Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Weihnachtliches Musizieren in Mutterstadt: Musikgruppen des Kreises präsentieren sich

Gute Musiker und tolle Akustik: Das „Weihnachtliche Musizieren“ kommt gut an.
Gute Musiker und tolle Akustik: Das »Weihnachtliche Musizieren« kommt gut an. Foto: KUNZ

Die Stimmung war festlich, die protestantische Kirche voll besetzt, die Akustik toll, die Musik beeindruckend. Doch eine fehlte: Bine Stoll, die Leiterin des Fußgönheimer Spielkreises, war kurz vorm „Weihnachtlichen Musizieren“ erkrankt. Nannette Fritsch und Bernhard Vanecek sprangen ein.

Ein gut funktionierendes Netzwerk ist oftmals unabdingbar. Erst am Donnerstag hatte Nannette Fritsch das Zepter und die musikalische Leitung des Konzerts übernommen. Musiker Bernhard Vanecek, Vater dreier Söhne, die im Spielkreis aktiv sind, kümmerte sich ums Dirigieren. Mucksmäuschenstill war es, als die ersten Töne von Händels Festlichem Marsch erklangen. Sanft glitten die Bögen bei „Stille Nacht, heilige Nacht“ über die Saiten der Geigen.

Zum 35. Mal fand das Konzert des Fußgönheimer Spielkreis in Kooperation mit verschiedenen Kammermusikensembles der Musikschule des Rhein-Pfalz-Kreises und dem Chorus Piepsicus statt. Nur eines war eben anders als sonst: Bine Stoll war krankheitsbedingt nicht dabei. Doch die jungen Musiker waren sehr gut vorbereitet. Zwischen klassischen Stücken von Vivaldi, Purcell und Mozart, durfte das Publikum bei bekannten deutschen Weihnachtsliedern mitsingen, was die Anwesenden dank Liedblättern mit Noten und Texten auch gerne taten. Und damit auch die hinteren Sitzplätze den Musikern einmal nah sein konnten, wurden Flötengruppen und vereinzelte andere Instrumente in verschiedenen Bereichen der Kirche platziert. Das sorgte für abwechslungsreiche akustische Effekte.

Kinder singen und spielen für Kinder

Der Erlös des Konzerts ist wieder für einen guten Zweck bestimmt: Seit 20 Jahren schickt der Fußgönheimer Spielkreis Kleidung, Schulmaterial und andere notwendige Dinge nach Radviliskis, einer Stadt in Litauen. In den Großstädten des Landes sei die Situation nahezu wie in Europa aber in den ländlichen Gegenden die Armut sehr hoch, das Material für den Schulbesuch nahezu unbezahlbar, wusste Fritsch zu berichten. Seit der Staat vor vier Jahren die Zuwendungen stark gekürzt hatte, mussten in dem befreundeten litauischen Ort die Kinder des Waisenhauses ohne warme Suppe und die Kinder eines Behindertenheimes ohne Abendessen zu Bett geschickt werden. In den vergangenen vier Jahren wurden daher mit Hilfe von Bines Suppenküche 42.000 Euro gesammelt. Das ermöglichte es jährlich 300 Kindern, diese fehlende warme Mahlzeit zu finanzieren. Auch eine Kur im Sommer, die pro Kind 60 Euro kostet, konnte mit dieser Spende angetreten werden. Der Leiter des Heimes habe sich gerührt bedankt.

In den Reihen der Musiker fanden sich einige Talente, von denen man in der Zukunft sicher noch hören wird. Carl Münchbach und Elias Yu, zwei talentierte Geiger, und Frieda Münchbach, die die beiden mit dem Cello begleitete, beherrschten ihre Instrumente trotz ihres jungen Alters erstaunlich gut. Ein sonst im Publikum gerngesehener Gast, löste ein Versprechen ein, das er Bine Stoll zu deren 60. Geburtstag gegeben hatte: Landrat Clemens Körner (CDU). Der hatte seine aktive Teilnahme am Konzert mit seiner Trompete zugesagt – und gehalten. Bezaubernd waren auch die kleinen Flötisten, die ohne Noten „Backe, backe Kuchen“ wiedergaben und die munteren kleinen Piepsicusse, die textsicher „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ zum Besten gaben.

Es war ein toller Auftritt aller Beteiligten, der Bine Stoll, trotz erzwungener Abwesenheit, wieder alle Ehre gemacht hat.

Gute Musiker und tolle Akustik: Das „Weihnachtliche Musizieren“ kommt gut an.
Gute Musiker und tolle Akustik: Das »Weihnachtliche Musizieren« kommt gut an. Foto: KUNZ
Gute Musiker und tolle Akustik: Das „Weihnachtliche Musizieren“ kommt gut an.
Gute Musiker und tolle Akustik: Das »Weihnachtliche Musizieren« kommt gut an. Foto: KUNZ
Gute Musiker und tolle Akustik: Das „Weihnachtliche Musizieren“ kommt gut an.
Gute Musiker und tolle Akustik: Das »Weihnachtliche Musizieren« kommt gut an. Foto: KUNZ
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