Interview
VG Lambsheim-Heßheim: „Sicherheit auf einer Baustelle sollte selbstverständlich sein“
Im Fachjargon heißt er SiGeKo, was abgekürzt Sicherheits- und Gesundheitskoordinator bedeutet. So ein Spezialist kommt häufig bei Bauprojekten der öffentlichen Hand zum Einsatz. Aktuell zum Beispiel beim Ausbau der Johannes-Mehring-Straße in Kleinniedesheim. Wir haben Steven Kunz, Bautechniker und Verwaltungsfachwirt bei der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim, gefragt, was es mit dem SiGeKo auf sich hat.
Herr Kunz, warum muss die Ortsgemeinde Kleinniedesheim beim Straßenausbau einen Sicherheits- und Gesundheitskoordinator hinzuziehen?
Seit der Baustellenverordnung von 1998 ist das Vorschrift bei Baustellen bestimmter Größenordnung, an denen mindestens zwei Firmen beteiligt sind. Im Beispiel Kleinniedesheim sind das die Tiefbaufirma Bender und die Stadtwerke Frankenthal. Der SiGeKo kümmert sich um die Sicherheit der auf der Baustelle tätigen Leute und dokumentiert das. Er achtet unter anderem auf die Absperrungen, die Beschilderung und die Sicherheitskleidung, er stellt sicher, dass die Bauarbeiter im Sommer genug Wasser haben und dass eine Toilette in der Nähe ist. Das alles sollte natürlich für Bauherr, Baufirma und Bauleitung selbstverständlich sein. Aber weil es offenbar oft nicht beachtet wurde, gibt es jetzt die Pflicht, das alles von einem Sicherheits- und Gesundheitskoordinator überprüfen zu lassen.
Was muss man denn können für den Job, und was kostet so eine Dienstleistung?
SiGeKos sind meistens selbstständig, kommen aus der Branche und haben sich für diese Aufgabe extra schulen lassen. Idealerweise sind es Architekten oder Bauingenieure. Sie werden vom Auftraggeber der Bauarbeiten bezahlt. Das Honorar liegt in der Regel unter einem Prozent der Baukosten. In Kleinniedesheim sind es knapp 2000 Euro brutto für acht Baustellenbesuche innerhalb einer Bauzeit von fünf Monaten.
Wie oft kommt es vor, dass der Koordinator etwas zu beanstanden hat?
Was unsere Bauprojekte in der Verbandsgemeinde betrifft, ist mir nichts in Erinnerung geblieben, was gravierend gewesen wäre. Aber ich muss auch sagen: Es bewerben sich bei uns meistens leistungsfähige und zuverlässige Firmen aus der Region. Die haben selbst ein Interesse an der Sicherheit auf ihrer Baustelle.
Interview: Waltraud Werdelis