Rhein-Pfalz Kreis Zu schnell zur Schule
«Fussgönheim.»Die Gemeinde hat die Straße vor der Fußgönheimer Schillerschule als Gefahrenstelle erkannt. Es gibt mehrere Ideen, sie zu entschärfen. Grundlage ist eine Geschwindigkeitsmessung, die 36 Tage dauerte. Deren Auswertung liegt nun vor. Das Ergebnis: Viele fahren zu schnell.
30 Kilometer pro Stunde sind vor der Schillerschule in Fußgönheim erlaubt. Und das große, rote Dreieck auf der Straße signalisiert den Autofahrern: Achtung, hier sind Kinder unterwegs. Doch die Gemeinde fragt sich: Reicht das aus, um auf die Gefahrenstelle aufmerksam zu machen? Die Vorschläge, um Unfälle zu vermeiden, liegen bereits auf dem Tisch: Geschwindigkeitsbegrenzung auf zehn Kilometer pro Stunde, ein absolutes Halteverbot zu Stoßzeiten oder eine Einbahnstraßen-Regelung. Zwischen dem 27. August und dem 2. Oktober hing nun ein Tempomessgerät im Bereich der Grundschule. Inzwischen liegt die Auswertung vor, die nun in den Gremien beraten wird. An den 36 Messtagen inklusive fünf Wochenenden wurden knapp 15.000 Fahrzeuge erfasst, sagt Fußgönheims Ortsbürgermeisterin Marie-Luise Klein (SPD) auf Anfrage der RHEINPFALZ. In ihrer Rechnung macht das im Schnitt 406 Fahrzeuge pro Tag, die die Straße passieren. „Es ist wichtig zu sehen, wie hoch das Verkehrsaufkommen dort tatsächlich ist“, sagt sie. Die gemessenen Fahrzeuge unterteilt Klein in zwei Gruppen. 6894 seien zwischen 15 und 60 Kilometer pro Stunde gefahren. Ein paar wenige lagen auch noch darüber, doch das ist laut Klein nahezu zu vernachlässigen. 8140 der erfassten Verkehrsteilnehmer fuhren der Statistik zufolge langsamer als 15 Stundenkilometer. „Hier sind allerdings alle Fahrräder eingeschlossen“, sagt Klein, „das gilt es bei der Interpretation zu beachten.“ Wie viele sich an die vorgeschrieben 30 Kilometer pro Stunde halten, ist offenbar nicht aufgeschlüsselt. Eine weitere Erkenntnis, die die Ortsbürgermeisterin zieht, ist eher eine Bestätigung einer Annahme: Zu den Uhrzeiten, wenn Kinder zur Schule gebracht oder von dort abgeholt werden, herrscht besonders viel Betrieb auf der Straße. Die Spitzen sind laut Klein deutlich erkennbar – zwischen 7 und 8 Uhr am Morgen sowie kurz vor 12 und 13 Uhr. Auch zwischen 16 und 17 Uhr ist die Straße sehr belebt. Dann schließt der benachbarte Kindergarten. Klein hat die Auswertung nun der Leiterin der Schillerschule gegeben und erwartet deren Stellungnahme. Auch die Fraktionen beraten die Ergebnisse, bevor sie nochmals in den Hauptausschuss und dann in den Ortsgemeinderat kommen. Dort wird entschieden, wie die Gefahrenstelle entschärft werden soll – zusätzlich zur Warnung auf dem Asphalt.