Otterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Von Aliens und Häkel-Badehosen: Die zehnjährige Sarah über ihr Lieblingsbuch

„In die Bücher ist alles reingepackt, was an einem Tag so passieren kann“, sagt Sarah Horch zu ihrer aktuellen Lieblingsreihe.
»In die Bücher ist alles reingepackt, was an einem Tag so passieren kann«, sagt Sarah Horch zu ihrer aktuellen Lieblingsreihe.

Sarah Horch verfügt über eine echte Lese-Biografie. Zum Lesesommer stellt die Zehnjährige den ersten Band der siebenteiligen Comic-Kinderbuch-Reihe „Worst Week Ever“ vom australischen Autorenduo Matt Cosgrove und Eva Amores vor. Der sei lustig und spannend zugleich.

„Jeder Band beschreibt einen Tag im Leben des Jungen Justin Chase“, fasst Sarah zusammen, was sie für wichtig hält. Sie hält gerade den Montag in den Händen, gelesen hat sie bereits bis zum Donnerstag. Der Lesekonsum der frischgebackenen Fünftklässlerin am Speyerer Gymnasium am Kaiserdom ist hoch. In der Otterstadter Remigius-Bücherei ist sie Stammgast.

Schnell blättert sie durch den ersten Band der Geschichte, in dem Justin um fünf Uhr morgens von seiner Mutter geweckt wird. Am Tag zuvor hatte sie einen Vampir geheiratet und will mit ihrem Bräutigam in die Flitterwochen fahren. „Also muss der Junge weg“, sagt Sarah und lacht beim Betrachten der Comic-Bilder. „Das Buch ist echt witzig. Genauso mag ich es.“ Für Justin beginnt die schlimmste Woche seines bisherigen Lebens, eben die „Worst Week Ever“: Der Vater ist mit einer Toilette auf Rädern unterwegs, die Katze wohl von Aliens entführt. „So wie Justins ersten Schultag stelle ich mir die Hölle vor“, erzählt Sarah von Peinlichkeiten wie seinem Sprung vom Zehn-Meter-Brett in seiner sich auflösenden Häkel-Badehose der Großmutter. Darüber kann sich Sarah jetzt noch ausschütten vor Lachen.

„Nichts für Empfindliche“

„Im Buch geht es richtig zur Sache“, meint die Otterstadterin. „Es ist nichts für Empfindliche“, ist sie überzeugt und ergänzt: „Die finden manches bestimmt eklig.“ Sarah hingegen liebt magische Geschichten, Detektiv-Romane und alles, was lustig und spannend ist. „Justins Ähnlichkeit mit einem großen Musiker schlägt die anderen Kinder in die Flucht“, berichtet sie vom Außenseiter-Dasein des bemitleidenswerten Jungen, der nach dem Genuss eines Trauben-Smoothies zum Frühstück auf schnellstem Weg das WC aufsuchen muss. Nur gibt es dort leider kein Toilettenpapier für den kleinen Pechvogel.

Derzeit hat Sarah außerhalb der Literatur eine Menge zu bewältigen. Der Grundschule entwachsen, muss sie jeden Morgen per Bus von Otterstadt nach Speyer fahren. „Das ist ziemlich aufregend“, sagt Sarah. Nach solchen Strapazen ist Lesen eine willkommene Abwechslung. Am liebsten auf dem Sofa, am allerliebsten liest sie im alten Sessel in Papas Arbeitszimmer. „Ich schlafe in einem Hochbett. Darin lese ich nicht“, betont sie.

Neun Bücher hat das Mädchen für den Urlaub in der Remigius-Bücherei ausgeliehen. Dass sie davon „nur“ sieben gelesen hat, ist dem täglichen Ferienprogramm geschuldet. Grundsätzlich ist Sarah eine regelmäßige Buch-Ausleiherin. Im Lesesommer besucht sie die Bücherei, wann immer sie geöffnet hat. Auf „Worst Week Ever“ sei sie in den Pfingstferien in einer bayerischen Buchhandlung gestoßen, erzählt sie von dem „schrecklichen Moment“, als ihr im Urlaub der Lesestoff ausgegangen sei. Schon war der Montag gelesen und Sarah glücklich mit ihrer Lektüre. Zurück in Otterstadt habe sie in der Bücherei drei weitere Bände entdeckt, sie gelesen und zurückgegeben. „Ich lese, seit ich alle Buchstaben kenne“, sagt sie. Als Erstklässlerin habe sie die „Olchis“ geradezu verschlungen und mit der Reihe „Der magische Buchladen“ begonnen, stellt Sarah ihre literarischen Anfänge vor. Am liebsten lese sie Reihen, betont sie. Alle Harry-Potter-Romane, „Die drei Fragezeichen“ und „TKKG“ gehören dazu.

Besser als Fernsehen

Sarah kennt Altersgenossen, die nicht gerne lesen. Für sie ist das vollkommen unverständlich. „Ich kann mir eine Welt ohne Bücher nicht vorstellen“, sagt sie. „Lesen ist eine tolle Beschäftigung, auch für die Fantasie“, betont die Zehnjährige. Bücher ganz ohne Illustrationen mag sie nicht so sehr. Im Vergleich mit Hörspiel und Fernsehen findet Sarah „Lesen einfach cooler“. „Worst Week Ever“ gehört zu ihren Spitzenreitern. „In die Bücher ist alles reingepackt, was an einem Tag so passieren kann“, erklärt sie ihre Faszination, ohne allzu viel vom Inhalt zu verraten.

Lesezeichen

„Worst Week Ever – Montag“, Band 1 der siebenteiligen Comic-Kinderbuchreihe, Autoren: Matt Cosgrove und Eva Amores, S. Fischer-Verlag, Altersempfehlung: neun bis zwölf Jahre, 192 Seiten, ISBN: 3-737-34322-5, Preis: 13,90 Euro.

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