Rhein-Pfalz Kreis Vom Wedeln mit Scheinen
«Dannstadt-Schauernheim.» Der Tag fängt schon mal gut an. Pünktlich um 10 Uhr kommt ein edler Gönner, der gerne anonym bleiben möchte, zum Pavillon der RHEINPFALZ-Redaktion vor Ort auf dem Dannstadt-Schauernheimer Wochenmarkt und steckt der Belegschaft ein Scheinchen zu. 20 Millionen Mark steht darauf. Was man damit alles anstellen könnte! Zu dumm. Es ist Notgeld, ausgestellt vom Ludwigshafener Oberbürgermeister im August 1923 – und obendrein nur ein Gutschein. Einlösen dürfte den heute – leider, leider – niemand mehr. Schön anzusehen, aber letztlich ziemlich wertlos. Wie so vieles heutzutage, klagt der generöse Spender, als er wenig später erneut zum Redaktionszelt zurückkehrt und sich als Günter Rupertus vorstellt. Er ist Experte für Papiergeld, Sammler und Händler, katalogisiert seine speziellen Funde – und hat gerne ein paar Scheinchen in seiner Sakkotasche. „Aber junge Leute sammeln heute ja nichts mehr“, sagt Rupertus, „weder Papiergeld noch Briefmarken.“ Die Folge: Der Markt für solche Dinge breche ein. „Alles nichts mehr wert“, sagt er. Deshalb lieber auf die wahren Schätze konzentrieren – in dieser Woche feierte Rupertus mit seiner Frau Goldene Hochzeit. „Ich möchte Brass loswerden.“ Jürgen Weiß kommt schon bei der Begrüßung direkt zur Sache. Er ist unzufrieden mit der Zeitung – oder zumindest mit Teilen davon. Der 71-Jährige vermisst häufig die strikte Trennung von Nachricht und Kommentar, auch in der RHEINPFALZ. „Da muss sich der Autor disziplinieren, aber seine persönliche Meinung hat in einem Bericht nichts zu suchen“, sagt er, „ein Kommentar muss klar als solcher gekennzeichnet sein.“ Das sei das Handwerkszeug des Journalismus, findet der Germanist und hat – ganz objektiv betrachtet – recht damit. Auch Gerhard Weber hat etwas an seiner RHEINPFALZ zu mäkeln. Es betrifft die Berichterstattung im Lokalsport. „Wenn ein Jugendspieler beim Ludwigshafener SC mal ein bisschen geradeaus laufen und ganz gut kicken kann, wird er gleich hoch gelobt“, sagt er. Dabei würden die wenigsten den ganz großen Durchbruch schaffen. „Mit meiner RHEINPFALZ bin ich sehr zufrieden“, sagt Günter Fischer aus Dannstadt. Besonders gefallen ihm die Kommentare von Kerstin Witte-Petit, Redaktionsleiterin der RHEINPFALZ am SONNTAG. Der sportliche 80-Jährige ist zum RHEINPFALZ-Stand geradelt gekommen. Radeln – Sport überhaupt – halte im hohen Alter fit. Über die neue Turnhalle des TV Dannstadt freut er sich darum besonders. „Es ist schon enorm, was so ein kleines Dorf an Sportmöglichkeiten bietet“, sagt er. Vor 40 Jahren ist Günter Fischer nach Dannstadt gezogen und fühlt sich hier sehr wohl. Er sieht aber auch Probleme im Ort, etwa den starken Verkehr. Derzeit engagiert er sich nach eigenen Angaben für weitere Fußgänger-Überwege über die Hauptstraße. „Zwei Überwege auf gut 1,5 Kilometern – das ist einfach viel zu wenig“, sagt er. Auch Jürgen Reuß kennt diese Probleme, er wohnt in der Hauptstraße. „Da tut sich ja seit Jahren nichts“, bemängelt er. Dennoch fühlt sich der Ruheständler in seinem Dorf sehr wohl. Auch Winfried Seelinger wohnt sehr gern in seinem Heimatort. Derzeit wird vor seiner Haustür, dem Gutenbergplatz, gebaut. Das Areal wird erneuert, das sei erfreulich, sagt er. 80 Kilo Quitten sind es in diesem Jahr in seinem Garten, schätzt Johannes Haus (79). „Daraus wird Gelee gemacht“, sagt er. Auch Feigen und Sauerkirschen wachsen dort. Bei den roten Früchten mischen seine Frau und er aber ein paar Süßkirschen unter, damit es nicht zu sauer wird. „Und zu viel Zucker wollen wir nicht.“ Haus hat aber auch ein ernsteres Anliegen. In der Friedensstraße sei seit drei Wochen ein Baukran aufgebaut, der den Gehweg in Mitleidenschaft ziehe. „Da fällt man leicht hin“, sagt er. Er habe schon mehrmals bei der Gemeindeverwaltung angerufen. „Aber passiert ist nix“, sagt er, geht zum Bäcker und versorgt die Redaktions-Belegschaft mit süßen Teilchen. Danke hierfür. Auf die nächste Woche freut sich Klaus Becker. Da fährt er in Urlaub, nach Fuschl am See im Salzburger Land. Dort kann er wieder seinem Hobby frönen, dem Stand-Up-Paddling. Dabei steht man auf einem schwimmenden Brett auf dem Wasser und paddelt drauflos. „Das ist total entspannend“, sagt er. Wie gut, dass er seine wichtigen Fragen vorher direkt mit Verbandsbürgermeister Stefan Veth (CDU) klären kann, der auch am RHEINPFALZ-Stand vorbeischaut. Es geht um die Streckenführung der geplanten Dannstadt-Schauernheimer Ortsrandumgehung. Rathaus-Chef Veth ist froh, dass die große Hitze vorüber ist. „Jetzt kann ich wieder regelmäßiger Sport machen“, sagt er. Aber auch bei 30 Grad plus ist Veth ab und zu früh aufgestanden, um joggen zu gehen. „Wenn man hier wohnt, kommt man auch schnell weg“, sagt der Bürgermeister und meint nicht die Laufstrecken, sondern die gute Verkehrsanbindung Dannstadt-Schauernheims. „Wenn jetzt noch die Straßenbahn kommt ...“ Das große Thema derzeit zwischen Ludwigshafen und dem Rhein-Pfalz-Kreis beschäftigt auch Veth. „Es sind dicke Bretter zu bohren“, sagt er, „aber die bohren wir auch.“ An den Finanzen werde es nicht scheitern. Veth könnte ja mal beim Scheine-Wedler Günter Rupertus nachfragen. Vielleicht steckt der ihm welche zu.