Rhein-Pfalz Kreis Was wird aus dem Schneeball-Haus?

«Dannstadt-Schauernheim.» Die Kündigung des Pachtvertrags mit dem Verein Schneeball aktiv für das Anwesen Deidesheimer Straße 1 im Ortsteil Assenheim hat im Herbst für Aufregung gesorgt. Der Verein betreibt dort Kinder- und Jugendarbeit. Nun soll ein Nutzungskonzept für die Immobilie erstellt werden. Dieser Vorschlag der CDU-Fraktion ist am Donnerstag im Verbandsgemeinderat auf breite Zustimmung gestoßen.
Was ist passiert? Nach 30 Jahren Kinder- und Jugendarbeit muss Schneeball aktiv das Anwesen zum 31. Dezember 2019 räumen (wir berichteten). Diese umstrittene Ratsentscheidung im August 2018 hat über die Grenzen der Kommune hinaus Aufmerksamkeit erregt sowie einigen Widerstand hervorgerufen. „Doch es wird dabei bleiben, da möchte ich niemandem Hoffnung machen“, stellte Bürgermeister Stefan Veth (CDU) noch einmal klar. Der Zustand der Gebäude lasse keine andere Wahl. Vor allem in Sachen Brandschutz sei das Anwesen nämlich weit davon entfernt, die in den vergangenen Jahren deutlich verschärften Vorschriften zu erfüllen. Im Falle eines Unglücks sei zunächst einmal der Pächter haftbar. „Aber wer weiß, ob, wenn etwas passiert, nicht am Ende doch die Gemeinde zumindest teilweise verantwortlich gemacht wird? Ich bin nicht bereit, dieses Risiko einzugehen“, erläuterte Veth. Den immensen Sanierungsbedarf bestätigte der CDU-Fraktionsvorsitzende Johannes Kupper. Er erinnerte aber auch an den zweiten Teil des Ratsbeschlusses vom August: im Laufe des Jahres 2019 ein Nutzungskonzept für das Anwesen zu erstellen. Entsprechend hergerichtet könne in der Immobilie die Jugendarbeit in Hochdorf-Assenheim wiederbelebt werden. Diese war bis 2017 im Alfons-Legner-Haus im Ortsteil Hochdorf untergebracht, das inzwischen abgerissen wurde. Die Suche nach Alternativen blieb bis zuletzt erfolglos. Außerdem eigne sich der ehemalige Bauernhof aufgrund seiner Lage als zentraler Kinder- und Jugendstützpunkt für die gesamte Verbandsgemeinde. Für den Nachwuchs aus den Ortsgemeinden Dannstadt-Schauernheim und Rödersheim-Gronau sei er auch mit dem Fahrrad gut zu erreichen. Dank der drei unterschiedlichen Gebäudeteile und der Freiflächen könne er neben kommunalen Angeboten wie Kinderhaus und Jugendtreff von örtlichen Vereinen – etwa Schneeball aktiv – mitgenutzt werden. Oder für Ferienprogramme der Ortsranderholung, Bildungsangebote und der Kreismusikschule. „Als ersten Schritt schlagen wir eine Arbeitsgruppe unter Federführung des zuständigen Fachbereichs der Verwaltung vor“, erklärte Kupper. Darin könnten Ideen und Lösungsansätze zusammengetragen und auf ihre Umsetzbarkeit hin geprüft werden. In einem weiteren Schritt müsse dann geklärt werden, wie sich das Konzept angesichts der Sanierungsarbeiten und deren Kosten am besten umsetzen lässt. Bürgermeister Veth regte an, dass der Arbeitsgruppe je zwei oder drei Vertreter der Rasfraktionen von CDU, FDP und SPD angehören sollten, alle drei Jugendpfleger, die zuständige Beigeordnete Gabriele Böhle (CDU) und er selbst. SPD-Fraktionschef Uwe Schölles hielt die Arbeitsgruppe für sinnvoll. Für seinen Vorschlag, Schneeball aktiv daran zu beteiligen, bekam er von der Ratsmehrheit keine Unterstützung. „Sie sollte auf die Entscheider und Verantwortlichen beschränkt bleiben“, fanden Veth und Böhle. Marc Hauck (FDP) sah noch großen Klärungsbedarf. Es sollten alle Optionen samt Kosten ausgelotet werden.