Dudenhofen
Vis-a-vis will als Verein kranke Menschen besser unterstützen
Angela Glaser, die den Pflegedienst der ökumenischen Sozialstation in Schifferstadt leitet und deren Mann Volker in Dudenhofen Pfarrer ist, hat die Grundidee für Vis-a-vis schon vor zehn Jahren geliefert. „Bei einem Aufenthalt in England bekam ich eine Zeitschrift mit einem Artikel über Parish Nursing in die Hände, der mich sehr angesprochen hat“, berichtet Glaser der RHEINPFALZ vom Hintergrund. Zusammenfassend geht es darum, pflegerisch in der Kirchengemeinde aktiver zu werden.
„Es geht darum, Gemeindemitglieder mit ihren körperlichen und spirituellen Nöten in den Blick zu nehmen und zu unterstützen“, erklärt Glaser. Den fachlichen Teil übernehme eine Pflegekraft. In einem ersten Schritt wurde in Dudenhofen aus dem Gedanken der Hilfestellung heraus eine Gebetsstunde für Kranke angeboten. Es folgte der Treffpunkt Hoffnung vor acht Jahren, bei dem sich Menschen treffen, austauschen, Literatur empfohlen bekommen.
Seit zwei Jahren gibt es das von Monika Kreckel geleitete Rikscha-Projekt, wodurch es mobil eingeschränkten Personen möglich ist, Ausflüge in die nähere Umgebung zu machen. Eine Fortführung der Arbeit der traditionellen Gemeindeschwester bietet die Vis-a-vis-Fachkraft Christa Scheffler.
Um neue Ehrenamtliche gewinnen zu können, hat Glaser ein Masterstudium in Heidelberg absolviert und ein Schulungskonzept entwickelt, auf dem aufgebaut wird. Am 12. Oktober wird das Basis-Seminar für Pflegefachkräfte erstmals online angeboten. Vis-a-vis ist als Projekt überkonfessionell angelegt und soll es auch nach der Vereinsgründung bleiben.
Derzeit 20 Ehrenamtliche
„Als Mitglied ist das Zugehörigkeitsgefühl größer“, nennt Kreckel einen Punkt, der sich durch die neue Struktur ergibt. Die Identifikation wird leichter fallen, meint Glaser. „Unser Ziel ist, weiterhin Schulungskurse anzubieten, um weitere Pflegekräfte zu gewinnen“, sagt sie. Für Kreckel gibt es nicht das Einheitsrezept von Vis-a-vis. „Jede Gemeinde muss schauen, was vor Ort passt und was die Gabe der Menschen dort ist“, hebt sie hervor und ergänzt: „Der Grundgedanke ist, kranke Menschen vielseitig zu unterstützen.“
Die protestantische Kirchengemeinde in Dudenhofen hat 2000 Mitglieder. Rund 20 Ehrenamtliche unterstützen dort Vis-a-vis. Glaser wurde zur Vorsitzenden des Vereins gewählt. Ihr Stellvertreter Martin Dube kommt aus Hamburg, Schatzmeisterin Ingrid Becker aus Pirmasens und Schriftführer Andreas Kirsch aus Nagold.
Im Netz
www.ev-gemeinde-dudenhofen.de oder www.visavis-gemeindediakonie.de