werden. Er schreibt von „betoniertem Individualverkehr“ und „Flickschusterei“. Die Infrastruktur sei auf Kosten der Autofahrer kaputt gespart worden. Investitionen wie die Heßheimer Umgehungsstraße seien richtig gewesen, doch nun müssten die Bürger „an einem verkehrspolitisch integrativen Gesamtkonzept für unsere Region mit Anschluss an den Rhein-Neckar Raum“ beteiligt werden. Das Radwegenetz ist für Schwarzendahl ein „wichtiges Investitionsobjekt“. Außerdem: „Wir werden uns mit der enormen Verkehrsbelastung der Menschen in Eppstein und Flomersheim durch das Industrieprojekt ,Römig’ auseinandersetzen müssen sowie mit der Umgehungsstraße für Bobenheim-Roxheim.“ German Bachert (AfD) schreibt, dass in Frankenthal mehr für die Sicherheit von Fahrradfahrern getan werden müsse. Das „Fahrradnetzwerk“ sei „nicht durchgängig genug“, besonders an Unterführungen wie am Bahnhof, wo Radfahrer durch Lastwagen sehr gefährdet seien. Bachert bemängelt die Ampelschaltungen in der Stadt, die den Verkehrsfluss behinderten sowie mehr Abgase und Feinstaub verursachten. Für sinnvoll hält er den Bau einer Umgehungsstraße in Bobenheim-Roxheim. Silvia Wolf-Scholz (Alfa) lobt den Bau der Lambsheimer Umgehungsstraße und will die Ausbesserung/Erneuerung sämtlicher Nebenstraßen zur Frankenthaler Innenstadt sowie der Mörscher Straße in zukünftige Planungen aufnehmen. „Des Weiteren müssen die Verbindungen von Frankenthal nach Mannheim überprüft werden, da vermehrt Ausweichverkehr bei Beginn der Abrissarbeiten der Hochstraße Nord in Ludwigshafen zu erwarten sind.“ Ein Anliegen ist ihr die Sicherheit der Radfahrer. Topografisch habe Frankenthal ideale Voraussetzungen für eine umwelt- und touristenfreundliche Radfahrerstadt und müsse entsprechend sicher gestaltet werden. Außerdem sei „die Parkraumsituation in der Innenstadt so zu lösen, dass auch Ortsfremde stressfrei Parkraum finden“. (ww/Fotos: Archiv Bolte (2), privat)

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