Rhein-Pfalz Kreis Vielhauer stellt Produktion ein
DANNSTADT-SCHAUERNHEIM. Die Rettung ist nicht gelungen; die Vielhauer Büromobilsysteme GmbH & Co. KG mit Sitz in Dannstadt-Schauernheim steht vor der Schließung. Laut Insolvenzverwalter Markus Ernestus werden jetzt nur noch bestehende Aufträge abgewickelt. 100 Mitarbeiter sind betroffen.
Das Insolvenzverfahren war am 1. August eröffnet worden, nachdem das Unternehmen, das Büromöbel produziert und Einrichtungskonzepte realisiert, drei Jahre Umsatzeinbußen verkraften musste und Zahlungsunfähigkeit drohte (wir berichteten). Das Ziel: das 1963 gegründete Familienunternehmen, das an zwei Standorten in Dannstadt produziert, zu retten und weiterzuführen. Nach Angaben von Ernestus sei europaweit nach Investoren gesucht und es seien auch intensive Gespräche mit Interessenten geführt worden. „Aber plötzlich wurden Termine verschoben, es gab keine Kommunikation mehr. Das ist ungewöhnlich“, bedauerte der Mannheimer Insolvenzverwalter. Erst auf Nachhaken habe er erfahren, dass kein Interesse mehr an dem Unternehmen bestehe. Allerdings sei die Lage auf dem Möbelmarkt schwierig und die Sommerzeit auch eine ungünstige Zeit für die Investorensuche gewesen. „Sehr traurig“, beurteilt Matthias Hammersen die Situation. Er bildete zuvor gemeinsam mit Beatrice Vielhauer, der Tochter des Firmengründers, die Geschäftsführung. Die Firma habe ein reines Liquiditätsproblem gehabt, aber leider sei kein Investor gefunden worden, „da war die Zeit auch sehr kurz“. Das Unternehmen habe noch eine Reihe von Aufträgen gehabt, die dann aber durch die Ankündigung der Insolvenz teilweise verlorengegangen seien. Auch Hammersen verweist auf das „übliche Sommerloch“ in der Möbelindustrie, in das das Verfahren gefallen sei. Mit dem Betriebsrat sei ein Sozialplan vereinbart worden, sagt Markus Ernestus. Nach seinen Informationen habe eine ganze Reihe der Mitarbeiter schon einen neuen Arbeitsplatz gefunden, nachdem es „keine Fortführungslösung“ für Vielhauer gegeben habe. Die letzten Aufträge würden nun abgewickelt. Schon Ende September oder Anfang Oktober könnten bei Vielhauer in der Industriestraße und am Standort Am Bocke die Lichter ausgehen. Wie es mit dem Gelände und den Hallen weitergeht, ist noch unklar. Hammersen geht davon aus, dass es Kaufinteressenten geben wird. Vor allem der neuere Standort Am Bocke sei von Lage und Zustand her eine „hochinteressante Immobilie“, schätzt er. Wie es mit den bisherigen Inhabern selbst weitergeht? „Das ist eine spannende Frage“, sagt Hammersen. (umi)