Schifferstadt
Wer sich alles im neuen Schreiwer-Hais’l-Programm versteckt
Los geht es am 15. März mit dem Autor Norbert Schneider aus dem Nordwesten der Pfalz. „Vum Schullehrer un annere G’schichte“ erzählt er in seinem neuen Buch. Und er kann dabei aus seiner eigenen Erfahrung schöpfen. „Unsere Märchentante“ nennt die Gastgeberin liebevoll Evelyn Sandmann. Diese ist nämlich Expertin für Märchen und Sagen aus aller Welt und war schon öfter im Schreiwer-Hais’l zu Gast. Am 22. März wird sie die Sagenwelt Nordeuropas erkunden und von Riesen, Trollen und Elfen aus Skandinavien erzählen.
Die Muttertagsmatinee am 10. Mai gestaltet ein alter Bekannter: Hermann J. Settelmeyer trägt seinen „Pfälzer Traum von Seligkeit“ vor. Dieses Gedicht war vor bald 40 Jahren für ihn der Durchbruch als Mundart-Dichter, es wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Unter demselben Titel hat er dann sein erstes Buch veröffentlicht, aus dem er vorlesen wird. Ebenfalls ein gern gehörter Gast ist Gerlinde Drees. Sie ist als Rezitationskünstlerin und wird vom Publikum sehr geschätzt. Mit Hingabe und viel Herzblut trägt sie „Pfälzer Pralinen“ vor. Das sind Mundartgedichte der bekanntesten Mundart-Autoren aus den vergangenen 100 Jahren. Eine Premiere gibt es mit „Magie aus Speyer“ am 21. Juni. Jutta Ehmke gehört zu einer Gruppe Speyerer Autoren, die sich der Phantastischen Literatur verschrieben haben. Die Geschichten greifen Sagen und Mythen aus der Pfalz auf, und natürlich schleichen auch Elwetritsche durch den dunklen Wald.
Zwischen Hambach und Speyer
Hans Peter Schwöbel ist in der Kurpfalz bekannt für sein Mundart-Kabarett. Dafür hat er die Sinsheimer-Plakette für Verdienste um die regionale Literatur bekommen und wurde mit dem Mannheimer Bloomaulorden ausgezeichnet. „Moi Sprooch ihr Leid“ kann man gerne mehrdeutig verstehen, wenn er davon am 28. Juni erzählt. Noch eine Premiere gibt es am 5. Juli. Das Trio „GuG“ kommt und bringt „Giddar un’ G’sang“ mit Moni, Annette und Walter. Sie werden zeigen, dass auch Pfälzer den Blues haben. Schon am 19. Juli folgt die Premiere von Matthias Zech aus Hambach, der aus „Mol widder dehäm“ lesen wird. „Dehäm“, das ist für Zech Hambach, wo er aufgewachsen ist, und Speyer, wo er seit 30 Jahren lebt. Dazwischen ist er viel rumgekommen, hat unter anderem in Paris gelebt. Er weiß, was „hämkumme“ bedeutet.
„InTon“ heißt das Duo von Ernst Käshammer und Nicola Polizzano. Käshammer ist in der Pfalz schon lange in Folkmusik-Kreisen bestens bekannt. Dabei ist er nicht nur Musiker, sondern auch Instrumentenbauer. Das Duo will am 26. Juli Lieder und Klänge für den Frieden präsentieren und Denkanstöße und Ermutigung geben. Premiere hat am 9. August das Trio „Die Kleinkunst“, das mit Liedern und Texten gleichermaßen das Zwerchfell kitzeln wie auch kalte Schauer und Gänsehaut erzeugen will: „Concerto Criminale“ heißt das Programm. Endlich mal nach Schifferstadt kommt Yo Allerdann. Hinter der Bühnenfigur steckt der bekannte Musiker und Liedermacher Alex Lützke, der studierter Gitarrist ist – aber hier als „eschder Pälzer“ und Vertreter der von ihm erfundenen GMZ, der „Gemiedlische Mussigger Zunft“ am 23. August auftreten wird.
Schweigen ist Silber, Verlockungen sind Gold
Alte Freunde und bestens bekannt im Schreiwer-Hais’l sind Inge und Erich Hoffmann, die ihre „Chor-onagruppe“ mitbringen und am 30. August Lieder und Texte über die Pfalz vortragen. Seit Urzeiten testen die beiden Kabarettisten „Die Zweifler“ ihre neuen Programme vorm Publikum im Schreiwer-Hais’l. Den exklusiven Vorab-Spaß mit neuen bissigen Texten und spöttischen Liedern gibt es am 6. September. „Bruder Leonardo“ ist ein Mönch, der sein Schweigegelübde aufgekündigt hat und seinem Kloster entwischt ist. Christian Bechinger erzählt am 13. September, wie seine Figur „Die Verlockungen des weltlichen Lebens“ entdeckt.
Zur großen Freude des Publikums geht inzwischen auch Gastgeberin Beate Holzwarth auf die Bühne. Zusammen mit Jürgen Metzger tritt sie im Duo als „Schorsch un’ Lisbeth“ auf. Nach 40 Jahren Ehe haben die beiden sich immer noch was zu sagen. Die Moderation (oder Eheberatung?) übernimmt Ingrid Bauer, wenn die beiden sich am 20. September in die Haare kriegen. Thomas Metzler hat die Figur von „Palz-Poet“ Gottlieb Storzblech erfunden. Mit Hingabe und Drama spielt er am 27. September Gedichte und Texte von Paul Tremmel, Kurt Dehn, Helmut Metzger und weiteren Mundart-Größen unter dem Motto „Iwwer’s Leewe“.
Und drei Termine im Oktober
Die Grande Dame der Pfälzer Mundart, Gisela Gall, hat schon unzählige Wettbewerbe gewonnen. „Nix wu bleibt“ stellt sie in ihren Betrachtungen über Leben und Abschied fest. Die Lesung zum Herbst ist am 3. Oktober. Manfred H. Krämer ist als Krimi-Autor im Schreiwer-Hais’l schon bestens bekannt. Doch am 18. Oktober wird er nicht wie bisher von Solo und Tarzan berichten. Dieses Mal geht es um „Mona Lisa und die Brandstifter“ und eine Clique junger Leute, die einem Verbrechen auf der Spur sind. Edith Brünnler ist bestens bekannt für ihre liebevoll ironisch beschriebenen Charakterfiguren und ihren genauen Blick auf das Leben in der Pfalz. „Uff de Achterbahn durch’s Johr“ sind Texte, in denen die Autorin am 25. Oktober Amüsantes und Nachdenkliches rund um die vier Jahreszeiten erzählt.
Termine
Alle Veranstaltungen beginnen sonntags um 11 Uhr. Schreiwer-Hais’l, Lillengasse 5, in Schifferstadt. Reservierung unbedingt erforderlich über die neue Telefonnummer 0157 35744502.