Rückblick 2021
Wahl des Jahres: Ja zu Bürgermeister Müller, Nein zu Baugebiet
Zwei Kandidaten fordern den Amtsinhaber heraus: Christian Reber (CDU) und Nicole Born (Grüne). Die beiden meinen es wirklich ernst und sind am Ende wirklich enttäuscht. Müller verpasst am 26. September die absolute Mehrheit nur ganz knapp und muss zwei Wochen später in die Stichwahl, die er mit 56,8 Prozent der Wählerstimmen klar gegen Reber gewinnt.
Der alte und neue Bürgermeister erhält in der letzten Gemeinderatssitzung 2021 seine Ernennungsurkunde aus den Händen des Ersten Beigeordneten Frank Peter (CDU). Dieser wünscht Müller ein „glückliches Händchen“ im Amt und schenkt ihm ein Gipsmodell seiner eigenen Hand. Man darf rätseln, was das zu bedeuten hat und wie die Bürgermeisterwahl ausgegangen wäre, wenn Peter statt Reber kandidiert hätte.
Nichts zu deuten gibt es dagegen beim Ergebnis des ersten Bobenheim-Roxheimer Bürgerentscheids am 26. September. 54,2 Prozent der 5692 Einwohner, die abstimmen, wollen nicht, dass südlich der Einkaufsmärkte ein bis zu 17 Hektar großes Wohn- und Gewerbequartier ausgewiesen wird. Sie lassen sich von den Argumenten der Gegner überzeugen. Das sind die Grünen und eine Bürgerinitiative, die sich zu dem Zweck gegründet hat, das Baugebiet zu verhindern. Dem einen Wähler wird es dabei eher um den Erhalt von Ackerböden gehen, dem anderen vielleicht um die Kosten, die so eine Dorfentwicklung mit sich bringt. Und wieder andere befürchten, dass Bobenheim-Roxheim zu groß wird.
CDU und SPD denken an all die jungen Leute, die mangels Wohnraum und Bauplätzen wegziehen werden. Aus dieser Sorge heraus bringt die CDU Mitte Dezember einen Antrag ein, von dem man noch nicht genau weiß, was er bedeuten soll. Die Fraktion will wissen, wie oft innerörtliche Bauvorhaben gescheitert sind, weil die Gemeinde ihr Einvernehmen nicht erteilt hat.