Rhein-Pfalz Kreis Wer zögert, verliert Geld

Fussgönheim. Dem bevorstehenden Ausbau des Mutterstadter Wegs wird in der Ortsgemeinde Fußgönheim derzeit alles untergeordnet. Trotz unerwarteter technischer Schwierigkeiten muss das Projekt bis 30. September komplett abgewickelt sein, sonst gehen Zuschüsse in sechsstelliger Höhe verloren. Kosten und Zeitdruck haben sich erhöht. Am Mittwoch hat der Rat der entsprechenden Ausführungsplanung zugestimmt.
Zum Vorhaben: Erneuert werden soll der Mutterstadter Weg zwischen der Brücke am Erlengraben und der Brücke am Floßbach. Die beiden Bauwerke bleiben dabei außen vor. Auf der rund 590 Meter langen Strecke soll laut Planer Andreas Nolte vom Ingenieurbüro Modus Consult ein durchgängig vier Meter breiter, asphaltierter Weg für die Landwirtschaft entstehen. Außerdem ist auf jeder Seite ein jeweils ein Meter breites Bankett vorgesehen. Auf diese unbefestigten Schotterstreifen können entgegenkommende Fahrzeuge ausweichen. Der Aufbau des Mutterstadter Wegs soll 43 Zentimeter dick werden. Davon entfallen 35 Zentimeter auf eine Schottertragschicht und acht Zentimeter auf eine Asphaltdecke. Das entspreche den gültigen Richtlinien für ländlichen Wegebau und sei für hohe Belastungen ausgelegt, sagte der Experte. Wo der Weg Auf der großen Wiese und Mittlerer Langer Lüssenweg in den Mutterstadter Weg münden, sind zwei Ausweichbuchten geplant. Diese sind zirka zwei Meter breit und rund 18 beziehungsweise 30 Meter lang. So sollen auch zwei Traktoren samt Anhängern in der dortigen Z-Kurve aneinander vorbeikommen. Die beiden Wege werden im Einmündungsbereich auf einer Länge von 15 Metern ebenfalls saniert. Als enorme Herausforderung bezeichnete Nolte den erforderlichen Austausch der Gashochdruckleitung aus dem Jahr 1930, die unter dem Weg entlang läuft. Unter normalen Umständen hätte sich dadurch das Vorhaben deutlich verzögert. Das Problem ist aber: Den Zuschuss für die Baukosten von 55 Prozent gibt es nur bis zum 30. September. Sind die Arbeiten bis dahin nicht abgeschlossen und legt die Gemeinde dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) nicht sämtliche Unterlagen vor, verfallen die Mittel. Die Lösung: Die Firma Creos, der die Gasleitung gehört, lässt den Weg von einem Vertragspartner zurückbauen und die Leitung austauschen. So spart die Gemeinde Zeit für die sonst erforderliche Ausschreibung und die Straßenbauarbeiten können direkt nach dem Verlegen der neuen Leitung beginnen. Allerdings geht damit der Zuschuss für den Wegerückbau verloren, der an eine öffentliche Ausschreibung gebunden ist. Der Kompromiss: Creos übernimmt den Kostenanteil, der eigentlich bezuschusst worden wäre. Das sind 55 Prozent. Den Rest zahlt die Ortsgemeinde, der so keine zusätzlichen Kosten entstehen. Damit sei auch das DLR einverstanden, erklärte Nolte. Baubeginn sei Mitte Mai, Bauende voraussichtlich Mitte August. Dann müssten Kommune und Unternehmen möglichst schnell die Schlussrechnungen vorlegen und alle Unterlagen spätestens am 30. September dem DLR übergeben. Um das sehr enge Zeitkorsett einhalten zu können, werde der Sitzungskalender aller politischen Gremien entsprechend angepasst und eine zusätzliche Ratssitzung einberufen, sagte Ortsbürgermeisterin Marie-Luise Klein (SPD). Neben dem Termindruck stieg auch die Kostenschätzung für den Ausbau, und zwar um 20.000 Euro auf 230.000 Euro. Das liegt an der Entscheidung des Bauausschusses, eine der beiden Ausweichbuchten zu verlängern und auch den Einmündungsbereich Unterer Langer Lüssenweg zu befestigen. Die Baustellenfahrzeuge sollen über den betonierten Mittleren Langen Lüssenweg und den geschotterten Grenzweg verkehren.