Rhein-Pfalz Kreis Zahnersatz im Digitalzeitalter

91-96191456.jpg

Bobenheim-Roxheim. Der enge Kontakt mit dem Zahnarzt und dem Patienten ist Tonino Marino und seinem Team wichtig. Der Zahntechniker hat sich 2006 zusammen mit einem Partner selbstständig gemacht und führt den Betrieb bioAesthetics Zahntechnik GmbH mit 13 Mitarbeitern in der Haardtstraße 14 in Bobenheim-Roxheim inzwischen alleine.

Nach dem Start in Ludwigshafen war bioAesthetics 2007 nach Bobenheim-Roxheim in die Mittelstraße umgezogen und von dort 2015 in die Haardtstraße in das ehemalige Elektronikgeschäft Kohl. „Wir haben mit drei Mitarbeitern angefangen, heute sind es 13“, sagt Marino. Die ersten fünf Jahre führte er den Betrieb noch mit einem Geschäftspartner. In seiner Firma würden ausschließlich biokompatible, körperfreundliche Stoffe für den Zahnersatz verwendet, die keine Allergien beim Patienten auslösten, versichert der 45-Jährige. Wichtige Grundlage seines Handelns ist für ihn die gute Zusammenarbeit mit den Zahnärzten. Schon in die Planungen für den Zahnersatz seien er und sein Team eingebunden. „Nur so erreicht man das bestmögliche Ergebnis für den Kunden.“ Am Anfang werde nach wie vor ganz klassisch vom Zahnarzt ein Gipsabdruck vom Gebiss des Patienten an das Dentallabor geschickt. Bei bioAesthetics kommt dann die CAD/CAM-Technologie zum Einsatz: Das Gebiss wird mithilfe eines Scanners in den Computer „eingelesen“. CAD (computer-aided design) heißt, dass der Zahnersatz mithilfe eines Computerprogramms konstruiert wird. Dreidimensionale Aufnahmen zeigen, wo und wie die Zähne zu stehen haben. CAM ist die Abkürzung für computer-aided manufactoring, also computerunterstützte Fertigung. „Der Weg in die Zukunft der Branche wird digitaler werden“, sind sich Tonino Marino und sein Mitarbeiter Martin Rißmann sicher. „Wir sind aber schon auf einem hohen Level“, sagt Marino. Prinzipiell gelte aber, dass jeder Fall individuell gelöst werden müsse. Die Technik könne schon viel, aber handwerkliches Wissen sei nach wie vor unersetzlich. Oft seien er und seine Mitarbeiter bei zahnärztlichen Operationen dabei, damit in die Planungen im Dentallabor medizinisches Wissen einfließen könne. „Wir haben uns von Anfang an mit der Implantologie beschäftigt“, sagt Marino. Im Prinzip sei es möglich, dass der Patient beim Zahnarzt sein Wunsch-Dentallabor nennen kann. Dies komme aber in der Praxis nur sehr selten vor, sagt Marino. Bei bioAesthetics besteht die Möglichkeit, dass Kunden vor Ort in der Haardtstraße beraten werden. Dafür steht ein Patientenzimmer zur Verfügung. Dies könne beispielsweise für wichtige Zwischenschritte in der Behandlung wie die richtige Farbauswahl für den Zahnersatz oder ästhetische Beratungen in Anspruch genommen werden, so Rißmann. Dieser persönliche Bezug könne in der Regel von Dentallaboren, die ihren Sitz im Ausland haben, nicht geschaffen werden, geben Marino und Rißmann für die deutsche Kundschaft zu bedenken. Rund zehn Zahnarztpraxen im Umkreis von circa 50 Kilometern zählt bioAesthetics in Bobenheim-Roxheim zu seinen Stammkunden. Aktuell erzielt Marino mit seinem Team einen Umsatz von rund 750.000 Euro im Jahr. Weiteres Wachstum strebt er nicht an. Die Größe seines Unternehmens sei gut, um flexibel reagieren zu können und um ein gutes Verhältnis zum Patienten aufbauen zu können.

x