Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Wie momentan im Rhein-Pfalz-Kreis geheiratet wird

Ja, ich will: Braut und Bräutigam dürfen sich noch anfassen. Alle anderen müssen Abstand wahren.
Ja, ich will: Braut und Bräutigam dürfen sich noch anfassen. Alle anderen müssen Abstand wahren.

Bei vielen Standesämtern der Gemeindeverwaltungen im mittleren Landkreis fallen derzeit geplante Trauungen wegen der Corona-Krise aus. Wir haben nachgefragt.

„Wir haben etwa fünf bis sechs Trauungen verschieben müssen", sagt Jutta Grünfelder, Leiterin der Bürgerdienste in Limburgerhof. Sie nimmt als Standesbeamtin selbst Trauungen vor, zuletzt erst am Samstag. „Wir halten mehr Abstand und es dürfen nicht mehr als fünf Leute ins Trauzimmer“, berichtet Grünfelder. Neben dem Brautpaar seien dies die beiden Trauzeugen oder die Eltern und eventuell noch ein Kind. „Wenn’s irgendwie geht, wäre uns am liebsten, nur das Brautpaar würde kommen.“

Auch der Handschlag entfällt, mit dem Standesbeamten den Frischvermählten gratulieren. „Da muss man kreativ sein“, sagt Grünfelder. Sie legt nun die Handflächen aneinander und verbeugt sich vor dem Paar. Als Kulisse beliebt ist das „Schlösschen im Park“, hier ist Platz für große Hochzeitsgesellschaften. Doch Trauungen sind dort nicht mehr möglich. Daher stehen Paare nun vor der Wahl, ihren Hochzeitstermin zu verschieben oder im ganz kleinen Rahmen im Rathaus zu heiraten. „Die Leute sind sehr verständnisvoll“, sagt Grünfelder. Demnächst steht bei ihr die Trauung eines 80-Jährigen an, der seine langjährige Partnerin heiratet. „Das Paar hat das schon vor Corona beschlossen. Die beiden heiraten jetzt zu zweit und die große Feier wird dann nachgeholt.“ Momentan sei auch eine Terminverschiebung noch kein größeres Problem – „doch es kommt darauf an, wie sich die Lage weiter entwickelt. Schließlich ist der Mai ja der traditionelle Hochzeitsmonat.“

Die meisten Paare warten ab

In der Nachbargemeinde Mutterstadt hat es nach Angaben von Rüdiger Geib von der Verwaltung noch keine Absagen gegeben. Die Gemeinde habe aber die Anzahl der Teilnehmer stark begrenzt. In der Verbandsgemeinde Rheinauen sind im Gegensatz dazu nahezu alle Eheschließungen abgesagt worden. „Wir bieten eigentlich nur noch Nottrauungen an", berichtet Simon Schneider, stellvertretender Leiter der Bürgerdienste der Verbandsgemeinde. Ein solcher Fall sei die Trauung eines Krebskranken gewesen, der unbedingt heiraten wollte – auch um seine Partnerin im Falle seines Todes versorgt zu wissen. Doch die meisten Paare warteten derzeit die Lage ab, denn aufgrund der Schließung aller Restaurants und der verhängten Kontaktsperre sei eine Feier mit Familie und Freunden nicht möglich. Vier für April geplante Trauungen seien deshalb abgesagt worden. „Schön ist das nicht“, meint Schneider. Aber die Heiratswilligen zeigten viel Verständnis.

„Wir trauen weiter“

In „normalen Zeiten" heiraten in Böhl-Iggelheim zwei bis drei Brautpaare im Monat. In jüngster Zeit war es laut Bürgermeister Peter Christ (CDU) nur ein Paar, dass sich das Ja-Wort gegeben hat. Ein weiteres wollte den Termin verlegen. „Man will ja auch die Hochzeit irgendwo feiern. Wir trauen auf jeden Fall weiter – aber die Personenzahl wird eingeschränkt und wir achten auf die Einhaltung der Hygieneregeln“, sagt Christ. Er rät Heiratswilligen, sich darauf einzustellen, sich alternative Termine für ein großes Fest zu überlegen. „Ich gehe davon aus, dass sich die Lage vorerst nicht beruhigen wird.“

Begrenzt ist auch in der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim die Anzahl der Teilnehmer einer Trauung: Vier Personen – inklusive Brautpaar dürfen ins Trauzimmer. Die Zeremonie ist nicht mehr im Historischen Rathaus Assenheim möglich. Gerade am Montag haben sich dennoch zwei Paare das Ja-Wort im Dannstadter Rathaus gegeben. Der nächste Termin ist Mitte April. „Was bis dahin gilt, muss man abwarten“, sagt Ute Günther, Sprecherin der Verbandsgemeindeverwaltung.

Einige haben Termin vorverlegt

Die Anzahl der Hochzeitsgäste ist wie überall auch in Schifferstadt limitiert. Die Verwaltung bemüht sich um einen würdigen Rahmen. Es gebe Nachfragen von einigen Brautpaaren berichtet Standesbeamtin Bianca Genz. Aufgrund der aktuellen Lage hätten sich einige Heiratswillige dazu entschlossen, den Termin für die Trauung vorzuverlegen. „Die Brautpaare hatten Bedenken, dass sie sonst in absehbarer Zeit nicht heiraten könnten.“ In einem anderen Fall sei aber nur eine Absage in Frage gekommen: „Die Eheschließung wurde abgesagt, da viele Gäste aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland anreisen wollten und dies nicht mehr möglich ist“, berichtet Genz.

In der Verbandsgemeinde Maxdorf steht derzeit nur eine Trauung an, an der neben dem Brautpaar nur zwei weitere Personen teilnehmen dürfen. Die Stuhlreihen aus dem Trauzimmer sind entfernt worden. „Wir haben deshalb keine Probleme. Ich denke, dass viele Leute die Trauung auf eine schönere Zeit verschieben wollen“, sagt Thorsten König, kommissarischer Leiter der Bürgerdienste der Verbandsgemeinde.

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