Rhein-Pfalz Kreis Zu klein, zu eng

Das Dannstadt-Schauernheimer Rathaus ist zu klein geworden und soll erweitert werden.
Das Dannstadt-Schauernheimer Rathaus ist zu klein geworden und soll erweitert werden.

«Dannstadt-Schauernheim.» Eigentlich sollte sich der Bauausschuss der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim damit befassen, wie der Eingang des Rathauses und das Erdgeschoss neu gestaltet werden können. Doch schnell hat sich herausgestellt, dass es sinnvoller ist, bei dieser Gelegenheit erst einmal ein grundlegendes Problem zu lösen: den akuten Platzmangel. Die Ausgangslage Der Eingang zum Rathaus ist nicht barrierefrei, die Tür sehr reparaturanfällig. Das Sprechzimmer müssen sich Jugendpflege und Schiedsamt teilen. Im stark frequentierten Bürgerbüro rechts davon, auf der Ostseite des Rathauses, geht es oft viel zu eng zu. Um den Datenschutz ist es schlecht bestellt. Gespräche mit den Mitarbeiterinnen kann jeder mithören. In den beiden angrenzenden Büros ebenfalls: „Man versteht jedes Wort, das in dem anderen Raum gesprochen wird“, berichtet Herbert Hery (FDP) aus eigener Erfahrung. „Es ist schwierig“, sagt auch Bürgermeister Stefan Veth (CDU). Problematisch sind auch die teils unterschiedlichen Öffnungszeiten von Rathaus und Bürgerbüro. Der Empfang links vom Eingang ist nur während der Öffnungszeiten des Rathauses besetzt. In der Halle davor werden Dokumente wie Bebauungspläne ausgelegt. Dort liegen auch die Wertstoffsäcke aus. Ist das Rathaus geschlossen, müssen die Bürgerbüro-Mitarbeiterinnen ihre Arbeit unterbrechen und es Bürgern aufschließen. Zudem sollen wichtige Dokumente länger einsehbar sein, damit Bürger sich etwa nach der Arbeit informieren können – auch wenn die Rathausmitarbeiter schon Feierabend haben. Der Vorschlag Christopher Diehl vom gleichnamigen Architekturbüro aus Hochdorf-Assenheim regt für den Eingang eine automatische Schiebetür an. Das Sprechzimmer weicht in seinem Entwurf einem neuen Empfang samt Theke sowie einer Poststelle. Das Bürgerbüro wird mit einer Glasschiebewand abgetrennt und räumlich besser aufgeteilt. Die Fensteröffnungen werden für mehr Tageslicht vergrößert, die Büros schallschutztechnisch voneinander isoliert. Anstelle des jetzigen Empfangs vor dem Archiv entstehen ein barrierefreies WC sowie Herren- und Damentoiletten. Das Archiv bekommt einen Zugang über das Treppenhaus, das wiederum von der Halle beziehungsweise dem Foyer abgetrennt wird. Das Treppenhaus an der Nordseite muss auf allen Etagen erneuert und an heutige Brandschutzvorschriften angepasst werden. Dazu soll es einen eigenen Ausgang Richtung Tankstelle erhalten. Darüber hinaus müssen EDV-Infrastruktur, die Ausstattung der Arbeitsplätze und deren Beleuchtung modernisiert werden. „Wir brauchen unbedingt ein Brandschutzkonzept, eine erweiterte Statik und einen Fachingenieur für Technik“, sagt Diehl. Allein der Eingangsbereich werde 450.000 Euro kosten, das Treppenhaus 250.000 Euro. Der Haken Seine Präsentation kommt gut an. Aus dem geringen Platz hole sie das Beste heraus und löse manches Problem. Doch am grundlegenden Übel werde sich nichts ändern. Die bleibende Enge stört Reiner Kesselring (CDU): „Wenn wir das jetzt so machen, schaffen wir etwas, mit dem wir nicht so recht zufrieden sind.“ Und das Problem werde sich in den nächsten Jahren noch verschärfen. Die Diskussion Die Ausschussmitglieder geraten ins Grübeln. Robert Neufeld (CDU) erwägt zusätzliche Stockwerke. „Das geht aus statischen Gründen nicht“, sagt Diehl. Und eine Erweiterung nach Osten? „Das ginge entweder zulasten des begehrten Parkplatzes oder, indem wir nur das erste und zweite Obergeschoss erweitern und den Anbau auf Stützen errichten.“ Den Parkplatz verkleinern möchten die meisten lieber nicht. Also Richtung Feuerwehr anbauen? Damit können sich die Kommunalpolitiker schon eher anfreunden. „Der Durchgang mit dem Fahrradkäfig sollte aber erhalten bleiben“, sagt Veth. Grundsätzlich kommt der Vorschlag aber gut an. Das Ergebnis Die Verwaltung soll den genauen Raumbedarf ermitteln – daran arbeitet sie schon – und das Büro Diehl feststellen, welchen Umfang ein Anbau nach Westen haben müsste, um diesen zu decken. Mit der statischen Beratung hat der Ausschuss das Fachbüro Hery aus Hochdorf-Assenheim betraut. Um die Planung der technischen Ausstattung soll sich das Ingenieurbüro Planwerk 400 aus Wiesloch kümmern, und die Firma Schöttner aus Ludwigshafen soll ein Brandschutzkonzept erstellen.

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