Rhein-Pfalz Kreis Wer kann mit welchen Themen punkten?

Bei den Kommunalwahlen in Worms am Sonntag wird über die künftige Zusammensetzung des Stadtrats und der Ortsbeiräte sowie über die Ortsvorsteher der 13 Stadtteile entschieden. 63.563 Wormser sind zur Wahl aufgerufen.
Für den Stadtrat mit 52 Plätzen treten sieben Parteien an: SPD, CDU, Grüne, FDP, FWG-Bürgerforum, Die Linke und NPD. Bei der letzten Kommunalwahl 2009 waren 61.852 Wormser aufgerufen, die Wahlbeteiligung lag bei 44,68 Prozent. Zugelegt hatte die SPD (+2,24 Prozentpunkte auf 38,3 Prozent), die Anzahl ihrer Sitze im Rat konnte sie von 19 auf 20 erhöhen. Klarer Verlierer war die CDU (-6,7 auf 33,2 Prozent), nach Abzug von vier Stimmen blieben ihr 17. Klarer Sieger war die FDP (+ 4,74 auf 10,5 Prozent). Sie gewann drei Sitze und hatte somit sechs. Etwas schwächer stieg die Zustimmung bei den Grünen (+1,37 auf 8,1 Prozent), sie blieben bei vier Mandaten. Das Bürgerforum und die FWG hatten fusioniert, insgesamt brachte ihnen das aber kein Plus. Mit 6,3 Prozent verloren sie sogar zwei Sitze, es blieben ihnen drei. Die Linke kam mit 3,56 Prozent und zwei Sitzen beim ersten Mal auf Anhieb in den Wormser Stadtrat. Damit konnten weder CDU noch SPD alleine regieren, über mögliche Koalitionen wurde viel spekuliert. Letztlich aber blieb alles beim alten, die beiden großen Fraktionen setzten ihre „punktuelle Zusammenarbeit“ fort. Neue Wahl, neues Glück. Wer konnte in der vergangenen Legislaturperiode punkten? Verloren haben die beiden Koalitionäre bei der Debatte um das geplante Gewerbegebiet Am hohen Stein, aber auch in der Frage zum Haus am Dom. Wobei hier die SPD beziehungsweise OB Michael Kissel sehr klar Stellung für das Gemeindehaus der Kirche bezog – was die SPD Stimmen kosten könnte. Die CDU dagegen ergriff den Strohhalm der Vertagung einer Entscheidung sehr gerne. Diese beiden Themen wurden am intensivsten diskutiert, spalteten die Stadt in zwei Lager. Wer sieht da noch auf Erfolge? Zumal ja Entscheidungen immer gemeinsam getroffen wurden in der Kooperation SPD und CDU. Womit und mit wem treten die Parteien nun an? Die SPD legt eine ausgewogene Liste vor, jeder dritte Kandidat ist weiblich, an der Spitze steht Fraktionsvorsitzender Timo Horst. Der 35-Jährige ist gleichzeitig Ortsvorsteher in Herrnsheim. Die Themen sind: Bildung und Arbeitsplätze, bestehendes Gewerbe pflegen, Flächen für Neuansiedlungen schaffen. Auch die CDU legt eine Liste mit immerhin 18 Frauen vor. Frontmann ist Rechtsanwalt und Fraktionsvorsitzender Klaus Karlin, der in der Stichwahl zum Bürgermeisteramt 2011 ganz guten Zuspruch bei den Wormsern fand. „Ehrlich, sorgsam, gemeinsam“, mit diesem Slogan will die CDU Wähler gewinnen. Konkret geht es um Minderung der Schuldenlast, zum Beispiel durch „gemeinsamen Verzicht auf überzogene Ansprüche“, um wirtschaftliche Entwicklung oder bedürfnisorientierte Bildung: Die Schulen sollen nah sein, die Qualität der Betreuung und Förderung sehen die Christdemokraten als Basis für die Zukunft. Um „Klartext“ geht es der Gruppe FWG-Bürgerforum, die sich besonders stark gemacht hat für einen Bürgerentscheid zum Haus am Dom. Sie will den Haushalt sanieren, will mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz sowie Ansprechpartner für alle Bürger sein. Sie treten mit dem bisherigen Fraktionsvorsitzenden Mathias Englert sowie Karl Müller (dem „Wutbürger von Worms“) und der „Mutter der Nibelungenhorde“, Astrid Perl-Haag, an. Frontfrau der Grünen ist die 29-jährigen Isabel Mehlmann, der bisherige Fraktionsvorsitzende ist an die zweite Position gerückt. Neu dabei ist der Kämpfer gegen das Gewerbegebiet Am hohen Stein, Richard Grünewald. Er könnte einige Sympathiepunkte holen. Die Partei stellt ihr Konzept „Worms 2030“ in den Mittelpunkt. Dazu zählen Klimaschutz, erneuerbare Energien, Artenschutz, Bildung für alle und das Thema Willkommenskultur. Und sie fordert bürgerschaftliches Engagement. Die FDP geht in die Wahl mit Fraktionschef Jürgen Neureuther. Ganz oben, zumindest deutlich sichtbar, stehen plakative Forderungen wie Parkgebühren senken, Innenstadt fördern, „für eine sichere und saubere Stadt“ und „für einen freien Blick auf den Wormser Dom“. Allein mit diesen drei Themen, wenn sie denn entscheidend wären, dürften die Liberalen punkten. „100 Prozent sozial, auch kommunal“ mit diesem Slogan tritt die Linke an und mit dem bewährten Team Sebastian Knopf und Franz Lieffertz. Frauen sind nur zwei auf der Liste und nicht auf den vordersten Plätzen. Die Linke will die Politik in Worms transparent machen und tritt für mehr Bürgerbeteiligung ein.