Fussgönheim Vorweihnachts-Bummeln in der Schlossscheune
Ein Geheimtipp ist die Fußgönheimer Vorweihnacht schon lange nicht mehr. Vielmehr lockt der Markt, der seit Ende der 1970er Jahre veranstaltet wird, jedes Jahr aufs Neue zahlreiche Besucher an. Es ist die gelungene Mischung aus heimeliger Atmosphäre im historischen Gebäude und hochwertigem Angebot, welche die Vorweihnacht zu einem der erfolgreichsten Weihnachtsmärkte in der Region macht. Umso schmerzlicher wurde sie im vergangenen Jahr vermisst, als im Lockdown keine Märkte stattfinden durften.
Dieses Jahr haben sich die Veranstalter vom Heimat- und Kulturkreis (HKK) Fußgönheim entschlossen, es zu wagen und den Markt unter Einhaltung der 2G-Regeln zu öffnen. Abgesehen von der Einlassbeschränkung soll es jedoch eine Vorweihnacht werden, wie man sie gewöhnt ist. An den beiden Wochenenden sind jeweils 25 bis 27 Aussteller mit einem breit gefächerten Angebot vor Ort. Zudem wechselt ein Großteil der Aussteller am zweiten Wochenende, sodass sich auch ein zweiter Besuch durchaus lohnt.
Angebot ist vielfältig wie gewohnt
Organisatorin Marie Luise Bingemann hat wieder akribisch darauf geachtet, dass sich die Künstler und Kunsthandwerker nicht gegenseitig Konkurrenz machen, sondern sich ergänzen. So gibt es Silberschmuck ebenso wie Glaskunst, dekorative Ölmalerei und Scherenschnitte oder auch Weihnachtsschmuck aus Perlen und weihnachtliche Floristik. Viele der Aussteller waren schon einmal in Fußgönheim, einige sind zum ersten Mal dabei.
Christa Bentz aus der Nähe von Karlsruhe etwa, die mit ihrer Kunst aus alten Büchern nach Bingemanns Einschätzung zu den Höhepunkten des Marktes am ersten Wochenende zählen dürfte. „Sie verwertet alte Bücher, indem sie in die Buchseiten unter anderem Ornamente oder Gesichter schneidet“, sagt die Organisatorin. Wenn man das Buch dann offen stehen lasse, ergebe sich die plastische Form. „Es ist etwas Besonderes“, sagt Bingemann begeistert.
Neues aus „Großmutters Kleiderschrank“
Ihr Debüt in Fußgönheim hat am ersten Wochenende auch Angelika Hoffmann, die aus Stoffen aus „Großmutters Kleiderschrank“ einzigartige Damenmode schneidert. Bei ihr bekommen alte Kleidungsstücke oder die Tischwäsche aus früheren Zeiten ein schickes neues Leben. Am zweiten Wochenende gibt es derweil ein Wiedersehen mit Ruth Friedrich und ihrer Damenoberbekleidung in „Crazy-Technik“. Für das besondere Outfit gibt es außerdem an verschiedenen Ständen Hüte und Mützen, Handgestricktes, exklusive Taschen und besondere Accessoires.
Wer sein Heim weihnachtlich schmücken möchte, wird an beiden Marktwochenenden ebenfalls fündig. Neben mehreren Ausstellern, die weihnachtliche Kränze und Blumensträuße anbieten, gehören auch Schwibbögen und Pyramiden, filigrane Strohsterne, Christbaumkugeln und Karten zum Angebot. Plätzchen und andere Köstlichkeiten zum Fest gibt es zudem wieder am Stand von Organisatorin Bingemann selbst, die sich darauf freut, dass endlich wieder Leben in die Schlossscheune einkehrt.
Willkommene Einnahmen für Verein
„Wir gehen davon aus, dass weniger Leute kommen als in den Jahren zuvor“, sagt HKK-Vorsitzender Andreas Sprinzl mit Blick auf die 2G-Regelung. Doch er sei zuversichtlich, dass trotzdem einiges los sein werde. Für den Verein ist das auch deshalb wichtig, weil das Wegbrechen jeglicher Einnahmen seit Beginn der Corona-Pandemie ihn hart getroffen hat. Nichtsdestotrotz muss der Heimat- und Kulturkreis seine Gebäude unterhalten. Nur mit Fördergeldern und großzügigen Spenden sei es gelungen, den Ausbau des ehemaligen Bankgebäudes gegenüber vom Schloss zum Museum voranzutreiben, so Sprinzl. Für die noch anstehenden Restarbeiten kann der Verein daher die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern der Vorweihnacht gut gebrauchen.
Noch Fragen?
Die Fußgönheimer Vorweihnacht in der Schlossscheune, Hauptstraße 64a, findet an den Wochenenden 13./14. und 20./21. November statt. Geöffnet ist samstags von 10 bis 19 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 2,50 Euro. Zutritt ist nur mit einem Impf- oder Genesenen-Nachweis möglich.