Bobenheim-Roxheim
Wie der Theaterkreis seinen Spielort langfristig sichern will
Herr Andres, ihr Verein hatte in der vergangenen Woche eine außerordentliche Mitgliederversammlung, weil es um eine schwerwiegende Entscheidung ging. Was haben Sie vor?
Wir wollen das Grundstück in der Frankenthaler Straße 7, auf dem das Saaltheater Hasch-Masch steht und auf dem vorher eine Scheune für landwirtschaftliche Geräte war, kaufen. Das Gebäude hat der Theaterkreis 2005 als eine mit Systempaneelen verkleidete Stahlkonstruktion gebaut. Damals mussten 60.000 Euro finanziert werden. Im Dezember 2005 hatte der Theatersaal als unsere zweite Spielstätte mit dem Kinderstück „Isidor wird Nachtgespenst“ Premiere. Ein Jahr zuvor war mit dem Eigentümer ein Pachtvertrag für das Grundstück geschlossen worden mit der Option, es nach 20 Jahren zu kaufen. Der Vertrag läuft also jetzt aus, und der Verein muss sich entscheiden, ob er sein Vorkaufsrecht wahrnehmen will, um den Spielort langfristig zu sichern.
Und? Haben die Mitglieder zugestimmt?
Ja, und zwar einstimmig. Denn so ein eigener Saal bringt uns immense Vorteile: Wir können die Aufführungstermine frei bestimmen, wir haben Platz für Versammlungen, Feste und sonstige Veranstaltungen. In der kalten Jahreszeit oder bei schlechtem Wetter finden dort die Proben für die Sommerstücke statt. Dass uns wegen des bislang nur gepachteten Grundstücks nichts passiert, ist wichtig. Denn wir haben ja in den vergangenen Jahren erhebliche Summen in den Ausbau und die Ausstattung des Theaters gesteckt: Ausschank, Toilettenanlage und eine Bühne, die anspruchsvolle Bühnenbilder für ganz verschiedene Inszenierungen ermöglicht. Dazu kommen Maske und Umkleideraum für die Schauspieler und nicht zuletzt eine ausgefeilte Licht- und Tontechnik. Im nächsten Jahr feiern wir unser 50-jähriges Bestehen, und wir hätten gern eine neue Saaltür und eine neue Bestuhlung. Solche Investitionen fallen einem einfach leichter, wenn einem die Immobilie komplett gehört.
Wie darf man sich den finanziellen Kraftakt vorstellen?
Wir haben das aus dem Vertrag heraus mal samt Nebenkosten kalkuliert und sind auf 85.000 Euro gekommen, die der Theaterkreis aufbringen muss. Damit der notwendige Kredit nicht so hoch ausfällt, hofft der Vorstand darauf, dass Mitglieder spenden oder zinslos Geld verleihen. Demnächst werden wir auch Personen und Firmen außerhalb des Vereins ansprechen und um Spenden bitten.