Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Wenig Einbrüche im nördlichen Kreis

Einbrecher suchen die Gemeinden im nördlichen Rhein-Pfalz-Kreis eher selten auf.
Einbrecher suchen die Gemeinden im nördlichen Rhein-Pfalz-Kreis eher selten auf.

Jedes Jahr zur Umstellung von Sommer- auf Winterzeit sensibilisiert die Polizei mit dem „Tag des Einbruchschutzes“ die Bürger dafür, die eigenen vier Wände vor Einbrüchen oder Einbruchsversuchen zu schützen. Aktuellen Zahlen zufolge scheint das im Norden des Rhein-Pfalz-Kreises zu funktionieren.

Die gute Nachricht: „Die Zahl der registrierten Wohnungseinbrüche bewegt sich fast ausschließlich auf einem niedrigen einstelligen Niveau.“ So ordnet Thorsten Mischler, Leiter der Pressestelle des Polizeipräsidiums Rheinpfalz das Thema auf Anfrage ein. Er hat für die RHEINPFALZ die Einbruchstatistiken der Jahre 2019 bis zum ersten Halbjahr 2024 für den nördlichen Teil des Rhein-Pfalz-Kreises ausgewertet. Auffällig ist, dass es kaum Auffälligkeiten gibt. Sowohl in der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim als auch in Bobenheim-Roxheim gab es in diesem Zeitraum kaum ein Jahr, in dem mehr als fünf Einbrüche oder Einbruchsversuche polizeilich registriert wurden. Besonders sicher scheint Kleinniedesheim zu sein: Dort wurden innerhalb der vergangenen fünf Jahre lediglich 2023 zwei Einbruchsversuche registriert. Selbst im 7000 Einwohner großen Lambsheim ist der Höchstwert in den Jahren 2019 und 2021 mit jeweils fünf Einbrüchen oder Versuchen niedrig.

Die Zahlen werden nach bundeseinheitlichen Richtlinien erfasst und geben Aufschluss über die im Beobachtungszeitraum abgeschlossenen Ermittlungsverfahren. Der Zeitpunkt der Erfassung der Zahlen lässt laut Mischler daher keine Rückschlüsse auf die Tatzeit zu, das heißt: Ein Einbruchsversuch, der in der Statistik im Jahr 2024 auftaucht, kann sich bereits im Vorjahr ereignet haben.

Einen statistischen Ausreißer nach oben gibt es dann aber doch: 2021 gab es in Beindersheim zehn Einbrüche oder Versuche, in Großniedesheim und Heßheim acht und auch Heuchelheim erreicht 2021 mit vier Delikten dieser Art den eigenen Höchststand im Beobachtungszeitraum.

Heißt das also, dass in dieser Zeit oder kurz davor Einbrecherbanden unterwegs waren? Mischler ordnet die Datenlage ein: „Es kommt immer mal wieder zu Schwankungen. Belastbar erklären können wir diese Entwicklungen nicht.“ In anderen Gemeinden im Bereich der Polizeidirektion Ludwigshafen gab es 2021 keinen vergleichbaren Anstieg, wie Mischler sagt. Das trifft auch auf Bobenheim-Roxheim zu, wo 2019 und 2022 zwar sieben abgeschlossene Ermittlungsverfahren verzeichnet sind, 2021 aber nur zwei.

Mischler glaubt jedoch, dass es einen Zusammenhang zwischen der Aufklärung durch die Polizei und den niedrigen Zahlen gibt. 2023 seien im Zuständigkeitsbereich seiner Dienststelle 219 Einbruchsschutzberatungen durchgeführt worden. „Letztlich dürften auch die sicherungstechnischen Empfehlungen dazu beigetragen haben, dass es in Rund der Hälfte der Fälle zu keiner Vollendung des Wohnungseinbruchs kam und es beim Versuch blieb“, kommentiert Mischler die Datenlage im Präsidiumsbereich.

In der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) des Präsidiums heißt es zwar, dass sich insbesondere die Coronajahre 2020 und 2021 mit einem deutlichen Abfall der Zahlen im gesamten Präsidiumsbereich ausgewirkt haben, die Entwicklung aber ein kontinuierliches Niveau zeige. Gab es vor fünf Jahren 822 Fälle im Präsidiumsbereich, waren es im vergangenen Jahr 793. Sorgen bereitet hingegen der Blick auf die Aufklärungsquote: Die ist in den vergangenen fünf Jahren bis auf einen Ausreißer im Jahr 2020 kontinuierlich gesunken. 2023 konnten nur zehn Prozent der Einbruchsdelikte aufgeklärt werden. 2019 waren es noch 22 Prozent.

Info

Informationen zur Kampagne der Polizei und Tipps zum Wohnungseinbruch haben die Ordnungshüter im Internet unter der Adresse www.k-einbruch.de zusammengestellt.

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