Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Zukunft ungewiss für Wassersportler

Nach zwei Jahren Pause konnte im Juli auf dem Silbersee wieder eine Regatta stattfinden.
Nach zwei Jahren Pause konnte im Juli auf dem Silbersee wieder eine Regatta stattfinden.

Weil der Bebauungsplan der Gemeinde Bobenheim-Roxheim für den Silbersee vom Gericht für unwirksam erklärt worden ist, blickt der Wassersportverein (WSV) Roxheim und mit ihm der neu gewählte Vorsitzende Carsten Koehler in eine ungewisse Zukunft. Der Standort für die Vereinsanlagen kann immer nur jahresweise gepachtet werden, was eine längerfristige Planung unmöglich macht.

Der WSV hatte sich von dem Bebauungsplan für die Scharrau und den Badestrand erhofft, künftig mit dem Seeeigentümer Willersinn einen Pachtvertrag über 25 Jahre abschließen zu können. Denn seit zehn Jahren hängt der Verein nun schon in der Luft, weil sich der Vertrag immer nur jährlich verlängert. Im August endete die Kündigungsfrist, weshalb Vorsitzender Carsten Koehler zumindest für das nächste Jahr aufatmen kann.

„Das Gelände zu verkaufen ist für uns keine Option“, sagt er. Frühestens Ende September, also nach der Bürgermeisterwahl in Bobenheim-Roxheim, könne wieder Bewegung in die Sache kommen. Im Raum steht, dass ein neuer Bebauungsplan erstellt wird. Koehler wünscht sich, dass sich „alle Beteiligten an einen Tisch setzen“ und eine praktikable Lösung zum Wohle des Vereins finden.

Wegen der fehlenden Planungssicherheit seien längerfristige Investitionen schwierig, sagte Koehler in der Mitgliederversammlung des WSV. Er würde beispielsweise gerne mit Schulen kooperieren, um junge Menschen an den Wassersport heranzuführen. Es gebe am jetzigen Standort keine Barrierefreiheit, was besonders schlecht sei, weil im Verein ein behindertes Mitglied Wassersport betreibe. Doch diese Vorhaben will der Vorstand unter den derzeitigen Umständen nicht umsetzen. Neue Mitglieder informiere man beim Eintritt in den WSV explizit über das Problem. Für andere sei die aktuelle Situation ein Grund, nicht in den Verein einzutreten.

Sport soll mehr Gewicht bekommen

Der Verein zählt aktuell knapp 500 Mitglieder. Das sind mehr als im vergangenen Jahr, was unter anderem daran liegt, dass der Kanu- und Segel-Club Frankenthal am Silbersee keinen Platz mehr hat und ein Teil der Mitglieder abwanderte.

Finanziell steht der WSV gut dar, es sind laut Vorstand noch 90.000 Euro an Rückstellungen vorhanden, die für das neue Ufergelände gedacht waren. Was mit dem Geld geschehen soll, ist noch unklar. Im vergangenen Jahr wurden bereits verschiedenen Bereiche aufgerüstet, es gab zum Beispiel neue Paddelboote, und die Segelboote wurden repariert. Hat sich der Verein zuletzt stark auf das Problem mit dem Bebauungsplan fokussiert, so soll jetzt der Sport wieder mehr Bedeutung erlangen.

Vorstand

Vorsitzender Carsten Koehler, Stellvertreter Marco Kaiser, Kassenwartin Margret Schmitt.

Ehrungen

In der Versammlung wurde Bernhard Rau zum Ehrenmitglied ernannt.

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