DUDENHOFEN / RÖMERBERG
Vom Normalbetrieb noch weit entfernt
Seit Corona ist alles anders im Rathaus: Konnte man früher einfach kommen und nach etwas Wartezeit sein Anliegen im Bürgerbüro vorbringen, geht heute ohne Termin (fast) nichts mehr. Wo früher viele Menschen dicht gedrängt warteten, dürfen sich jetzt nur noch wenige aufhalten. Und wo sich vor der Pandemie eine Handvoll Mitarbeiter gleichzeitig um die Anliegen der Bürger kümmerten, gibt es jetzt nur noch einen Schreibtisch für den Bürgerservice der Verbandsgemeinde und einen, an dem Bürger Fahrzeuge zulassen können.
Doch einiges hat sich seit der Hochphase der Corona-Beschränkungen auch wieder gebessert, wie aus einer Antwort der Fachbereichsleiterin Bürgerdienste, Simone Brill, auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Verbandsgemeinderat hervorgeht. So betrage die Wartezeit für einen Termin im Bürgerbüro in Dudenhofen, wo ein Schreibtisch für den Bürgerservice besetzt ist, aktuell rund eine Woche – das waren im Juni auch schon mal drei Wochen und mehr. Im Bürgerbüro in Römerberg, das zwischenzeitlich ganz geschlossen war und jetzt wieder über zwei besetzte Schreibtische verfügt, gebe es sogar fast überhaupt keine Wartezeiten. Nur bei Wunschterminen kann es etwas länger dauern.
Nie geschlossen
Wer einen Termin in anderen Bereichen des Rathauses brauche – zum Beispiel im Standesamt, bei der Ordnungsbehörde oder im Sozialamt – müsse in der Regel keine größeren Wartezeiten in Kauf nehmen. „Sehr oft ist auch eine direkte Vorsprache möglich“, sagt Brill. Wertstoffsäcke konnten auch auf dem Höhepunkt der Pandemie ohne Anmeldung am Hintereingang des Dudenhofener Rathauses abgeholt werden. Überhaupt legt die Verwaltung Wert darauf festzuhalten, dass Bürger immer mit ihren Anliegen kommen konnten: „Das Rathaus war – anders als einige Rathäuser in der Umgebung – nie komplett geschlossen. Bürgerservice war immer gegeben“, heißt es in der Antwort auf die Anfrage.
Sehr lange muss immer noch warten, wer einen Termin in der Kfz-Zulassungsaußenstelle in Dudenhofen haben möchte: Am Mittwochvormittag war der früheste Termin am 4. November zu haben. Wer den Weg zum Kreishaus in Ludwigshafen in Kauf nimmt, kommt aber auch schneller dran: Hier gab es am Mittwoch bereits einen Termin am 6. Oktober. „Viele Bürger wollen aber – aus welchen Gründen auch immer – auf keinen Fall zur Zulassungsstelle nach Ludwigshafen fahren“, hat Brill beobachtet.
Seit September ist im Bürgerbüro pro 5 Quadratmetern eine Person zugelassen – vorher war es eine pro 10 Quadratmeter. Laut Brill bedeutet das leider nicht automatisch, dass mehr Bürger bedient werden können. „Das Problem ist: Wir haben nicht mehr Personal“, sagt sie. Denn das System mit der Terminvergabe sei sehr personalintensiv. Die Verwaltung hat sich aber trotzdem Gedanken gemacht, wie sich der Service insbesondere bei der Kfz-Zulassung weiter verbessern ließe – zum Beispiel durch einen weiteren Schreibtisch an zwei Tagen pro Woche. Mehr Tage seien personalbedingt nicht möglich. Gespräche mit der für die Kfz-Zulassung zuständigen Kreisverwaltung liefen.
Eine generelle Öffnung des Rathauses ohne Terminvergabe hält die Verwaltung hingegen wegen der Personenbegrenzung in näherer Zukunft nicht für realistisch.