Rhein-Pfalz Kreis Von Dach bis Boden neu

91-71821985.jpg

Mutterstadt. Es riecht nach Farbe. An einer Seite der Halle stehen gestern Morgen verschiedene Sportgeräte, die wieder im frisch gestrichenen Geräteraum verstaut werden müssen. Auch ein kleines Gerüst ist noch da. Doch abgesehen davon ist alles fertig. Pünktlich zum Schuljahresbeginn ist die Sporthalle im Mandelgraben in Mutterstadt wieder in Betrieb genommen worden. Alles erstrahlt in neuem Glanz.

Das ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn das neue Bogendach ist aus glänzendem Stahlblech gefertigt. Vormals eher triste Wände sind nun in Weiß und freundlichem Hellgrau gehalten. Und dank der neuen, stufenweise schaltbaren LED-Beleuchtung wird die Halle bei Bedarf taghell. Kein Wunder also, dass Mutterstadts Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) die generalsanierte Halle gerne vorzeigt, wie bei einer Ortsbegehung am gestrigen Mittwoch. „Ich bin mit dem Ergebnis absolut zufrieden, obwohl ich mir die Umbauarbeiten gerne gespart hätte“, sagt das Gemeindeoberhaupt. Damit meint er aber vor allem diejenigen Teile der Sanierung, die überraschend dazugekommen sind. Ursprünglich sollte nämlich nur das Dach saniert werden. Doch dann wurde festgestellt, dass sich die tragende Holzkonstruktion verformt hatte, und die Balken zum Teil Risse aufwiesen. Eine statische Untersuchung ergab, dass die Halle so nicht mehr freigegeben werden konnte. „Nachdem das alte Dach abgenommen war, und es natürlich nicht regenfrei blieb, war bald klar, dass wir auch den Boden erneuern müssen“, berichtet Schneider. Zumal auch die schweren Baugeräte dem alten Schwingboden geschadet hätten. So kam eins zum anderen. Der Gemeinderat beschloss, dass die Halle neben dem neuen Dach noch weitere Neuerungen erhalten sollte: Boden, Türen, Fenster, Heizung mit Deckenstrahlplatten, Lüftungsanlage, LED-Beleuchtung, Prallwände und einen barrierefreien Zugang. Zudem wurde die Warmwasserversorgung auf Solarthermie umgestellt. Aus den veranschlagten gut 1,6 Millionen Euro wurden am Ende 1,9 Millionen, wobei etwa 50.000 Euro Zuschuss vom Bund für energiesparende Vorkehrungen kamen. „Das war für uns eine außerordentliche Belastung“, sagt der Bürgermeister. Da die Halle nur etwa 25 Jahre alt ist, sei mit einem so hohen Sanierungsbedarf noch nicht zu rechnen gewesen. „Jetzt haben wir das Gebäude hoffentlich für die nächsten 30 Jahre fit gemacht – auch energetisch.“ Dadurch seien nun zumindest Einsparungen bei den Energiekosten zu erwarten, fügt Bauamtsleiter Werner Klein hinzu. Die Bauzeit von knapp elf Monaten scheint angesichts des Umfangs der Arbeiten beinahe kurz. Aber laut Bauamtsleiter Klein hat eben einfach alles reibungslos geklappt. Nur am Anfang sei eine Firma abgesprungen, man habe allerdings schnell Ersatz gefunden. Nichtsdestotrotz sei es ein Kraftakt gewesen, sagt Hans-Dieter Schneider – auch für die Mitarbeiter des Bauamts und des Bauhofs. Und nicht zuletzt für die Vereine, die mit ihren Trainingsstunden auf andere Hallen in Mutterstadt ausweichen mussten. Die TSG stellte dabei ihre vereinseigene Halle für die übrigen Vereine und die Schüler der Grundschule im Mandelgraben zur Verfügung. „Das war für uns eine Selbstverständlichkeit, da einzuspringen“, sagt TSG-Vorsitzender Klaus Maischein. Alle Abteilungen hätten kleine Einschränkungen hinnehmen müssen, räumt er ein und fügt lachend hinzu: „außer Schach“. Doch gebiete es die Fairness als Sportler, den anderen zu helfen. Beteiligt wurden die Vereine auch bei der Planung für das Erscheinungsbild der erneuerten Sporthalle. „Die Gestaltung haben wir gemeinsam mit den Nutzern festgelegt“, sagt Schneider. Die Farbe haben die Vereine nicht nur mitbestimmt, sondern auch beim Malen kräftig mitgeholfen. Beim Wochenendeinsatz wurde gemeinschaftlich die ausgesuchte Farbe an die Wand gebracht. Und der SC Mutterstadt hat sich auch finanziell beteiligt – und zwar am Hauptspielfeld für Volleyball, das auf Wunsch des Vereins farblich hervorgehoben wurde. Entsprechend angetan ist auch der Vorsitzende des SC, Ralph Bösling, vom Ergebnis. „Ich denke, dass diese Halle ein Aushängeschild im Kreis ist.“ Für ihn ist sie in jedem Fall jetzt schon eines: „Ein schickes neues Wohnzimmer.“

x