Rhein-Pfalz Kreis „Würde mir sofort das LU wieder holen“

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Mutterstadt. RP oder lieber LU auf dem Nummernschild? Das wollen wir bei einer Umfrage in Mutterstadt von den Leuten wissen. Denn theoretisch könnten die Autobesitzer wählen, wenn denn der Kreis die entsprechenden Anträge an die Ministerien stellen würde (wir berichteten). Fazit: So richtig ins Herz geschlossen hat keiner der Befragten das RP-Kennzeichen. Die meisten wollen das „LU“ zurück.

Einzige Ausnahme ist Claudia Deutschel. Die fühlt sich zum Rhein-Pfalz-Kreis buchstäblich hingezogen – vor drei Jahren hat sie ihren Wohnsitz von Ludwigshafen nach Mutterstadt verlegt. Die Stadt und auch das LU-Kennzeichen vermisst sie nicht. „Ludwigshafen ist als Wohnort nicht mehr so attraktiv“, sagt sie. Darum sollte man auch anhand des Kennzeichens sehen, woher sie kommt. Würde Sie denn ihr RP-Kennzeichen mitnehmen, sollte sie aus dem Kreis wegziehen? „Das müsste ich mir noch mal überlegen“, sagt sie. Rechtlich ist die Mitnahme seit Kurzem tatsächlich möglich. Könnte Hans-Werner Weber wählen, „würde ich mir sofort wieder das LU-Kennzeichen holen“, sagt er. Der Rentner erinnert sich noch gut „an die zwangsweise verordneten RP-Nummernschilder“, über die er sich geärgert hat. Er trauert dem LU-Kennzeichen nach: „Da haben die anderen gewusst, wo man ungefähr herkommt“, sagt er. Beim RP am Auto werde er immer gefragt, woher er denn eigentlich komme. Außerdem „zähle ich mich immer noch zu Ludwigshafen zugehörig“, sagt Weber. Auch Christine Kreibiehl fühlt sich mit der Chemiestadt regional verbunden. „Als Landkreisbewohner gehöre ich zu LU, man muss doch stolz sein auf die Stadt“, sagt die Maxdorferin überzeugt. Entsprechend abgeneigt sei sie von jeher dem RP-Kennzeichen gegenüber gewesen. „Die Einführung war unnötig, keiner hat davon profitiert, reine Geldverschwendung“, lautet ihr Urteil. Ähnlich argumentiert auch Marianne Jünger. „Die Einführung war reiner Unsinn, das hat nur Geld gekostet“, sagt sie. „Beim LU-Kennzeichen hat man gewusst, woher man kommt.“ Wäre es möglich, würde sie aber nicht sofort wieder tauschen. Erst, wenn ihr Mann und sie sich ein neues Auto kauften. Bärbel Scheibel hat sich gerade ein neues Auto gekauft: „Da hätte ich gern wieder ein LU-Kennzeichen drauf“, erzählt sie. „Mit dem RP auf dem Nummernschild kann ich mich nicht identifizieren. Fährt man mit dem Auto in Urlaub, fragt jeder: Wo kommen Sie denn her?“. Der Rhein-Pfalz-Kreis ist so ein großes Gebiet, LU sei da geografisch eindeutiger. Der Meinung ist auch Doris Herz, die vor vier Jahren ein neues Auto und somit ein RP-Kennzeichen bekommen hat. Auch sie hätte lieber LU behalten, „das sagt mehr aus als RP“. Würde sie umziehen, würde sie ihr RP-Kennzeichen auch nicht mitnehmen. Erwin Bähr braucht sich nicht über das ungeliebte „RP“ ärgern. „Ich habe noch LU auf meinen Kennzeichen“. Noch kurz vor der Umstellung hatte er seinen damals neuen Wagen angemeldet. Würde er sich ein neues Auto kaufen, „ist mir das Kennzeichen eigentlich egal“, meint er. Auch schon früher konnte man die Stadt- von der Landbevölkerung unterscheiden, erinnert er sich – anhand der Anzahl der Buchstaben und Zahlen nach LU. Ein Buchstabe und drei Zahlen identifizierten zum Beispiel den Landkreisbewohner.

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