Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Wasserpreis: Anstieg in einigen Kreisgemeinden

Investitionen sind ein Grund für die Peiserhöhung.
Investitionen sind ein Grund für die Peiserhöhung.

In einigen Kreisgemeinden steigen ab dem kommenden Jahr die Wasserpreise. Der Zweckverband Friedelsheimer Gruppe hat in seiner Verbandsversammlung – neben der Bilanz 2019 und den Wirtschaftsplan 2021 – die Preiserhöhung beschlossen. Schuld ist eine „Investitionswelle“.

Dem Zweckverband gehören die Gemeinden Maxdorf, Fußgönheim, Birkenheide, Lambsheim, Rödersheim-Gronau, Hochdorf-Assenheim, Meckenheim, Niederkirchen, Ellerstadt, Gönnheim und Friedelsheim an. In diesen Gemeinden wird die monatliche Grundgebühr um 1,07 Euro auf 7,49 Euro brutto steigen. Die Verbrauchsgebühr beträgt zukünftig 1,34 Euro brutto pro Kubikmeter Wasser, derzeit kostet ein Kubikmeter 1,23 Euro brutto.

Die Friedelsheimer Gruppe stehe vor einer gewaltigen „Investitionswelle“, sagte Werkleiter Wilfried Weber, das sei der Hauptgrund für die Preiserhöhung und die geplante Darlehensaufnahme – übrigens der erste Kredit seit 50 Jahren. Zudem habe der Zweckverband in den vergangenen Jahren einen großen Teil seiner Eigenmittel als Konzessionsabgabe an die Mitgliedsgemeinden ausgezahlt, sagte Verbandsvorsteher Stefan Veth.

Es werden mehr neue Leitungen verlegt

Investitionen stehen laut Weber in vielen Bereichen an. Die Kosten dafür steigen, weil weitaus mehr neue Wasserleitungen verlegt werden müssten als in den vergangenen Jahren. Der Grund: Immer mehr Gemeinden bauten ihre Straßen aus, da dies inzwischen mit wiederkehrenden Ausbaubeiträgen finanziert wird. Und es sei sinnvoll, im Zuge einer Straßenerneuerung auch alte Wasserleitungen zu ersetzen. In den vergangenen Jahren seien im Schnitt etwa 1500 bis 2000 Meter Wasserleitung im Verbandsgebiet erneuert worden, für das kommende Jahr seien 6500 Meter vorgesehen, so Weber. Es sei davon auszugehen, dass auch in weiterer Zukunft immer mehr Straßen saniert werden.

Etwa zwei Millionen Euro sind für den Austausch von Leitungen eingeplant, die unter anderem in die Gemeinden Niederkirchen, Friedelsheim und Lambsheim investiert werden. Für knapp eine Million Euro soll in Maxdorf ein neuer Brunnen gebohrt werden, kündigt Weber an. Der Grund: Am Brunnen I habe sich im Vorfeld des Filters sehr viel Sand abgelagert, der den Filter zunehmend verstopfe und die Wassergewinnung reduziere. Eine Filtererneuerung sei nicht möglich. Die Brunnenarbeiten sollen im kommenden Jahr beginnen und werden wahrscheinlich bis Sommer 2022 dauern.

Mehr Stellen beim Zweckverband

Am Brunnen III in Hochdorf müsse das Filterrohr ausgetauscht werden, da sich dort Eisen und andere Stoffe abgesetzt hätten, erklärte Weber weiter. Rund 60.000 Euro sind für diese Arbeiten vorgesehen. Zudem soll das Personal aufgestockt werden, um drei auf 28,85 Stellen. Die Verwaltung und die Tiefbauabteilung sollen verstärkt werden, da die deutlich gestiegene Arbeit sonst nicht mehr bewältigt werden könne, sagt Weber.

Veth erinnerte daran, dass die Friedelsheimer Gruppe im Jahr 1998 ein Barvermögen von etwa 7,4 Millionen Mark hatte. Damals sei beschlossen worden, zukünftig jährlich Konzessionsabgaben an die Mitgliedsgemeinden zu zahlen. Fast 6,4 Millionen Euro seien inzwischen ausgezahlt worden. Um die anstehenden Investitionen bezahlen zu können, wurde beschlossen, dass zukünftig pro Jahr höchstens 150.000 Euro an Konzessionsabgaben ausgezahlt werden und weitere Überschüsse in die Rücklagen des Zweckverbands fließen.

Das wurde schon für das Jahr 2019 so gehandhabt. Die Bilanzsumme für 2019 beläuft sich auf über 16 Millionen Euro. Der Gewinn von etwa 140.000 Euro wird als Rücklage verbucht. In diese fließen außerdem rund 92.000 Euro von der Konzessionsabgabe, die 242.000 Euro beträgt. Fast 2,4 Millionen Kubikmeter Wasser sind 2019 verkauft worden, das waren etwa 33.000 Kubikmeter weniger als im Jahr 2018. Die Jahresbilanz wurde ebenso einstimmig gebilligt, wie der Wirtschaftsplan 2021, der die Aufnahme eines Kredits von 1,3 Millionen Euro vorsieht.

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