Rhein-Pfalz Kreis Wasserpreis bleibt stabil

Ludwigshafen. Womöglich wird der Zweckverband für Wasserversorgung, die Pfälzische Mittelrheingruppe, demnächst größer. Derzeit gebe es Gespräche mit der Ortsgemeinde Altrip und der Ortsgemeinde Iggelheim. Das teilte Verbandsvorsitzender Otto Reiland (CDU) bei der Jahresversammlung in Schifferstadt mit. Für die Verbraucher wird sich erst einmal nichts ändern. Der Verband beschloss die geltenden Preise auch für 2016.
Für die Vertreter der Mitgliedsgemeinden Dannstadt-Schauernheim, Limburgerhof, Mutterstadt, Neuhofen, Schifferstadt, Waldsee und Böhl-Iggelheim ist die Versammlung gegen Jahresende immer ein bisschen wie vorgezogene Weihnachten. Denn bei ihr gibt es Geld zurück, und zwar in Form der Konzessionsabgabe. Aus dem Geschäftsjahr 2014 sind es rund 200.000 Euro, die entsprechend des jeweiligen Wasserverbrauchs an die Gemeinden zurückfließen. Die Konzessionsabgabe ist ein Entgelt, das der Zweckverband entrichtet, weil er den öffentlichen Raum der Gemeinden nutzt – zum Beispiel für die Verlegung, den Betrieb und den Unterhalt ihres Leitungsnetzes. Dieses Netz ist insgesamt 372 Kilometer lang und wird seit dem vergangenen Jahr von 217 neuen Haushalten genutzt. Den Jahresbericht stellte Uta Eichelberger vor, die als Controllerin zur Werkleitung gehört. Die Mitglieder beschlossen einstimmig, den Jahresgewinn von 170.000 Euro der allgemeinen Rücklage zuzuschlagen. Der Zweckverband verkaufte im vergangenen Jahr 4,106 Millionen Kubikmeter Trinkwasser. Der Wasserverbrauch sei 2014 im Vergleich zum Vorjahr leicht auf einen durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 126 Litern gestiegen. Das sei etwas mehr als der Bundesdurchschnitt, der bei 122 Litern liegt. Der Rekordverbrauch des Jahres 2003 wurde jedoch nicht erreicht, wie Reiland erklärte. Diese Höchstmarke könnte aber 2015 übertroffen werden. Der Kubikmeterpreis von 1,26 Euro sei im Landesschnitt niedrig und abgesehen von dem vom Land geforderten „Wassercent“ seit Jahren stabil. Der Verband beschloss, die Preise auch für das kommende Jahr beizubehalten. Werkleiter Wolfgang Engler berichtete, dass die Zählerableser die Verbraucher in Zukunft nicht mehr besuchen werden. Viele Bürger begrüßten diese Umstellung. „Die Leute waren verunsichert durch Meldungen über Trickbetrüger, die sich als Ableser Zutritt zu ihren Häusern verschaffen wollen“, erklärte Engler. Per Postkarte oder im Internet könnten die Verbraucher dem Zweckverband ihre Zählerstände nun selbst mitteilen. „Beschummeln wird langfristig aber auffliegen“, sagte Reiland. Beim Austausch der Zähler, der nach sechs Jahren erfolgt, werde dessen Anzeige noch einmal abgelesen, und eine Differenz zu vorigen Angaben müsse nachgezahlt werden. Eine Kostenersparnis ergebe sich durch das Selbstablesen nicht. Der Vertrag der Ortsgemeinde Altrip mit den Technischen Werken Ludwigshafen (TWL) gelte noch bis ins Jahr 2017, berichtete Engler. Für die Altriper Bürger könnte sich allerdings ein Wechsel des Versorgers lohnen: Die TWL verlangten derzeit etwa 30 Prozent mehr Entgelt als die Mittelrheingruppe. Es sei noch einiges zu klären, unter anderem wie mit dem Leitungsnetz der TWL und dem Altriper Eigenbetrieb des Wasserwerks zu verfahren sei. Während Böhl bereits zur Mittelrheingruppe gehört, wird Iggelheim noch von Haßloch versorgt. Die Konzession sei nun ausgeschrieben, die Mittelrheingruppe werde sich bewerben, sagte Engler. (ghx)