Lambsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Verwunderung über Erschließung von Gewerbegebiet Im Brand II

Darf hier in Lambsheim ein Logistikzentrum gebaut werden? Diese Frage bleibt noch eine Weile unbeantwortet.
Darf hier in Lambsheim ein Logistikzentrum gebaut werden? Diese Frage bleibt noch eine Weile unbeantwortet.

In Lambsheim wundert man sich über den Krach, den zwei Frankenthaler Ortsbeiräte geschlagen haben, weil der zweite Teil des Gewerbegebiets Im Brand erschlossen werden soll. Ob das Vorhaben wasserrechtlich und auch sonst in Ordnung geht, werde ja schließlich noch von Behörden geprüft, sagt der Lambsheimer Bürgermeister.

In Flomersheim und Eppstein hat es scharfen Protest gegen den Entwurf eines Bebauungsplans gegeben, der im Lambsheimer Osten nahe der Umgehungsstraße die Ansiedlung eines Versandhandels ermöglichen soll. Die beiden Ortsbeiräte verweisen darauf, dass das 6,5 Hektar große Gelände im Überschwemmungsgebiet der Isenach liegt und für beide Dörfer eine Hochwassergefahr bestehe, wenn es wie vorgesehen bebaut werde.

Die Beiräte wurden im Rahmen der frühzeitigen Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung informiert und um Stellungnahme gebeten. Ebenso wie die Landesarchäologie, die nach Angaben der Bauverwaltung der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim wegen möglicher Fundstellen im Boden erst einmal Nein zu dem Bauvorhaben gesagt hat. Ein klärendes Gespräch mit der Behörde wurde terminiert.

Zu viel Verkehr auf der Straße?

Der Landesbetrieb Mobilität hält ein Verkehrsgutachten für notwendig. Denn möglicherweise sei der betreffende Knotenpunkt an der Umgehungsstraße K2 für das zu erwartende Verkehrsaufkommen eines größeren Logistikunternehmens nicht leistungsfähig genug. Die Naturschutzbehörde beim Rhein-Pfalz-Kreis verlangt ein Artenschutzgutachten, weil laut Plan mehr als drei Hektar Fläche versiegelt wird und das eine Auswirkung auf die grabenbegleitenden Gehölzstreifen haben könnte. Und schließlich muss noch ein Lärmgutachten erstellt werden.

Bauamtsleiterin Sabine Josy hat trotz all der Bedenken keine Sorge, dass das Projekt nicht verwirklicht werden könnte. Sie glaubt an eine Ausnahmegenehmigung, denn die für Wasserwirtschaft zuständige Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) habe das in Aussicht gestellt. „Der verloren gehende Retentionsraum muss ausgeglichen werden, das ist aber technisch machbar“, sagte sie kürzlich im Lambsheimer Umwelt- und Bauausschuss. Mit Blick auf die Kritik aus Flomersheim und Eppstein sagt Josy: „Die SGD wird schon darauf achten, dass Ober- und Unterlieger nicht gefährdet werden.“

Kaufvertrag noch nicht abgeschlossen

Überrascht schienen in der Ausschusssitzung einige Mitglieder darüber, dass die Bauabteilung den wasserwirtschaftlichen Antrag noch gar nicht bei der SGD gestellt hat. Dazu sagte Sabine Josy auf RHEINPFALZ-Anfrage, der Antrag müsse eng mit dem Unternehmen, das sich dort ansiedeln möchte, abgestimmt werden. Er werde konkret auf das, was die Firma bauen will, zugeschnitten. Deshalb seien noch Gespräche mit dem Investor nötig. In der Vorplanung war im Juni von einer 27.000 Quadratmeter großen Halle die Rede gewesen.

Nach Angaben von Ortsbürgermeister Herbert Knoll (CDU) wurde noch kein Kaufvertrag abgeschlossen. Die Flächen im Gebiet Brand II gehören der Ortsgemeinde, die aufgrund ihrer finanziellen Lage auf den Grundstücksverkauf und die Gewerbesteuer angewiesen ist. Bevor die SGD nicht auf den noch einzureichenden Antrag geantwortet hat, werde es in dem Bauleitverfahren nicht weitergehen, versichert Bauamtschefin Josy.

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