Rhein-Pfalz Kreis Weißes mit Pulver, Buntes flüssig

Ludwigshafen. Wenn es um Waschmittel geht, kann Claudia Esper niemand etwas vormachen. Seit sechs Jahren leitet sie das Waschlabor der BASF. Hier testet sie mit ihrem Team Inhaltsstoffe, die sich in den handelsüblichen Waschmitteln finden. Ob Rotwein oder Tomatensoße – Esper sucht nach Wegen, schmutzige Wäsche wieder sauber zu bekommen.
Im Waschlabor der BASF stehen sechs Waschmaschinen. Hier werden die von den Forschern zusammengestellten Formulierungen, die unter anderem Polymere und waschaktive Substanzen enthalten, auf ihre Wirksamkeit getestet. Die Maschinen werden dafür mit 3,5 Kilogramm Test- und Ballastgewebe gefüllt. So kann die Wirkung eines Polymers an vielen verschiedenen Fleckenarten getestet werden. Wollen Esper und ihre Mitarbeiter prüfen, wie eine Sorte Schmutz auf verschiedene Waschmittel reagiert, greifen sie auf ein anderes Gerät zurück, in dem 20 Becher in einem Wasserbad gedreht werden. „An die Hersteller werden am Ende nur die Rohstoffe verkauft, nicht die Formulierungen“, sagt Esper. Das verschmutzte Testgewebe wird von externen Instituten eingekauft. „Das gibt es zum Beispiel mit Flecken von Tomatensoße, Spaghetti Bolognese oder Waldbeereis.“ Die durchtränkten Stofffetzen sollen beim Test heller werden. Mittlerweile arbeitet Claudia Esper seit 25 Jahren für den Chemiekonzern. Ehe sie vor sechs Jahren die Leitung des Waschlabors übernahm, war die 50-Jährige schon im Bereich Anwendungstechnik aktiv. 2003 ist sie dann Teil der Waschmittel-Gruppe geworden. Zu ihren Aufgaben gehört heute die Betreuung von Projekten für neue Inhaltsstoffe. Außerdem ist sie Ansprechpartnerin für Kollegen aus der ganzen Welt, wenn es um das Waschen geht. „Chemie hat mir schon immer Spaß gemacht. In der Schule hatte ich es als Leistungsfach“, sagt die Laborleiterin, die an der Fachhochschule Mannheim zur Chemieingenieurin ausgebildet wurde. Nebenbei half sie in der Metzgerei ihrer Eltern mit. Geboren wurde die zweifache Mutter in Neustadt, aufgewachsen ist sie in Ludwigshafen-Friesenheim. „Wegen der Kinder sind wir dann nach Kindenheim gezogen“, sagt Esper. „Dort haben wir auch einen Garten zum Toben. In unserer vorherigen Wohnung wurde es einfach zu eng.“ In ihrer Freizeit setzt sich die Laborleiterin gern mit einem Buch in den Garten. Am liebsten schmökert sie in Krimis und Reiseberichten. Beruflich ist sie durchschnittlich 15 Tage im Jahr auf der ganzen Welt unterwegs, zum Entspannen geht es in die Toskana oder in die Berge. „Nur am Strand liegen möchte ich nicht“, sagt sie. „Zu einer Reise gehört auch, dass man etwas von der Kultur mitbekommt.“ Für alle Hausfrauen und -männer hat Claudia Esper noch einen Tipp parat: „Weißes am besten mit Pulver waschen, Buntes mit Flüssigwaschmittel.“ Bei der großen Auswahl in den Geschäften empfiehlt sie, sich an den Bewertungen der Stiftung Warentest zu orientieren. (mnx)