Rhein-Pfalz Kreis Zufriedener Blick auf Amtszeit
Feuchte Augen hat Ortsbürgermeister Thomas Wey (CDU) am Sonntag beim Neujahrsempfang in Beindersheim bekommen, als er seinen Abschied und den Rückzug ins Familienleben nach der Kommunalwahl im Mai ankündigte. Bis dahin will er insbesondere den Neubau des Kindergartens und den Schutz vor steigendem Grundwasser vorantreiben.
Den Bau eines Kindergartens nördlich des Neubaugebiets Brunnenweggewanne nannte Wey in der voll besetzten Liederkranzhalle das wichtigste Projekt der Ortsgemeinde für 2019. Er kritisierte die oft zu langen Verfahrenswege. So sei die provisorische Erweiterung des bestehenden Kindergartens im evangelischen Gemeindehaus wegen Nachforderungen auf Kreis- und Landesebene um rund sieben Monate verzögert worden. „Früher waren die Wege kürzer“, bemängelte Thomas Wey die Reglementierungen. Die protestantische Kirchengemeinde werde Träger des neuen Kindergartens. Thomas Wey sagte, dass sich viele Verantwortliche in der Politik der Missstände bewusst seien, sich aber nichts verändere. „Warum setzen Politiker nicht alles um?“, das sei eine Frage, die er sich als einfacher Bürger stelle. Er wünsche sich, dass mehr Menschen nach seinem Motto lebten: „Kleine Taten, die man ausführt, sind besser als große, die man plant.“ Dass sich in Sachen Grundwasser endlich etwas zu bewegen scheine, sieht der Ortsbürgermeister positiv. Auf Initiative des Landtagsabgeordneten Martin Haller (SPD) werde es in der kommenden Woche erneut ein Gespräch in Mainz mit Vertretern der Landesregierung geben. Dass die Klage von Bobenheim-Roxheim, Großniedesheim und Beindersheim gegen den Beregnungsverband, der sein Gebiet in die Gemarkung dieser Gemeinden ausweiten will, aus formalen Gründen gescheitert sei, habe sein persönliches Rechtsverständnis erschüttert, so Wey. Denn es werde ein Anstieg des Grundwassers vorausgesagt. Nun müssten die Ortsgemeinden schauen, wie Verbesserungen erreicht werden könnten. Die Zusage aus Mainz, ein Schutzkonzept, das sowohl Grundwasser als auch Starkregen berücksichtige, finanziell zu unterstützen, sei ein Schritt nach vorne. Neuen Wohnraum zu schaffen und dabei die dörfliche Struktur zu erhalten, sei ein schwieriges Unterfangen. Häufig wollten Bauträger auf Grundstücken im Ortskern Mehrfamilienhäuser erstellen. Um dafür Rechtssicherheit zu schaffen, werden in der Regel für die jeweiligen Gebiete Bebauungspläne erstellt. Als Beispiel nannte er den Bereich Schenkelstraße Nord. Dass die Gemeinde frühzeitig begonnen habe, ihre Infrastruktur zu pflegen, erweise sich jetzt, da die Preise im Straßenbau explodierten, als gut. In den kommenden beiden Jahren werde die Robert-Koch-Straße ausgebaut. Die neue Begegnungsstätte in der Frankenthaler Straße mit Bewegungsgeräten für ältere Menschen könne zu einem neuen Dorfmittelpunkt werden. Zur Abrundung soll die Grünanlage auf der anderen Straßenseite aufgewertet werden, sagte Wey. Aus seiner Sicht zu begrüßen ist die Verlagerung des Wertstoffhofs auf das Heßheimer Süd-Müll-Gelände. Ebenso erfreulich sei, dass mit dem Landesbetrieb Mobilität endlich Ergebnisse zur Verbesserung der Verkehrssituation in der Frankenthaler Straße erreicht worden seien: ein Bedarfsstreifen für Radfahrer und ein Gehweg zur Bushaltestelle am Ortseingang. Man müsse noch das Parkverhalten einiger Autofahrer in den Griff bekommen. Schön sei, dass die Führung des Verkehrs zum Raiffeisenlager über die Umgehungsstraße mit Schildern umgesetzt wurde. 20 Jahre lang habe er sich als Ratsmitglied und Ortsbürgermeister für die Belange der Gemeinde eingesetzt, sagte der 54-Jährige abschließend. Die vielen positiven Gespräche bestärkten ihn in der Ansicht, vieles gut gemacht zu haben. Wey zeichnete mit Torsten Winterott vom MTSV Beindersheim einen besonders engagierten Bürger aus. Als Trainer habe er die Herrenmannschaft von der C- in die A-Klasse geführt. Winterott ist nach seinem Rücktritt weiter als Jugendtrainer im MTSV aktiv. „Er hat in dem Verein ein Team zusammengeschweißt“, lobte Wey. Und er habe gekämpft für die neue Anlage mit Kunstrasen. Zu Gast beim Neujahrsempfang waren die Sternsinger, die für Kinder in Peru Geld sammelten. Musikalisch gestalteten der gemischte und der Popchor des Liederkranzes die Veranstaltung.