Rhein-Pfalz Kreis „Wir sind eine einzige Feuerwehr“

Carlo Randazzo (links) und Thiemo Seibert bei der Einsatzplanung. Die beiden Feuerwehrleute haben neue Aufgaben bekommen.
Carlo Randazzo (links) und Thiemo Seibert bei der Einsatzplanung. Die beiden Feuerwehrleute haben neue Aufgaben bekommen.

«Lambsheim.» Seit Mitte August leitet Carlo Randazzo die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim. Der 37-Jährige ist Nachfolger von Reiner Geiger, der sein Ehrenamt aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hat (wir berichteten). Um sich voll auf seine neue Aufgabe konzentrieren zu können, gibt Randazzo die Wehrführung in Lambsheim an Thiemo Seibert ab.

„Ich freue mich auf die neue Herausforderung“, sagt Carlo Randazzo. Etwas wehmütig sei er aber schon, dass er die Wehrführung in Lambsheim nach etwas mehr als drei Jahren schon wieder abgebe. Schließlich sei er in der Ortswehr groß geworden. Was den Arbeitsaufwand anbelangt, sei es aber nicht möglich, beide Ehrenämter auszuüben. Den zeitlichen Aufwand allein für seine neue Tätigkeit schätzt er auf rund zwei Stunden täglich – ohne Einsätze. Und das zusätzlich zu Beruf und Familie. Randazzo arbeitet als Servicetechniker im Bereich Sicherheitstechnik. Er ist verheiratet und hat einen Sohn. Als zwölfjähriger Junge habe er in Lambsheim eine Feuerwehrübung gesehen und sei sofort begeistert gewesen, erzählt Carlo Randazzo von seinen Anfängen als Brandbekämpfer. „Ich bin dann gleich der Jugendfeuerwehr beigetreten.“ Nach seiner Ausbildung durchlief er in der Lambsheimer Wehr alle Stationen. Randazzo war Gruppen- und Zugführer. Im Juli 2014, nach der Fusion der Gemeinde Lambsheim mit der Verbandsgemeinde Heßheim , folgte er Wolfgang Bayer als Wehrführer in Lambsheim nach. Zur gleichen Zeit wurde er einer von zwei Stellvertretern von VG-Wehrleiter Reiner Geiger aus Heßheim. „Er wird uns fehlen“, sagt Randazzo über seinen Vorgänger. „Reiner Geiger hat die Feuerwehr der Verbandsgemeinde geprägt, schon in der alten VG.“ Geigers Arbeit will er fortführen. Als ein Beispiel nennt Randazzo die Zusammenführung der einzelnen Ortswehren. „Wir sind keine Nachbarwehren mehr, sondern eine einzige Wehr“, betont Randazzo. Zusammen ließen sich Synergien nutzen. Das Material müsse ja nicht in jedem Dorf doppelt und dreifach vorgehalten werden, nennt er ein Beispiel. „Wir fahren sowieso zusammen.“ Auch die Ausbildung will Randazzo weiter standardisieren. Sie soll noch mehr wehrübergreifend stattfinden. Etwa 100 Einsätze hat die Feuerwehr der Verbandsgemeinde im laufenden Jahr bereits absolviert. Im Alarmierungsverbund kann Randazzo auf 140 Einsatzkräfte zurückgreifen. Darunter sind 14 Frauen. In der Jugendfeuerwehr engagieren sich 51 Jugendliche. Künftig werde er weniger draußen bei kleineren Einsätzen dabei sein und dafür mehr Zeit am Schreibtisch mit organisatorischen Dingen verbringen, sagt der Lambsheimer. In nächster Zeit stehen denn auch gleich einige Investitionen an, um die sich der neue Chef kümmern muss. So wird das Feuerwehrhaus in Heßheim saniert, und in Heuchelheim soll gleich ganz neu gebaut werden. Außerdem werden für Lambsheim und Heßheim zwei neue Löschfahrzeuge angeschafft. Zu seinem Nachfolger als Wehrführer in Lambsheim hat die dortige Mannschaft für zehn Jahre Randazzos bisherigen Stellvertreter Thiemo Seibert gewählt. Der kam mit 21 Jahren vergleichsweise spät zur Feuerwehr. Und auch eher zufällig als Quereinsteiger, wie Seibert erzählt. Sein Beruf als Notfallsanitäter habe ihn zur Lambsheimer Wehr geführt. Dort habe er einen Erste-Hilfe-Kurs geleitet und sei von der Kameradschaft in der Truppe begeistert gewesen. Ganz fremd sei ihm die Arbeit der Feuerwehr nicht gewesen, erklärt Seibert. Schließlich arbeiteten Rettungsdienst und Wehr bei Einsätzen eng zusammen. Nun profitiere er davon, beide Seiten genau zu kennen. „Da kann ich sehr gut vermitteln“, sagt der 36-Jährige. Seibert absolvierte zügig die Feuerwehrausbildung. Nach der Grundausbildung bei der Lambsheimer Wehr machte er die weitere Ausbildung unter anderem bei der Flughafenfeuerwehr in Frankfurt am Main. Dorthin hatte es ihn zwischendurch beruflich verschlagen, doch die Pendelei wurde ihm zu viel. Inzwischen arbeitet er im Hauptberuf als Notfallsanitäter im Ludwigshafener BASF-Werk. Seibert, der in Lambsheim lebt und bei der dortigen Wehr Gruppen-, Zug- und Verbandsführer war, ist verheiratet und hat eine kleine Tochter. Stolz sind Randazzo und sein Nachfolger auf die „starke Jugend“ in Lambsheim. 15 Nachwuchskräfte zählt die dortige Wehr, die über 31 aktive Einsatzkräfte verfügt. Darunter sind auch zwei Frauen. Man sei gut aufgestellt, sagt der neue Wehrführer. Die Erhaltung des Bestands in Lambsheim und die weitere Optimierung nennt Seibert als Aufgaben.

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