Otterstadt Volkstrauertag: Ministerpräsident kommt zur zentralen Feier des Landes und des Kreises
Der Volkstrauertag ist ein stiller und staatlicher Gedenktag, der zwei Sonntage vor dem ersten Advent begangen wird. In jeder Gemeinde gibt es Gedenkveranstaltungen. Der Landesverband Rheinland-Pfalz und Landesverband Saar des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge organisiert traditionell die zentrale Gedenkveranstaltung für das Land und hat sich in diesem Jahr Otterstadt als Ort ausgesucht. In den vergangenen Jahren waren Landau und Koblenz Ausrichtungsorte für die zentrale Gedenkveranstaltung des Landes.
Warum es diesmal Otterstadt ist, beantwortete der Geschäftsführer des Volksbund-Landesverbands, Carsten Baus, auf Nachfrage wie folgt: „Wir wechseln mit den Orten ab, mal sind es Städte, mal kleinere Orte. Im kommenden Jahr zum Beispiel sind wir wieder in Daleiden in der Eifel. Ein kleiner Ort, dafür die größte Kriegsgräberstätte in Rheinland-Pfalz.“ Otterstadt hat laut Baus den Zuschlag erhalten, weil mit der Gedenkveranstaltung des Kreises bereits eine Infrastruktur vorhanden gewesen sei. „Das vereinfacht vieles. Zudem war nach Koblenz in diesem Jahr der Süden von Rheinland-Pfalz wieder an der Reihe“, sagt Baus.
Er führt weiter aus, dass der Volkstrauertag an die Toten von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert – insbesondere, aber nicht ausschließlich an die der beiden Weltkriege. „Das Gedenken ist nicht national begrenzt. Wir trauern um die Toten aller Nationen, Zivilisten wie Soldaten. Dabei sind ausdrücklich auch die Toten der heutigen Kriege und Konflikte und die Toten der Bundeswehr in den Einsätzen eingeschlossen“, sagt Baus.
„Jeder hat Verantwortung für Frieden in der Welt“
Er wird den Landesverband gemeinsam mit dem Volksbund-Landesvorsitzenden Martin Haller, SPD-Landtagsabgeordneter aus Lambsheim, bei der Gedenkveranstaltung vertreten. Otterstadts Ortsbürgermeister Theo Böhm (CDU), Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD), Landrat Clemens Körner (CDU) und Bundeswehr-Oberst Stefan Weber vom Landeskommando Rheinland-Pfalz werden zu den Gästen sprechen. Die Veranstaltung am Ehrenmal in der Luitpoldstraße ist öffentlich, die Bevölkerung ist eingeladen.
„Ziel ist es, die Menschen dazu zu motivieren, einen Moment innezuhalten, um sich selbst darüber klar zu werden, dass wir – und zwar jeder einzelne Mensch – heute eine Verantwortung für den Frieden in der Welt haben und dass diese Verantwortung jeder für sich selbst wahrnehmen muss und auch kann“, sagt Baus.
Er verdeutlicht, dass Kriege von sehr wenigen Menschen gezielt begonnen werden und weist insbesondere vor dem Hintergrund des Konflikts in der Ukraine hin: „Krieg führt nicht zur Lösung von Konflikten, sondern er zieht neue Konflikte nach sich. Das wird nicht zuletzt durch die Tatsache verdeutlicht, dass derzeit in der Ukraine beim Bau von Kampfstellungen Gebeine von Toten des Zweiten Weltkrieges ausgegraben werden. In Russland unterhält der Volksbund 216 deutsche Kriegsgräberstätten, in der Ukraine 24. Diese sind uns Mahnung und Verpflichtung zugleich, sich für eine rasche Beendigung des Krieges einzusetzen und dabei immer im Auge zu haben, dass es um Menschen geht.“
Termin
Zentrale Gedenkveranstaltung des Landes und des Rhein-Pfalz-Kreises zum Volkstrauertag am Sonntag, 17. November, 11 Uhr, am Ehrenmal in der Luitpoldstraße in Otterstadt. Die Veranstaltung mit Kranzniederlegung wird vom Musikverein gestaltet. Anschließend sind alle zu einem Umtrunk ins Remigiushaus eingeladen.