Rhein-Pfalz Kreis Zum Geburtstag gibt’s süßen Gänsefuß

Rühren, ausrollen, kneten – Eszter Becker backt gerne. Zum Beispiel Torten mit Fondant, aber auch einfache Rührkuchen.
Rühren, ausrollen, kneten – Eszter Becker backt gerne. Zum Beispiel Torten mit Fondant, aber auch einfache Rührkuchen.

«Schifferstadt.»Eszter Becker mag Kuchen. Auf dem Teller und im Ofen. Mindestens einmal pro Woche steht die Schifferstadterin in der Küche und backt. Von den ungarischen Rezepten ihrer Mutter und Großmutter lässt sie vorerst noch die Finger. Bei der neuen Fernsehsendung „Hauptsache süß“ ist sie mit einem klassischen Schokoladenkuchen angetreten.

Es duftet nach Plätzchen. „Sie sind noch heiß“, erklärt Eszter Becker ihrer vierjährigen Tochter Nele, die sich mit einer Banane begnügen muss, während ihre Mutter von ihrem Hobby erzählt, dem Backen. Becker zeigt Bilder von zweistöckigen Torten, die sie mit Fondant überzogen und verziert hat. Auf einer thront ein Einhorn, die andere ist der Rock einer Puppe, blau-glänzend und mit Eiskristallen verziert. So wie es bei der Disney-Vorlage der Eisprinzessin Elsa sein soll. Die Kuchen sehen klasse aus. Dabei ist Eszter Becker Back-Neuling. Als ihre Tochter Zoe (11) im Kindergarten war, konnte die junge Mutter nur Kuchen aus Backmischungen vorweisen, erzählt sie. „Ich habe mir geschworen, dass ich, sollte ich ein zweites Kind bekommen, das Backen übe.“ Ihr Versprechen an sich selbst hat die 41-Jährige gehalten. Verzierte Torten, Hefekuchen, Plätzchen oder auch Brottorten backt sie mittlerweile. Nur an die heimischen, die ungarischen Rezepte traut sie sich noch nicht ran. „Meine Großmutter war und meine Mutter ist eine fantastische Bäckerin“, sagt Eszter Becker. „An Weihnachten macht meine Mutter immer eine Art Mohnstriezel. Das ist ein Stück Erinnerung und Kindheit für mich.“ Genauso wie Lúdláb, was übersetzt so viel wie Gänsefuß heißt. Der Kuchen besteht aus Biskuit mit Schokocreme und Kuvertüre. „Den macht meine Mutter mir immer zum Geburtstag.“ Vor 25 Jahren ist die gebürtige Ungarin in die Pfalz gekommen. Nach Stationen in Speyer und Dudenhofen lebt sie seit 2003 in Schifferstadt. An ihre Heimat Budapest erinnert sie ein altes Holzbrett, das sie oft in der Küche nutzt. Darauf hat schon ihre Großmutter gebacken. Eszter Becker zeigt ein altes Foto, auf dem sie als Zehnjährige vor dem Teigbrett steht. „Ich hatte immer kurze Haare“, sagt sie und deutet auf ihr junges Ich. „Ich war Leistungsschwimmerin.“ 15 bis 20 Kilometer sei sie da im Training am Nachmittag geschwommen. „In Budapest gibt es riesige Schwimmbäder mit Langstreckenbahnen. In Deutschland fehlt das System. Die Möglichkeiten für den Leistungssport sind eher beschränkt.“ Mit ein Grund, warum sie den Sport aufgegeben hat. Aber ihr Talent, meint Becker, habe Tochter Nele wohl geerbt. So hat sich Eszter Becker, die auch gerne fotografiert und reist, in den vergangenen Jahren aufs Backen verlegt. Nicht nur zu Hause, wo sie gerne mit den Töchtern in der Küche steht, sondern auch mit dem Beruf kann sie ihre Leidenschaft verbinden. Die 41-Jährige ist Lehrerin an der Realschule plus in Dudenhofen, unterrichtet dort Deutsch, Mathe, Ethik, Kunst sowie Hauswirtschaft und Soziales. Und in letzterem steht sie schon mal mit dem Schülern in der Küche, knetet, rührt und mixt. „Sie haben vor den Ferien auch mitbekommen, dass ich bei einer Fernsehsendung mitmache“, erzählt sie. „Ich bin gespannt, ob sie sich noch dran erinnern.“ Von der neuen Backshow hat die Schifferstadterin über eine Freundin erfahren, die an der Vox-Sendung „Das perfekte Dinner“ teilgenommen hat. „Sie hat eine Anfrage bekommen, ob sie jemanden in der Pfalz kennt, der gerne backt“, erzählt Eszter Becker. Und da habe die Freundin eben sie gefragt. „Ich dachte mir: ,Ach bleib’ mir fott‘“, erinnert sich die 41-Jährige. Und hat sich dann doch beworben – wenn auch mit dem Gedanken, dass es eh nichts wird. Es kam anders. In den Sommerferien schlug das RTL-Team um Bäcker und Back-Kolumnist René Oliver für einen Nachmittag bei der Lehrerin auf. Ihre kleine u-förmige Küche wurde kurzerhand zum Drehort umfunktioniert. „Der Esstisch stand quer vor der Küche, da saßen René Oliver und ich.“ Das Team stand im Esszimmer vor der Wand und hat in die Küche gefilmt. Gebacken hat Eszter Becker einen Schokokuchen. „Es ist ein einfacher Rührteig mit Nuss-Nougat-Creme. Man kann auch Schokolikör hineintun oder Tonkabohne“, erklärt sie, wie aus einem simplen Rezept ein besonderes werden kann. Für die Sendung hat sie sich für die Variante mit Schuss entschieden. Und eine hübsche Optik natürlich. „Die Kuvertüre kommt in die Silikonform und wird dann über Nacht stehen gelassen. Das sieht dann aus wie gegossen.“ Eigentlich, sagt sie, sei alles unspektakulär gewesen. „Ich bin gespannt, wie es im Fernsehen wirkt.“ Morgen werden nicht nur die Szenen aus ihrer Küche zu sehen sein, sondern auch die Endbewertung in einem Deidesheimer Café. Dort sind die vier Pfälzer Kandidatinnen zum ersten Mal aufeinander getroffen und haben einer Jury aus Lokalprominenz die Kuchen zum Verkosten vorgesetzt. Wer gewonnen hat, darf vor der Ausstrahlung natürlich noch nicht verraten werden.

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