Rhein-Pfalz Kreis Von drauß’ vom Zauberwald kommt sie her
Dannstadt-Schauernheim. Eine besondere Ehre ist Julia Bangert zuteilgeworden: Sie darf als Prinzessin Julia I. aus dem Zauberwald die Fasnachter der Daschauer repräsentieren. Besonders ist das deshalb, weil der Verein nur bei Jubiläen eine Hoheit krönt – wie jetzt zu seinem 44-jährigen Bestehen.
Julia I. hat schon als kleines Gardemädchen immer die närrischen Regentinnen in der Fasnachtszeit bewundert. „Als mich der Verein dann fragte, ob ich mir vorstellen kann, im Jubiläumsjahr Prinzessin zu sein, zögerte ich keinen Augenblick und sagte zu“, erzählt sie. Zumal es ihr ohnehin großen Spaß bereitet, für ihren Verein aktiv zu sein und ihn zu repräsentieren. Außerdem gefällt der 18-Jährigen an ihrem Amt, dass sie viele nette Menschen kennenlernt und neue Eindrücke gewinnt. Größere Vorbereitungen habe sie nicht treffen müssen, erklärt Julia I. Denn sie ist der Fasnacht schon lange verbunden, tanzt zum Beispiel seit 14 Jahren in der Garde und hat in all der Zeit auch schon andere Tollitäten in der Kampagne begleitet. Worauf sie sich vorher am meisten gefreut hat? „Auf die Veranstaltungen hier bei uns vor Ort, den Umzug und den Kindermaskenball“, antwortet die Daschauer Prinzessin. Als das bislang schönste Erlebnis empfindet sie ihre Inthronisation beim Ordensfest in Dannstadt. „Es war wirklich überwältigend, wie viele Freunde anwesend waren und mir ihre Aufwartung gemacht haben“, erklärt sie. Überhaupt freuen sich Julias Freunde mit ihr und sind auch bei den verschiedenen Veranstaltungen stets dabei, obwohl sie momentan ein wenig unter dem Zeitmangel leiden, den der randvolle Terminkalender einer Prinzessin so mit sich bringt. Darüber hinaus kann Julia I. auf ihre Verwandten zählen. „Meine ganze Familie ist in der Fasnacht aktiv und alle unterstützen mich ganz toll“, erzählt sie und ergänzt: „Sie haben mich vor allem auch finanziell unterstützt.“ Das Amt der Prinzessin sei nämlich mit einem großen Aufwand und erheblichen Kosten verbunden. Ihre kleine Schwester Eva hat Julia I. zudem kurzerhand zur Haus- und Hoffotografin ernannt. Mit einem solchen Rückhalt kann sie die zahlreichen Zusatztermine auch mit ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau unter einen Hut bringen. Zur Ausstattung einer richtigen Fasnachtsprinzessin gehört vor allem ein angemessenes Kleid – oder vielmehr: angemessene Kleider. „Natürlich habe ich mehrere“, stellt Julia I. klar. Bei der großen Auswahl sei es gar nicht einfach gewesen, etwas Passendes zu finden. „Ich hatte aber auch immer bestimmte Vorstellungen, was mein Kleid anbelangt“, sagt sie. Außerdem musste sie bei der Auswahl die Vereinsfarben der Daschauer berücksichtigen und darauf achten, dass die schönen Gewänder am Ende sowohl zu ihr als auch zum Thema Zauberwald passen. „Vor allem wollte ich ein Kleid, in dem ich mich rundum wohlfühle, da ich es ja bei so vielen Anlässen tragen soll“, nennt Julia I. ein weiteres wichtiges Kriterium. Glücklicherweise hat sie auch hierbei Hilfe bekommen: Ihre beiden Tanten unterstützen sie beim Aussuchen. Fündig geworden ist das Trio in Brautmodegeschäften in Mannheim. Und was macht ihre Kleider nun besonders? „Sie unterstreichen meine Lieblichkeit und meinen Liebreiz“, erläutert Julia I. aus dem Zauberwald. Außerdem sei Blau die Farbe der Treue, was nicht zuletzt deshalb gut passe, weil sie der Fasnacht schon immer treu sei und auch weiter treu bleiben möchte. Wie sie zu ihrem närrischen Beinamen gekommen ist, erläutert die oberste Fasnachterin der Daschauer so: „Bei uns ist es üblich, dass die Prinzessinnen einen Namen erhalten, der in Zusammenhang mit dem jeweiligen Motto steht. Das lautet in dieser Kampagne ,Vier mal elf Jahre sind wir alt. Das feiern wir im Zauberwald. Im Gnomen-, Hexe-, Elfenraum als närrischen Winternachtstraum’.“ In ihrer Freizeit liebt Julia I. das Tanzen. Außerdem gibt sie sich als ausgesprochene Eishockey-Anhängerin zu erkennen: „Ich bin ein großer Fan der Adler Mannheim.“ (mamü)