Rhein-Pfalz Kreis Von Kutsche über Trabi bis Quad

Sogar Federvieh durfte beim Gerolsheimer Umzug mitmachen.
Sogar Federvieh durfte beim Gerolsheimer Umzug mitmachen.

Fünf laute Schüsse der örtlichen Salutschützen: Die Eröffnung der Gerolsheimer Kerwe am Freitagabend war nicht zu überhören. Und der Festumzug am Sonntag war wie immer einer der Höhepunkte.

Angeführt von der Feuerwehr und ihrer Jugend zogen fast 40 Zugnummern durchs Dorf. Der Gemeinderat verzichtete auf einen Wagen und entsandte stattdessen einen „Nachwuchsgemeinderat“ mit Gerolsheimer Schülern. Der Spielmannszug aus Eppstein sorgte ebenso für Stimmung wie später die Guggemusik Scholleklopper aus dem Römerberger Ortsteil Berghausen, der Spielmannszug Nordend Frankenthal sowie die Badener Schallmeien aus Philippsburg. Die jüngsten Umzugsteilnehmer dürften die Kinder einer Krabbelgruppe sowie des Kindergartens Naseweis gewesen sein. Nach dem Aikido-Verein Gerolsheim bot die Freiwillige Feuerwehr mit ihrem Bierwagen die erste Erfrischung für die Zuschauer an, was bei strahlendem Sonnenschein (zumindest zu Beginn des Umzugs) nicht verschmäht wurde. Mit seinen Bambini war der ASV Heßheim zu Gast, und beim Männergesangverein Gerolsheim machte der 89-jährige Helmut Weyrauch mit, der nach eigenen Angaben aktuell der älteste gebürtige Gerolsheimer ist. Huldvoll grüßte die Weingräfin des Leiningerlandes, Laura I., die Besucher, ehe eine stolze Reiterin sowie ein Wagen mit Kutsche auf den Gerolsheimer Onlinehandel Heavy Horse Parts hinwies. In einem roten Citroën aus dem Jahre 1964 nahmen Altbürgermeister Adolf Buch und seine Frau am Umzug teil, ihnen folgte der Schützenverein mit dem amtierenden Schützenkönig und seinen Rittern. Bevor wild geschminkte und kostümierte Dirmsteiner Hexen durch die Dorfstraßen zogen, lenkte ein knallgelbes Oldtimercabrio Baujahr 1972 der Familie Hejl aus Dirmstein die Blicke der Zuschauer auf sich. Die Gerolsheimer Landfrauen wiesen mit ihrem Wagen auf die Tradition des Marmeladekochens hin, anschließend grüßten von einer Kutsche herab die evangelische Pfarrerin Jutta Fang und Lina Krieg, die 1959/60 Weingräfin war und zur Kerwe häufig aus München anreist. Für die Frankenthaler Miss Strohhut war es nach eigener Aussage der zehnte Kerweumzug, weitere stehen ihr noch bevor. Neuen Wein vom Bollerwagen gab es vom Weingut Hammel-Hundinger, die Gerolsheimer Ortsgruppe des Sozialverbands VdK wies auf ihr 60-jähriges Bestehen hin. Fünf Hühner und drei Hähne schauten vom Wagen des Gerolsheimer Geflügelzuchtvereins etwas verstört auf die Besucher, während das Kampfkunstzentrum Gerolsheim mit einer großen Fußgruppe für seine Angebote Werbung machte. Ein Wagen mit lauter Musik kündigte die Tanzgarde und das Männerballett der Heuchelheimer Strunzer an, die Landwirtsfamilie Schreiber verteilte wohlschmeckende Erdbeeren an die Besucher. Für die Beindersheimer Laienspielgemeinschaft grüßte, umrahmt von Traumelfen, Blumenkönigin Michaela I. Das Spargel- und Weingut Müller, das in diesem Jahr als zusätzlicher Gastgeber der Kerwe auftrat, war beim Umzug ebenso dabei wie der TuS Gerolsheim mit einem Wagen und einer Fußgruppe. Drei Traktoren, die ältesten aus dem Jahre 1950, waren ebenso ein Blickfang wie der von einem Pferd gezogene Trabant, der für Trabi-Rundfahrten der Holzwerkstatt Frank Lehmann warb. Mit lauter Musik kündigte sich der Wagen des Pfälzer Kartoffelhofs Daut an, dem der Christbaumhof Eichelstück aus dem Leiningerland folgte. Sechs Quads aus Dirmstein bildeten den lautstarken Abschluss des Umzugs. Nicht nur mit diesem Teil der viertägigen Dorfkerwe war Ortsbürgermeister Erich Weyer (FWG) zufrieden. „Das Wetter war diesmal auf unserer Seite“, sagte er.

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