Rhein-Pfalz Kreis Volle Power aus dem Garten

Dudenhofen. Es sprießt und grünt im Garten. Doch welches Kraut ist gegen was gewachsen? Wir haben die Dudenhofener Kräutertage zum Anlass genommen, um mit Heilkräuter-Expertin Dorisa Winkenbach aus Wiesbaden über kulinarische Gesundheitsvorsorge aus der Natur zu sprechen. Ursachen für Erkrankungen sollten jedoch immer medizinisch abgeklärt werden.
Enthält alles, was es als Nahrungsergänzungsmittel gibt: Magnesium, Eisen, Kalium, Histamin oder Vitamin C. Als „Power“-Getränk gibt sie laut Winkenbach Kraft, entschlackt, reinigt das Blut, regt den Stoffwechsel an, stärkt das Immunsystem, wirkt gegen Rheuma, Bluthochdruck oder Menstruationsbeschwerden. Die Samen gelten als natürliches Potenzmittel. Küche: Verwendbar ist die Brennnessel als Tee, Suppe, Salat, in Spinat oder grüner Soße. In der Pfanne geröstet schmecken die gelbbraunen Samen in Gemüse und Desserts. Ernte und Verarbeitung: Mit Lederhandschuhen junge Blätter von oben nach unten abstreifen. Den Saft mit einem Nudelholz aus jungen Triebspitzen pressen. Rosmarin: Heilkraft: Täglich eine Tasse Tee des Muntermachers vertreibt die Müdigkeit. Rosmarin stärkt laut der Kräuterexpertin Herz und Kreislauf, wirkt antibakteriell, hilft bei Kopfschmerzen, Nervosität und Haarausfall, regt den Stoffwechsel an und fördert die Durchblutung. Ein Rosmarin-Fußbad kann beginnende Erkältungen stoppen. Küche: Außer zu Lamm und Kartoffeln gibt Rosmarin – in Maßen verwendet – so gut wie jedem Fleisch-, Käse- und Gemüse-Gericht sein unverwechselbares Aroma. Er kann sogar in Keksen verarbeitet werden. Ernte und Verarbeitung: Blätter kurz vor der Blüte sammeln, schnell und schonend trocknen. Salbei: Heilkraft: Salbei ist ein wahres Lebenselixier. Speziell wirkt er auf Atemwege und Hals. Salbei ist laut Winkenbach auch ein gutes Mittel gegen Schweißfüße, Mundgeruch und Zahnfleischbluten. Er lindert Beschwerden in den Wechseljahren wie Hitzewallungen. Salbei ist als Tee, Tinktur, Sud, zum Gurgeln oder als Fußbad einsetzbar. Küche: Mit Salbei und Speck ummantelte Backpflaumen sind absolute Küchen-Höhepunkte. Für besonderes Kuchenaroma sorgen klein gehackte Salbeiblätter im Teig. Ernte und Verarbeitung: Junge Blätter zwischen Mai und November ernten und schnell weiter verarbeiten. Zitronenmelisse: Heilkraft: Der dankbare Dauergast im Garten wirkt beruhigend und harmonisierend auf das Nervensystem. Zum Stressabbau ist eine Tasse Melissentee laut Dorisa Winkenbach am Abend bestens geeignet. Er hilft bei Unruhe, Schlafstörungen, nervösen Herzbeschwerden oder Zahnschmerzen. Küche: Frisch geerntet kann Zitronenmelisse für Limonaden verwendet werden. Sie passt aber auch sehr gut zu Fischgerichten, Salaten oder Spargel. Ernte und Verarbeitung: Blätter und obere Triebe vorsichtig abstreifen, frisch verwenden oder trocknen. Löwenzahn: Heilkraft: Löwenzahn ist laut der Kräuterexpertin besonders gut für Menschen geeignet, die mehr für sich sorgen sollten. Er reinigt und regeneriert, regt Nieren, Gallensaft und Leber an. „Mit Löwenzahn nimmt man das Leben wieder in die Hand“, sagt Winkenbach. Küche: Junge Blätter für Salat, auch Knospen und Blüten sind essbar. Löwenzahn passt in jede Gemüsepfanne. Wer jedoch abends Löwenzahn zu sich nimmt, muss nachts häufiger raus ... Aus der Wurzel lässt sich Ersatzkaffee herstellen. Ernte und Verarbeitung (Wurzel): sammeln, reinigen, rösten, trocknen, mahlen, aufbrühen. Giersch: Heilkraft: Gicht ist mit Giersch, auch Geißfuß genannt, laut Dorisa Winkenbach gut zu behandeln. Zur äußeren Anwendung das rohe Kraut mit dem Nudelholz auflockern, als Kompresse auflegen oder ins Sitzbad gegen Hämorriden geben. „Giersch hilft überall“, ist Winkenbach überzeugt. Küche: Schmeckt in Butter, Quark, Nudeln oder Risotto. Als Petersilienersatz eignen sich ältere Gierschblätter für Suppen, Gemüsegerichte und Aufläufe. Ernte und Verarbeitung: Kurz halten und mit dem roten Stängelansatz verwenden. Spitzwegerich: Heilkraft: Beugt laut der Kräuterexpertin Blasenbildung vor, wirkt gegen Insektenstiche, Ödeme und Husten. Zerrieben auf Wunden oder Stiche aufgelegt, lindert Spitzwegerich Beschwerden. Püriert in Eiswürfeln lieben Kinder den Geschmack besonders. Küche: Junge Blätter vor der Blüte sind für jede Kräutermischung geeignet. Ernte und Verarbeitung: Blätter zum Trocknen auf dünner Schnur auffädeln. Kontakt Weitere Informationen zu Dorisa Winkenbach unter www.winkenbach.net.