Dannstadt-Schauernheim
Was war, was kommt: Neues Antlitz für den Amtssitz
Im Dannstadt-Schauernheimer Rathaus fällt immer mehr Arbeit an. Die Pandemie hat diesen Trend noch verstärkt. Deshalb werden neue Mitarbeiter eingestellt, doch die benötigen Arbeitsplätze. Aus diesem Grund soll das Gebäude, das so alt ist wie die 1972 gebildete Verbandsgemeinde selbst, nicht nur saniert, sondern auch erweitert werden.
Den Auftakt macht der marode Treppenhausturm, der zuletzt undicht war, sodass bei Regen Wasser eindrang. „Kurz vor Jahresende haben wir die Baugenehmigung bekommen. Es war schwierig, für seine Erneuerung und Neuverglasung eine Lösung zu finden“, sagt Bürgermeister Stefan Veth (CDU). „Jetzt hoffen wir auf einen vorzeitigen Baubeginn im Frühjahr.“ Dabei bekomme der Turm – und damit das Rathaus – einen neuen Notausgang. Er werde auch gleich so gestaltet, dass er in den ebenfalls geplanten Umbau des Foyers integriert werden kann.
Die Umbaupläne für das Rathaus einschließlich des Foyers hat der Rat bereits diskutiert. Daraufhin sind sie noch einmal überarbeitet worden. „Die neuen Entwürfe werde ich zuerst mit den Beigeordneten und Fraktionsvorsitzenden besprechen, dann mit den Mitarbeitern. Schließlich werden sie dem Rat vorgestellt“, erläutert Veth das weitere Vorgehen.
Neue Ideen für die Jugendarbeit
Weiter geht auch die Planung für das Erneuern und Erweitern der Kläranlage. Die Genehmigungsplanung für das gesamte Projekt habe die Kommune inzwischen bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd eingereicht, sagt Veth. Daneben werden weitere Leitungsrohre verlegt, um die neuen Gewerbeflächen in Dannstadt-Ost und „Östlich der Assenheimer Straße“ in Rödersheim-Gronau sowie das kleine Neubaugebiet „Südlich des Schauernheimer Wegs“ in Hochdorf-Assenheim an die Kanalisation anzuschließen. Hier hat sich vor allem der Bau eines zusätzlichen Pumpwerks in der Angelstraße im Ortsteil Dannstadt als harte Nuss erwiesen. „Das ist sehr schwieriges Terrain, die Arbeiten dort sind wegen des hohen Grundwasserspiegels ambitioniert“, sagt Veth. Bis Juni sollten sie jedoch fertig werden.
Apropos Werke: Die Eigenbetriebe und die Energie Dannstadter Höhe seien gut aufgestellt und würden gute Gewinne für die drei Ortsgemeinden erwirtschaften. Endlich errichtet werden soll dieses Jahr das Kleinspielfeld mit Basketballkörben bei der Kurpfalzhalle. Dieses Vorhaben hat sich laut dem Verwaltungschef verzögert, da die Gemeinde auf die Baugenehmigung warten musste.
Dass es mittlerweile ein Nutzungskonzept für die Deidesheimer Straße 1 im Ortsteil Assenheim gibt, freut Veth. Zumal er 2018, als die Kommune den Pachtvertrag mit dem Verein Schneeball aktiv kündigte, viel Kritik einstecken musste. In dem ehemaligen Bauernhof soll ein Mehrgenerationenhaus mit Schwerpunkt auf Kinder- und Jugendarbeit geschaffen werden, das zudem als Anlaufstelle für soziale Belange dient. „Es war schwierig, aber es entsteht etwas Neues, das vielen nützt“, sagt er. „Und wir haben dafür auch schon schöne Ideen.“
Corona zeigt finanzielle Folgen
Die Sanierung der Schauernheimer Grundschule und der vorübergehende Umzug der Schüler und Lehrer in die Kurpfalzschule in Dannstadt laufen ebenfalls gut, berichtet er. Das gelte auch für den Bustransport der Jungen und Mädchen, den der Rhein-Pfalz-Kreis organisiert hat.
Grund zur Freude ist für ihn auch, dass der Schuldenstand der Verbandsgemeinde auf unter eine Million Euro gesunken ist und die Kommune seit Jahren keinen Kredit mehr aufnehmen musste. „Dabei wird es aber wohl nicht bleiben“, räumt er mit Blick auf die Folgen der Corona-Pandemie sofort ein. Die habe der Kommune schon jetzt viel abverlangt und erheblich mehr Arbeit verursacht. „Wir mussten einen Schichtbetrieb organisieren, weitreichende Homeoffice-Regelungen finden sowie alle wichtige Servicepunkte und öffentlichen Gebäude mit Hygienemaßnahmen wie Spuckschutz und Desinfektionsmittelspender nachrüsten“, sagt er. Dafür habe die Verbandsgemeinde viel Geld ausgegeben.
Stolz ist er darauf, dass es den Verantwortlichen gelungen ist, trotz all der Schwierigkeiten den Mundartwettbewerb Dannstader Höhe und das Europäische Filmfestival stattfinden zu lassen: „Mit großem Hygieneaufwand und vielen Einschränkungen zwar, aber sie fanden statt.“ Neben all dem hätten die Rathausmitarbeiter den logistischen Kraftakt gemeistert, für insgesamt rund 100 Ratsmitglieder die digitale Gremienarbeit zu ermöglichen und alle Sitzungsgebäude mit WLAN auszustatten. Im noch jungen neuen Jahr gilt es nun, neben dem Lockdown die Vorbereitungen für die Landtagswahl zu bewältigen. Als Wahllokale kommen diesmal wegen Corona ausschließlich große Hallen wie die Kurpfalzhalle infrage.
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