DUDENHOFEN RHEINPFALZ Plus Artikel Von Kindern gebaut, von Jugendlichen zerstört

Reste eines Tipis, das Kita-Kinder gebaut hatten: Es stand nur einen Tag, bevor Unbekannte es zerstörten.
Reste eines Tipis, das Kita-Kinder gebaut hatten: Es stand nur einen Tag, bevor Unbekannte es zerstörten.

Die Lage Dudenhofens direkt am Waldrand bietet sich dafür an: Die örtlichen Kindergärten gehen mit ihren Schützlingen gerne raus in die Natur und werden dort auch handwerklich tätig. Dass die Werke immer öfter Vandalismus zum Opfer fallen, sorgt für Frust bei den Erzieherinnen. Ihnen fällt es schwer, den Kindern das Geschehene zu erklären.

Vor ein paar Tagen haben Unbekannte gleich an zwei Stellen im Dudenhofener Wald ihr sinnloses Werk vollbracht: In der Nähe des Abenteuerspielplatzes hatten Kinder der Kita Sandhase ein Tipi gebaut. Nur einen Tag später war es zerstört. Kurz darauf erwischte es den Waldplatz der Kita St. Kunigunde in der Nähe der Tennisplätze: Müll, leere Flaschen und sogar einen Joint fanden die Kinder und ihre Erzieherinnen morgens dort vor.

Verantwortlich sind mutmaßlich Jugendliche, die sich in den Abendstunden an den Plätzen zum Feiern treffen und eben nicht selten ein Bild der Verwüstung hinterlassen. „Total schade“ findet es die Leiterin der Kita Sandhase, Nicole Seitz, dass die Werke der Kinder nicht respektiert werden. Neben dem Tipi seien kürzlich auch Schilder eines „Corona-Parcours“ der Kita abgerissen worden. Es sei schwierig, den Kindern die Zerstörungswut zu erklären: „Wir sagen, dass sich Jugendliche dort manchmal treffen und auf dumme Gedanken kommen“, berichtet Seitz.

Nachts Rambazamba

Dass es abends am Abenteuerspielplatz rund geht, hat Seitz auch schon selbst erlebt: „Vor zwei Jahren hatten wir eine Übernachtung mit den Kindern in der Kita. Da war Rambazamba auf dem Abenteuerspielplatz“, erinnert sie sich. Immerhin: Auf dem Kita-Gelände selbst seien noch keine Schäden zu beklagen gewesen. Über den Zaun geklettert seien die Jugendlichen offenbar noch nicht. Das Waldstück, auf dem die Kita-Kinder spielen, lasse sich freilich nicht durch Zäune oder ähnliches schützen.

Ihren Frust haben die Erzieherinnen der Kita Sandhase auch über einen Facebook-Post kundgetan und dabei die Frage in den Raum gestellt: „Warum machen Menschen das?“ Auch eine Erzieherin der Kita St. Kunigunde hat Bilder dessen, was ihre Kita-Gruppe morgens im Wald vorgefunden hat, online gestellt – verbunden mit einer direkten Ansprache der Verantwortlichen: „Liebe Waldparty-People! Gestern gab es wohl wieder eine coole Party an unserem Waldplatz. Schön, dass ihr in den Ferien Spaß im Wald habt“, heißt es da – verbunden mit der Aufforderung: „Bitte nehmt doch euren Müll, euren schlecht gedrehten Joint, Glasflaschen und ähnliches wieder mit. Auch unseren selbstgebauten Barfußpfad hätten wir gerne noch weiter genutzt. Unser geklautes Waldschild vermissen wir immer noch und unser zweites wurde zerstört.“ Zitiert wird auch eines der Kita-Kinder mit den Worten: „Da waren wieder die bösen Leute.“

„Eine Kollegin hat das gepostet, damit die Leute darauf aufmerksam werden“, berichtet Erzieherin Melanie Kling. Seit der Corona-Pandemie gibt es in der Kita eine Waldgruppe, die fast jeden Tag in dem Stück Wald verbringt. „Unsere gebauten Sachen werden regelmäßig zerstört“, berichtet Kling. „Die Kinder sind entsetzt und verstehen nicht, warum man die Sachen kaputt macht.“ Opfer von Vandalismus ist die Kita schon öfter geworden. So ist im vergangenen Jahr eine von einem Papa gezimmerte Waldtoilette aus Holz kaputtgemacht worden. Der Vorfall in der vergangenen Woche sei besonders heftig gewesen, weil auch noch Drogen unter den Hinterlassenschaften waren, sagt Kling.

Junge Leute aus dem Ort

Der Dudenhofener Ortsbürgermeister Jürgen Hook (SPD) kennt das Problem: „Ich wohne in der Nähe und gehe regelmäßig an den Plätzen vorbei“, berichtet er. Bei den Jugendlichen, die sich dort treffen, handele es sich in der Regel um junge Leute aus Dudenhofen. Er kenne sie zum Teil persönlich aus seiner Arbeit beim JFV Ganerb. „Ich gehe in den Dialog mit ihnen. Das hat teilweise auch schon gefruchtet“, sagt Hook. „Manche erreiche ich, andere nicht.“ Wenn sich die Jugendlichen dort treffen, ihren Müll wieder mitnehmen und nichts zerstören, sei dagegen auch nichts einzuwenden. An einen Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und fehlenden Freizeitmöglichkeiten für junge Leute glaubt der Ortschef eher nicht.

Wichtig sei, Präsenz zu zeigen, findet Hook. Auch das Ordnungsamt kontrolliere vor Ort. Und die Polizei habe er ebenfalls schon dort gesehen, sagt der Ortschef. „Außerdem appelliere ich an die Bevölkerung, es unmittelbar zu melden, wenn sie etwas mitbekommen“, sagt Hook. Eine hundertprozentige Lösung für das Problem sei das alles freilich nicht: „Wenn jemand etwas kaputt machen möchte, dann macht er es auch kaputt“, sagt Hook.

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