Dudenhofen
Wie man die Lebensdauer seines Weihnachtsbaums verlängert
Am frühen Samstagmittag ist der Drops schon fast gelutscht. Wo am Morgen noch sattes Grün dicht an dicht aufgebaut war, fallen nun große Lücken ins Auge. Der Weihnachtsbaumverkauf, den Pusch organisiert, läuft brillant. „Ich bin ganz zufrieden“, sagt er beim Besuch der RHEINPFALZ und lässt seinen Blick über den Hof schweifen. Glücklich ist Pusch obendrein, denn er kassiert das Geld nicht für sich, sondern für den guten Zweck, wie er betont. Der engagierte Mann ist der Behindertenbeauftragte der Verbandsgemeinde. Nicht zum ersten Mal steht er am letzten Adventswochenende stundenlang im Bauhof, um seine Bäume anzubieten.
„Das sind alles Nordmänner“, betont Pusch. Die einen stammen aus dem Schwarzwald. Sie kauft er ein. Die anderen wachsen in der Pfalz, in der Nähe von Hauenstein. „Dort habe ich einen Gönner, der mir die Bäume wegen des guten Zwecks spendet“, führt Pusch aus. 204 Bäume hat er gemeinsam mit seinem Sohn an den beiden Standorten abgeholt. „Höchstens zwei Tage vor dem Abholen werden diese geschlagen“, versichert Pusch. Beim Verkauf vor Ort wollen die Leute auf Nummer sicher gehen. „Um 10 Uhr habe ich offiziell begonnen, um neun Uhr waren die ersten schon hier“, berichtet Pusch und stellt fest: „Jeder will der erste sein.“
Die Qual der Wahl
Bekannt ist der Behindertenbeauftragte bei seinen Kunden mittlerweile. „Sie wissen, dass sie bei mir kein Metermaß brauchen“, hebt er hervor. Mit geschultem Auge kann er die Größen der einzelnen Bäume bestimmen. Die Vorgehensweise bei der Auswahl sei verschieden, sagt Pusch. Die einen sehen und kaufen, die anderen suchen das Akkurate, die Dritten drehen und wenden die Nordmanntanne, bis die finale Entscheidung fällt.
Wer unterm Strich die Hosen an hat, weiß Pusch mittlerweile: „Die Frauen – oder aber die Töchter.“ Festgestellt hat der Baum-Experte, dass Corona die Leidenschaft zur Tradition gefördert hat. „Die Leute sind zuhause und gönnen sich einen Baum. Irgendwann werden die Skifahrer wieder bei den Käufern wegfallen“, weiß Pusch. Angst davor, auf seinem Grün sitzen zu bleiben, hat er aber nicht. Seine Stammkunden sind treu, kommen sogar aus dem Badischen.
Möglichst lange draußen lassen
Die wichtigsten Tipps hat Pusch stets parat. „Der Baum sollte nach dem Kauf daheim am Stamm angeritzt, ins Wasser gestellt und so lange als möglich draußen gelassen werden“, lauten die ersten. Nicht vor die Heizung stellen, heißt der nächste Hinweis. Wer eine Fußbodenheizung hat, sollte eine Folie unter dem Baum auslegen, damit die Hitze um den Christbaum herumgeleitet wird. Zu einem Wasserständer rät Pusch, damit der Weihnachtsbaum lange seine Nadeln behält. Für Puschs Eigenheim muss es nach seinen Aussagen kein perfekter Baum sein. Er mag das, was die Natur hervorbringt. Bei ihm bleibt der Christbaum bis zum Dreikönigstag im Wohnzimmer stehen.
Puschs Herz schlägt für junge Menschen mit Behinderung. „Jedes Jahr machen wir eine Freizeit im Süden“, erklärt der Ehrenamtliche. In diesem Jahr wird das eingenommene Geld wie schon 2020 auf dem zweckgebundenen Konto der Gemeinde geparkt, weil Corona das Reisen nach wie vor unmöglich macht. Einnahmen für die Freizeiten zu generieren, ist Pusch dennoch wichtig – denn irgendwann wird es weiter gehen.