Land und Leute
Wochenendkolumne: Von Pfälzer Power und Lichterscheinungen
Außergewöhnliches Kerweaufkommen
Sind Sie bereit für die Kerwen? Ist der Drahtesel gesattelt, das E-Bike geladen und die Leber auf Betriebstemperatur? Nein?! Ja, warum denn nicht? Was haben wir vor gut einem Jahr doch gelitten, ja wehgeklagt, dass ein so wichtiges Element der Pfälzer Kultur wie die Kerwe schon im zweiten Jahr nicht mehr gefeiert werden konnte. Wegen so einem kleinen, fiesen Virus. Die meisten Pfälzer hatten ja wahrlich viel Verständnis für all die Corona-Schutzmaßnahmen, doch diesen Einschnitt in ihr gesellschaftliches Leben – das war wirklich hart. Dabei wäre – würden alle Menschen auf der Welt Pfälzer sein – die Herden-Immunität auf nur einer typischen Kerwe mit traditionellen Schorle-Runden (fünf bis zehn Menschen trinken aus einem Dubbe-Glas) in null Komma nichts erreicht worden. Aber uns fragt ja keiner. Egal, das Schlimmste in Sachen Corona scheint überstanden. Und jetzt lassen wir es wieder richtig krachen – dachten sich Mutterstadt, Böhl, Rödersheim und Birkenheide und laden an diesem Wochenende gleichzeitig zur Kerwe ein. Will man auf allen Hochzeiten tanzen, wird das sportlich, aber ist mit einer geschickten Planung machbar. Unser Vorschlag: Start in Böhl beim Kerwe-Umzug (15 Uhr), dann geht’s weiter nach Rödersheim, wo Feuerwehr und Event09 leckeres Essen und Getränke anbieten. Dort können Sie gern bis in die Nacht verweilen. Am Sonntag sollte Ihr Weg unbedingt nach Mutterstadt zu Kunsthandwerk- und Oldtimer-Ausstellung, verkaufsoffenem Sonntag und Vergnügungspark führen. Um dann ins beschauliche Birkenheide zu radeln, wo die Band Du&Ich in den Schlagerhimmel entführt. Und am Montag sollten Sie wieder in Böhl sein – zum großen Traktorziehen. Denn mit Pfälzer-Power schafft man alles, auch so einen Kerwe-Marathon, gell?!
Außerterrestrisches Licht am Pfälzer Himmel
Manch einer fragte sich diese Woche, was es mit den Lichterketten auf sich hatte, die sich immer mal wieder über den Nachthimmel bewegten. Eine ungewöhnliche Flugzeugformation? Oder möglicherweise doch sogar Aliens? Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt konnte diejenigen beruhigen, die sich schon eine außerirdische Invasion ausgemalt haben: Es handelt sich nicht um außerirdisches Leben, sondern nur um ein Satellitenprojekt des Milliardärs Elon Musk. Der fiel in dieser Woche außerdem dadurch auf, dass er mit seinem Privatflugzeug einen neunminütigen Flug von San Francisco ins 70 Kilometer entfernte San José unternahm. Da fragt man sich, ob ein Besuch von Aliens so viel schlimmer wäre – zumindest aus Klimasicht.
Ein schönes Wochenende
wünschen Doreen Reber und Elena Bruckner