Rhein-Pfalz Kreis Wohnungen statt Einkaufsmarkt

Dort, wo aktuell der Edeka in Dannstadt steht, sollen bald drei mehrgeschossige Wohnhäuser ihren Platz finden.
Dort, wo aktuell der Edeka in Dannstadt steht, sollen bald drei mehrgeschossige Wohnhäuser ihren Platz finden.

«Dannstadt-Schauernheim.» Anstelle der jetzigen Edeka-Filiale an der Ludwigshafener Straße im Ortsteil Dannstadt sollen drei mehrgeschossige Wohnhäuser entstehen. Dafür muss der Bebauungsplan geändert werden. Damit hat sich der Ortsgemeinderat bereits im Juni einverstanden erklärt. In der Sitzung am Dienstagabend hat das Gremium nun den Geltungsbereich erweitert und dem Verfahren einen neuen Namen verpasst.

Der ursprüngliche Bebauungsplan für das Gebiet heißt „Mitte“. Da er bereits neunmal geändert wurde und zudem ergänzt werden sollte, lief der neue Entwurf zunächst unter der Bezeichnung „Mitte – Änderung X und Erweiterung I“. Allerdings stellte sich heraus, dass es bereits einen Bebauungsplan mit diesem Namen gibt. Deswegen soll das Vorhaben nun Bebauungsplan „Mitte – Änderung XI und Erweiterung II“ heißen. Im Wesentlichen geht es darum, aus dem Areal zwischen Ludwigshafener Straße und Seebachring ein allgemeines Wohngebiet zu machen. Neben Wohngebäuden sollen darin fortan allenfalls Geschäfte, die der Versorgung des Gebiets dienen, Wirtshäuser und nicht störende Handwerks- oder Dienstleistungsbetriebe erlaubt sein. Auch Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke wären gestattet. Neue Gebäude dürfen dem Entwurf zufolge bis zu drei Vollgeschosse besitzen plus ein Staffelgeschoss. Ein solches Staffelgeschoss darf laut Sachbearbeiterin Eva Wefel höchstens zwei Drittel der Größe des darunterliegenden Vollgeschosses umfassen, muss also deutlicher kleiner ausfallen. Insgesamt darf die Firsthöhe aber 12,5 Meter nicht überschreiten, und die Wandhöhe maximal 9,5 Meter betragen. Im Dialog kamen Gemeindeverwaltung, die Firma Kittelberger als Eigentümer des Areals und das Planungsbüro Schenk/Pirmasens überein, dass es sinnvoll wäre, den Gültigkeitsbereich des Bebauungsplans um eine Fläche an der Ampelkreuzung zu erweitern. Der Grund: Um die Parkplatzsituation in der Gegend nicht zu verschärfen, verlangt die Kommune zwei Stellplätze je Wohnung. Die sollen großteils auf besagter Zusatzfläche an der Ludwigshafener Straße entstehen. Ein kleiner Randstreifen, auf dem momentan eine Hecke steht, bleibt bei den Plänen allerdings außen vor. Er soll als Puffer für den langfristig angedachten Verkehrskreisel dienen, der eines Tages einmal die Ampelkreuzung ersetzen soll, sagte Ortsbürgermeister Bernd Fey (CDU) am Dienstag. Das bleibt jedoch vorerst Zukunftsmusik. Denn hierfür muss die Kommune zunächst weitere Grundstücke an der Kreuzung in ihren Besitz bringen. Das Vorkaufsrecht hat sie sich zumindest schon einmal gesichert. Da die geplanten Wohnhäuser entlang der Ludwigshafener Straße, einer vielbefahrenen Landesstraße, errichtet werden soll, ist laut Expertin Wefel ein Lärmschutzgutachten erforderlich. Das soll die Firma Kittelberger bezahlen, beschloss der Rat auf Vorschlag der Verwaltung. Dass der Gemeinde keine Kosten entstehen dürfen, hatte das Gremium bereits im Juni entschieden. Daran erinnerte Marc Hauck (FDP) nachdrücklich. Auf Nachfrage Jens Naumanns (CDU) teilte Wefel mit, dass sich an der Verkehrsanbindung über den Seebachring nichts ändert. Johannes Kupper (CDU) störte das massive Staffelgeschoss. Hier könnte laut Wefel auf allen Seiten ein Mindestabstand zu den Wänden des Vollgeschosses darunter festgelegt werden, zum Beispiel 1,5 Meter. „Dann wirkt es von der Straße her nicht so massiv“, sagte sie. Als nächstes sollen sich nun Bürger und Versorgungsträger zum Planentwurf äußern dürfen.

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